Römisches Reich – Bibel-Lexikon

Über das Römische Reich wird in der Schrift öfter gesprochen, als man im Allgemeinen feststellt. In der Vision des großen Bildnisses von Nebukadnezar wird über vier Reiche geweissagt, wobei jedes mächtiger als sein Vorgänger ist. Das vierte ist das Römische Reich, das in seiner letzten Phase mit Eisen und Ton verglichen wird ‒ Materialien, die sich nicht vereinigen lassen. Das Königreich würde in sich selbst geteilt werden. In den Visionen Daniels werden die vier Königreiche weiter beschrieben, und während die ersten drei Reiche mit bekannten Tieren verglichen werden, wird das Römische Reich mit einem fürchterlichen Ungeheuer verglichen, das nicht benannt werden kann (vgl. Dan 7,7).

Die Geschichte des Römischen Reiches bestätigt die Prophetie völlig. Es gab viele Veränderungen vor der Zeit der Kaiser, aber es gab immer das demokratische Element in der regierenden Macht. Als die Kaiser regierten, waren sie in ihrem Handeln von der Entscheidung des Volkes abhängig, wobei meistens der Wille der Soldaten maßgeblich war. Der Senat bestätigte die Entscheidungen der Armee. Der Kaiser übte die Macht des Reiches aus, musste aber die Truppen zufrieden stellen. Dies waren die beiden verarbeiteten Elemente Eisen und Ton, die sich nicht vereinigen ließen. Von den ersten zwölf Kaisern wurden sieben umgebracht oder begangen Selbstmord, um einem gewaltsameren Ende zu entgehen.

In der Schrift wird kein Reich als Nachfolger Roms erwähnt. Die Elemente Eisen und Ton, die Überreste des Römischen Reiches, sind mehr oder weniger in allen zivilisierten Ländern vorhanden. Dasselbe Reich wird in der Offenbarung als das Tier beschrieben, welches war und nicht ist und sein wird (Off 17,8). Es wird weiter gesagt: „Es sind sieben Könige", die vermutlich mit Regierungsformen gleichgesetzt werden können. „Fünf von ihnen sind gefallen (Das wären die Könige (ab 753 v.Chr.), die Konsuln (ab 509 v.Chr.), die Diktatoren (ab 498 v.Chr.), die Decemviri (lat. für „zehn Männer", ab 451 v.Chr.) und die Militärtribune (ab 444 v.Chr.).), der eine ist da (das Kaiserreich ab 31 v.Chr., das zu der Zeit, als Johannes die Offenbarung schrieb, existierte), der andere ist noch nicht gekommen" (Off 17,9.10). Daraus lernen wir, dass das Römische Reich wieder aufgerichtet werden wird, es wird eine Einheit von zehn Königen sein (zehn Hörner) ‒ die siebte Regierungsform. Danach wird es noch eine achte Regierungsform geben, welche durch das Tier dargestellt wird (Off 17,11-13).

Das vom Tier regierte Reich wird für eine Woche (sieben Jahre) einen Bund mit den Juden schließen, aber dieser wird in der Mitte der Woche zerbrechen (Dan 9,27). Es wird in einer engen Verbindung zu einer anderen großen Macht (dem Antichristen) stehen, welche durch ein Tier symbolisiert wird, das aus der Erde kommt. Diese beiden werden von Satan angetrieben (Off 13,1-18; 17,8-18). Das Reich wird von Gott benutzt werden, um Babylon (das päpstliche Rom) zu zerstören, und wird dann selbst vernichtet werden.

Im Jahr 63 v. Chr. wurde Palästina Rom unterworfen. Es war ein römischer Beamter, der den Herrn zur Kreuzigung auslieferte und es war das römische Reich, das von Gott benutzt wurde, um sein Volk zu strafen und ihre Stadt zu zerstören. Der Titusbogen von Rom stellt seitdem vor der ganzen Welt den Stolz der Römer über diesen Sieg im Jahr 70 n. Chr. dar.

Die römischen Kaiser, die zur Zeit des N.T. regierten, die Statthalter, die über Palästina bestellt waren, und die Mitglieder der Herodianischen Familie, die diesen nachfolgten, sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

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