Hebräer – Bibel-Lexikon

Bezeichnung für Abraham und seine Nachkommen. Zum ersten Mal entdecken wir diese Bezeichnung, nachdem Lot als Gefangener weggeführt worden war. Ein Mann kam und nannte Abram „den Hebräer" (1. Mo 14,13). Von da an wird diese Bezeichnung häufig für Abrahams Nachkommen über Isaak und Jakob gebraucht im Unterschied zu der Bezeichnung „Israeliten" (von dem Namen Israel, der Jakob gegeben wurde). „Israel" ist der Bundesname, der Name in Verbindung mit den Verheißungen. Es ist bemerkenswert, wie Saul, der König über Israel, die Verbindung zu den Verheißungen Gottes aus dem Auge verliert, wenn er sagt: „Die Hebräer sollen es hören" (1. Sam 13,3).

Die Bezeichnung „Hebräer" kommt im NT nur in Apostelgeschichte 6,1 vor, um die Griechisch sprechenden Juden von denen zu unterscheiden, die aus Palästina kamen, sowie in 2. Korinther 11,22 und Philipper 3,5. Dort steht der Ausdruck in Verbindung mit der Abstammung von Paulus. Er wird dort verwendet, um den Sticheleien der judaisierenden Lehrer zu begegnen. Paulus nennt sich selbst Hebräer von Hebräern, was bedeutet, dass er ein Nachkomme der Hebräer ohne jede Vermischung mit Blut von Heiden oder Proselyten ist.

Es ist nicht ganz deutlich, weshalb Abraham ein Hebräer genannt wurde. Es wird allgemein angenommen, dass es bedeutet, dass er von seinen Vorfahren Eber oder Heber abstammt. Aber wir wissen aus 1. Mose 11,17-26, dass fünf Generationen zwischen Heber und Abraham waren. Also hätten schon viele andere vor Abraham Hebräer genannt werden können. 1. Mose 10,21 sagt, dass Sem der Vater der Kinder Hebers war. Das zeigt, dass die Hebräer Semiten waren. Doch es gab noch viele andere Volksstämme, die von Sem abstammten, die allerdings nicht Hebräer genannt werden konnten. In der Bibel wird diese Bezeichnung für niemanden sonst gebraucht als für Abraham und seine Nachkommen - und zwar nur für die Linie Isaaks und Jakobs. Ismael und Esau sind da ausgenommen. Es muss also noch einen anderen Grund für den Gebrauch dieser Bezeichnung geben, da der Gebrauch so eingeschränkt ist.

Die Wortbedeutung ist „von jenseits", „hinübergehen" - so, als ob eine Person einen Fluss überquert, oder von einer Region zu anderen übergeht. Abraham wurde aufgefordert, sein Land und seine Verwandtschaft zu verlassen und in das Land Kanaan zu gehen (1. Mo 14,13). Dadurch wurde er zu einem Fremdling im fremden Land, der in Zelten wohnte (Heb 11,9). Das wurde zu einer charakteristischen Bezeichnung für Abraham, weshalb die Bewohner des Landes auch zu ihm, dem Fremden kamen und ihm von der Gefangennahme Lots berichteten.

Joseph sagt in Ägypten von sich selbst, dass er aus dem Land der Hebräer gestohlen sei (1. Mo 40,15). Das eben beschriebene Charakteristikum für die Bezeichnung „Hebräer" war zweifellos infolge seiner Verschleppung verloren, und von der Bedeutung blieb nichts weiter übrig, als allein die natürliche Abstammung von Abraham über Isaak und Jakob; diese Personen wurde allerdings üblicherweise Israeliten genannt. Die Nachkommenschaft Ismaels und Esaus waren keine Fremdlinge im verheißenen Land, sondern hielten sich da auf, wo sie wollten.

Die Bezeichnung „Hebräer" taucht nach dem ersten Buch Samuel nicht weiter im AT auf, mit Ausnahme von Jeremia 34,9.14 und Jona 1,9.


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