Jesus, Der Herr – Bibel-Lexikon

Jesus ist der Sohn Gottes, der Mensch wurde. Sein Name wurde vorher angekündigte. Er bedeutet: „Der HERR ist Rettung" (Mt 1,21). Was uns von ihm, historisch gesehen, offenbart wird, kann man folgendermaßen einteilen:

  1. Seine Geburt und seine Lebensjahre bis zu einem Alter von ungefähr 30 Jahren
  2. Seine Taufe durch Johannes, seine Salbung mit dem Heiligen Geist und das darauf folgende Zeugnis des Johannes über ihn, dass er das Lamm Gottes war, der Sohn Gottes, der mit Heiligem Geist taufen würde. Dieses Zeugnis zog einige der Jünger des Johannes an, ihn als neues Zentrum ihres Lebens zu wählen.
    Anschließend wurde er, bevor er in seinen öffentlichen Dienst eintrat, vom Geist in die Einöde geführt, um dort vom Teufel versucht zu werden.
  3. Sein öffentlicher Dienst, der sich über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren erstreckte
  4. Seine Leiden und sein Tod am Kreuz
  5. Seine Auferstehung und anschließende Erhöhung zur Herrlichkeit

Im Einzelnen:

1. Er wurde durch die Kraft des Heiligen Geistes gezeugt und, wie in Jesaja 7,14 vorhergesagt, von der Jungfrau Maria geboren. Die Details dieses wundervollen Ereignisses werden uns in den Evangelien nach Matthäus und Lukas geschildert. Ersterer hält die Erfüllung des prophetischen Wortes fest, dass Gott unter seinem Volk gegenwärtig sein würde, was in der Bedeutung des Namens Emmanuel - „Gott mit uns" - zum Ausdruck kommt (Mt 1,23). Letzterer zeichnet auf, dass das von Maria geborene Kind „das Heilige" war, das „Sohn Gottes" genannt werden würde (Lk 1,35). Er führte 30 Jahre lang ein Leben der demütigen Zurückgezogenheit, aber die Schriftstellen mit Bezug auf diese Zeitperiode zeigen, dass er als der vollkommene Mensch unter dem Auge Gottes aufwuchs und dennoch gleichzeitig im Bewusstsein der Sohnschaft als Gefäß der Gnade und Weisheit Gottes vor dem Vater lebte.

2. Im Alter von 30 Jahren nahm er mit dem bußfertigen Überrest Israels seinen Platz am Jordan ein, wo er im Einklang mit der göttlichen Vorausbestimmung „durch die Tür" eintrat (vgl. Joh 10,2). Dort erfüllte er die Gerechtigkeit Gottes, indem er sich von Johannes taufen ließ. Um ihn von allen anderen Getauften zu unterscheiden, zeigte Gott sofort, dass dieser ihm gehörte, indem er ihn mit dem Heiligen Geist versiegelte. Eine Stimme aus dem Himmel verkündete: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden" (Mk 1,11). Das Evangelium nach Johannes zeigt bei dieser Gelegenheit die bedeutsamen Tatsachen auf, die mit seiner Person in Verbindung stehen: Das Wegnehmen der Sünde der Welt durch das Lamm Gottes, die Taufe mit dem Heiligen Geist sowie seine eigene Person als den mächtigen Anziehungspunkt und beherrschenden Gegenstand für bußfertige Sünder. Die Evangelien nach Matthäus und Lukas zeichnen hier auf, wie er von dem Geist in die Einöde geführt wurde um vom Teufel versucht zu werden. Es war notwendig, dass der Versucher der Menschen vom Menschen überwältigt würde. Jesus nun überwand alle Listen Satans durch die geistliche Macht des Wortes Gottes. Also besiegt, verließ der Teufel ihn für eine Zeit.

3. Der vorbereitende Dienst von Johannes fand sein Ende in der Gefangennahme durch Herodes. In der Kraft des Geistes begann Jesus nun seinen wunderbaren Dienst der Verkündigung göttlicher Worte und der Ausübung von Werken der Gnade und Macht, was uns in den vier Evangelien vorgestellt wird.

Im Evangelium nach Matthäus sehen wir ihn als den Samen der Verheißung vor uns, den Sohn Abrahams, und als den Sohn Davids, den Erben des Thrones des HERRN in Israel. Er ist ebenso der Emmanuel, der HERR Israels.

Im Evangelium nach Markus wird er als der Sohn und Diener Gottes betrachtet, wie er inmitten der Verhältnisse der Sünde und des Leides, in die er eingetreten war, für Gott wirkte und redete.

Im Evangelium nach Lukas ist er der Sohn des Menschen, jedoch ganz und gar einem neuen Menschengeschlecht zugehörig (Anm. d. Red.: wovon er das Haupt ist), das Gefäß der Gnade für den Menschen, der sich in den gleichen Umständen der Sünde und des Leides befindet.

Im Evangelium nach Johannes ist er das Wort, das Licht und die Offenbarung Gottes, aber er wurde Fleisch und wohnte hier voller Gnade und Wahrheit. Als der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, hat er Gott, den niemand jemals gesehen hatte, völlig kundgemacht. Es wird von ihm gesagt, dass er „umherging, wohltuend und heilend alle, die von dem Teufel überwältigt waren" (Apg 10,38). Er befreite den Menschen von jedem Druck, den die Sünde auf ihn gebracht hatte. Er verkündigte den Armen gute Botschaft und brachte dem Menschen das Licht einer anderen Sphäre - des Reiches Gottes. Es wird ebenfalls von ihm gesagt, dass „Gott in Christus war, die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend" (2. Kor 5,19). Er weigerte sich zu richten, da er zu retten gekommen war. Er stellte Gott vollkommen vor dem Menschen dar und an ihm als Menschen hatte Gott seine Wonne. Seine Worte waren die Worte Gottes (vgl. Joh 3,34) und der Vater, der in ihm wohnte, tat die Werke (Joh 14,10).

Seine Gegenwart unter den Menschen stellte sie bloß und offenbarte die Gedanken vieler Herzen. Die göttliche Weisheit in ihm erkannte die hohle Religiosität, die Treulosigkeit und die Weltlichkeit des menschlichen Herzens. Als von Gott gesandt, um seinen Willen zu tun, nahm er alle auf, die, gezogen von der Gnade des Vaters, zu ihm kamen. Er führte sie und ging vor ihnen her als der Gute Hirte. Er hielt sie in seiner Hand, bewahrte sie auf diese Art zum ewigen Leben und legte zum Schluss sein Leben für die Schafe dar. Durch den Tod bewirkte er die Erlösung; durch diese Tat vollbrachte er seinen Dienst.

4. Von Anfang an wurde er von den Führern Israels abgelehnt und „die Welt kannte ihn nicht" (Joh 1,10). Er stieg vom Berg der Verklärung, wo Gott ihm Ehre und Herrlichkeit gegeben hatte, herunter, um unter den Händen der Menschen zu leiden, obwohl sein Tod andererseits entsprechend dem „bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis Gottes" (Apg 2,23) eintrat.

Aufgrund dieser Feindschaft des Menschen zog er sich jenseits des Jordan zurück, bis die Zeit der Erfüllung der Ratschlüsse Gottes in seinem Tod kam. Während dieser Zeitperiode besuchte er Bethanien um Lazarus aufzuerwecken, zog sich dann aber erneut in die Einöde zurück, bis sechs Tage vor dem Passah. An diesem Tag stellte er sich Zion als ihr König vor, reinigte den Tempel Gottes und richtete mit göttlicher Weisheit alle Fragen, durch die sie ihn in seiner Rede zu fangen versuchten. Dann nahte die „Stunde" des Menschen und der „Gewalt der Finsternis". Jesus nun, wissend, dass ihm diese Stunde nahe bevorstand, aß das letzte Passah mit seinen Jüngern und setze das Mahl des Herrn ein. Als er den Obersaal verlassen hatte, durchquerte er das Kidrontal und ging in den Garten Gethsemane. Dort war seine Seele „sehr betrübt, bis zum Tod" in der Vorwegnahme des Kelches, den er zu trinken hatte. Jedoch, in der Unterwerfung, die aus seiner vollkommenen Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters hervorströmte, nahm er den Kelch aus den Händen des Vaters an und ging hinaus, um ihn zu trinken.

Am Kreuz wurde das Gericht Gottes, die Sünde betreffend, vollständig ausgeführt, Gott wurde dadurch verherrlicht und das Werk der Erlösung vollbracht. Infolgedessen konnte ein sterbender Übeltäter, der zu Jesus umkehrte, am selben Tag mit ihm im Paradies sein.

Jesus gab sein Leben dahin und Blut und Wasser, die aus seiner toten Seite heraus flossen, bezeugten, dass Sühnung und Reinigung für den Menschen nur in seinem Tod zu finden sind. Sein Tod legte außerdem die gerechte Grundlage für Gott, seine Ratschlüsse im Blick auf den Menschen auszuführen und seine Verheißungen zu erfüllen.

5. Obwohl er hier von den Menschen verworfen wurde, ist er „aus den Toten auferweckt worden (…) durch die Herrlichkeit des Vaters" (Röm 6,4) und Gott hat „ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters" (Phil 2,9–11). Als Herr verwaltet er nun alles für Gott gemäß dem Werk der Erlösung, das er vollbracht hat, und dem Platz den er im Besitz des Auferstehungslebens und der Herrlichkeit eingenommen hat. Er ist nun droben als der letzte Adam und der zweite Mensch, das Haupt und Muster eines neuen Menschengeschlechts. Er ist außerdem der Sachwalter, Fürsprecher und Hohepriester als Vertretung derer, die an ihn glauben, die noch in Schwachheit auf der Erde leben und seine Unterstützung und Hilfe benötigen.

Er sitzt nun zur Rechten Gottes bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße gemacht sein werden. Es ist offenbart worden, dass er in den Wolken aus dem Himmel herunterkommen wird, um die Seinen zu sich aufzunehmen: Die verwandelten Lebenden und die in Herrlichkeit auferstandenen Toten werden entrückt werden um ihn in der Luft zu treffen.

Später wird er dann mit allen seinen Heiligen kommen, um dort zu regieren, wo er einst verworfen worden war. Er wird alles Böse aus seinem Reich hinaus tun und in Gerechtigkeit regieren als König der Gerechtigkeit und König des Friedens. Er wird zum Schluss, wenn er alle Feinde weggetan haben wird, das Reich dem Gott und Vater übergeben. Als der Sohn, der Menschengestalt angenommen hat, wird er den Platz der Unterwerfung unter den, der ihm alle Dinge unterworfen hat, einnehmen, sodass Gott alles in allem sei - der Höchste in einem unermesslichen Universum des Glücks. Der Sohn wird das Haupt und das Muster des ganzen erlösten und gesegneten Menschengeschlechts sein.

Er ist der Richter der Lebendigen und Toten und er wird alles, was Böses getan hat, von der Gegenwart Gottes ausschließen und dem hoffnungslosen und hilflosen Elend ausliefern, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist. Er wird somit die ganze Frage des Guten und Bösen zu einem Ergebnis gebracht haben. Das Gute wird für ewig gesichert und das Böse an seinem eigenen Ort des machtlosen Elends sein.

 


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Herr Jesus

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