Reue – Bibel-Lexikon

Der übermittelte Gedanke in diesem Ausdruck ist von großer Bedeutung in seiner Anwendung, nicht nur in Bezug auf den Menschen, sondern auch in Bezug auf Gott. Er zeigt, wie es Gott in seinen Regierungswegen auf der Erde gefällt, seine eigene Sicht der Ereignisse, die auf der Erde geschehen, kund zu tun. Dieses steht nicht im Widerspruch zu seiner Allwissenheit.

Es gibt zwei Bedeutungen, wenn von der Reue von Seiten Gottes gesprochen wird:

1. Reue in Bezug auf seine eigene Schöpfung oder in Bezug auf bestimmte Gegenstände seiner Bestimmung / Berufung, die nicht in der Lage sind, seiner Ehre zu entsprechen. Es reute Gott, dass er den Menschen auf der Erde gemacht hatte und dass er Saul als König über Israel eingesetzt hatte (1. Mo 6,6.7; 1. Sam 15,11.35).

2. Reue über die Strafe, die er angedroht hatte oder über den Segen, den er versprochen hatte. Als Israel von den bösen Wegen abkam und Gott suchte, reute es ihn oft wegen der Strafe, die er gegeben hatte (2. Sam 24,16 und weitere). Auf der anderen Seite wurden dem Volk Israel die Verheißungen des Segens im Lande unter der Bedingung des Gehorsams gegeben, sodass, wenn das Volk Böses tat, Gott sich des Guten gereute, welches er vorher versprochen hatte, sei es gegenüber Israel oder auch tatsächlich gegenüber jeder anderen Nation. (Jer 18,8-10). Er würde seine Handlungsweise dem Volk gegenüber ändern und so sagt er zu Israel „ich bin des Bereuens müde" (Jer 15,6). In allen diesen Dingen geht es um die Verantwortung des Menschen wie auch um die göttliche Regierung.

Aber die bedingungslosen Verheißungen Gottes, die er Abraham, Isaak und Jakob machte, sind nicht Gegenstand von Reue . „Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar" (Röm 11,29). „Nicht ein Mensch ist Gott, dass er nicht lüge, noch ein Menschensohn, dass er bereue. Sollte er sprechen und es nicht tun, und reden und es nicht aufrechterhalten?" (4. Mo 23,19; 1. Sam 15,29; Mal 3,6). Und dieses muss im Hinblick auf jede Absicht seines Willens gut festgehalten werden.

Im Hinblick auf den Menschen ist Reue der notwendige Vorläufer der Erfahrung der Gnade von Seiten Gottes. In der Schrift werden zwei Motive für Reue aufgezeigt: die Güte Gottes, die zur Buße führt (Röm 2,2-4) und kommendes Gericht, aufgrund dessen Gott jetzt alle Menschen auffordert, Buße zu tun (Apg 17,30.31). Aber dieses ist deutlich seine Gnade und zu seiner Ehre, dass diese Tür der Rückkehr zu ihm gewährt ist (Apg 11,18), in der er dem Menschen in Gnade und durch sein Evangelium, die frohe Botschaft, nahte, was die Folge seiner Gerechtigkeit ist, die auf dem Tod Christi beruht. Deshalb lautet Gottes Evangelium: „Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus" (Apg 20,21).

Reue wurde beschrieben als eine Umkehr der Gedanken gottwärts, die zum Selbstgericht und zur Verurteilung seiner eigenen Taten führt (1. Kön 8,47, Hes 14,6; Mt 3,2; 9,13; Lk 15,7; Apg 20,21; 2. Kor 7,9.10 und weitere). Dieses ist nur möglich im Gedenken an die Gnade in Gott. Es ist die Güte Gottes, die uns zur Buße leitet (Röm 2,4).

Von Reue ist auch die Rede als von einem Wechsel der Gedanken und Taten, wo kein Böses ist, das man bereuen könnte (2. Kor 7,8).

 


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Buße

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