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Bild – Bibel-Lexikon

Neben den vielen Erwähnungen geschnitzter und gegossener Bilder im Zusammenhang mit Götzendienst, dessen Herstellung den Israeliten strengstens verboten war, finden wir das Wort „Bild" in einigen wichtigen Zusammenhängen. So sagte Gott zum Beispiel: „Lasst uns Menschen machen in unserem Bild, nach unserem Gleichnis; und sie sollen herrschen… . Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn" (1. Mo 1,26.27; 5,1; 9,6 ). Das Wort, das hier mit „Bild" übersetzt wird, lautet im Ursprung tselem. Dasselbe Wort wird auch bei den Götzenbildern und bei dem großen Bild in Daniel 2 verwendet.

Verständlicherweise könnte man annehmen, dass der Mensch mit dem Sündenfall aufgehört hat, im Bild und im Gleichnis Gottes zu sein; aber die Schrift sagt das nicht. Wo über den Mann als Haupt der Frau gesprochen wird, wird gesagt, dass „er Gottes Bild und Herrlichkeit ist" (1. Kor 11,7). In Jak 3,9 finden wir wieder die Menschen, „die nach dem Gleichnis (oder Ähnlichkeit; ομοίωσις) Gottes geworden sind". In welcher Hinsicht der Mensch Bild und Gleichnis Gottes ist, ist kaum voll zu begreifen. Zumindest ist aber deutlich, dass ein Bild eine Darstellung (Repräsentation) ist. Als der Herr in Lukas 20,24 einen Denar gezeigt bekam, fragte er „wessen Bild" er habe. „Des Kaisers" war die Antwort. Vielleicht war es nicht besonders herausgearbeitet und war deshalb kein Gleichnis. Vielleicht war auch der Denar mit dem Bild als Geldmünze ziemlich abgenutzt, aber es war deshalb immer noch ein Bild des Kaisers: Es stellte ihn dar und keinen anderen. So stellt auch der Mensch als Haupt aller erschaffenen Dinge in Verbindung mit der Erde Gott dar: Ihm wurde die Herrschaft über alles Lebende, dass sich auf der Erde, im Meer und in der Luft bewegt, gegeben. Das war ohne Frage in Abhängigkeit von Gott, und so war der Mensch in seinem Bild.

Das sehen wir vollkommen in dem zweiten Menschen, der in Auferstehung an die Stelle von Adam getreten ist. Adam war in diesem Sinn ein Vorbild auf Christus hin (Rö 5,14). Der Mensch kann ein beschädigtes und verschmutztes Bild seines Schöpfers sein, aber das ändert nichts daran, dass er im Bild Gottes geschaffen worden ist.

Gleichnis (Ähnlichkeit) geht noch weiter; aber gab es nicht auch im Menschen eine bestimmte moralische und geistige Ähnlichkeit zu Gott? Er stellt nicht nur Gott auf der Erde dar, sondern (wie einmal jemand gesagt hat) er denkt auch für andere, spricht und freut sich über das, was Gott in der Schöpfung gemacht hat, und erfreut sich an dem, was gut ist. Er hat dabei seinen moralischen Platz unter denen, die es tun. Diese Ähnlichkeit kann leider sehr getrübt werden, aber die Kennzeichen wie Reflexion (Überlegung), Freude, und Liebe zu Güte und Schönheit sind trotzdem vorhanden. Keines dieser Merkmale finden wir bei einem Tier. In Christus sind sie freilich alle vollkommen, der als Mensch „das Bild Gottes ist" (2. Kor 4,4) und „der das Bild des unsichtbaren Gottes ist" (Kol 1,15 ).

Siehe auch Bildwerk; Symbole; Vorbild; Gleichnis.


Verweise auf diesen Artikel:

Bildnis


Kategorien:

Spezialbegriffe | Mensch


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