Chaldäa – Bibel-Lexikon

Streng genommen handelt es sich hierbei um den südlichen Teil Babyloniens, aber die vielen Verweise auf die Chaldäer in der Schrift zeigen, dass die Bewohner ganz Babyloniens so bezeichnet werden. Vielleicht ist Ur in Chaldäa sogar der einzige Ort in Chaldäa im eigentlichen Sinn, der in der Schrift ausdrücklich erwähnt wird. Ur war offenbar eine Stadt am Meer. In Übereinstimmung damit erstreckte sich Chaldäa bis zum Persischen Golf, der sich jedoch weit von der einstigen Mündung des Euphrat zurückgezogen hat. Im Norden grenzte Chaldäa an das Land Sinear. Dort lagen die frühen Städte Babel, Erek, Akkad und Kalne (1. Mo 10,10). Das gesamte Gebiet lag zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, ging in westlicher Richtung sogar noch über den Euphrat hinaus. Im Altertum war es von vielen Kanälen durchzogen und dadurch gut mit Wasser versorgt. So soll es auch sehr fruchtbar gewesen sein. Herodot berichtet von Erdwällen, die dort errichtet wurden, sodass sich der Fluss einst wie ein See über die gesamte Ebene erstreckte. Heute ist alles verfallen, manche Teile sind ausgetrocknet, während andere völlig versumpft und in verschiedene Richtungen mit Erdwällen durchzogen sind. In den Prophezeiungen wurde dies so angekündigt, aber, wie oben gesagt, beziehen sie sich auf ganz Babylonien (Jer 50,10; 51,24.35; Hes 11,24; 16,29; 23,15.16).


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