Rechtfertigung – Bibel-Lexikon

Das Wort δικvιωσις kommt nur zweimal im Neuen Testament vor: in Römer 4, 25 und 5, 18. In der ersten Stelle scheint es gleichbedeutend damit zu sein, dass einem Glaubenden sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet wird, d.h. dass der Glaubende für gerecht erklärt wird. Daher kann gesagt werden, dass das Wort „Rechtfertigung" die in Gottes Gedanken gebildete Sicht auf den Gläubigen ist, im Blick auf die Ordnung der Dinge, von denen der auferstandene Christus das Haupt ist. Diese Sicht hat ihren Ausdruck in Christus selbst und ihre Auswirkungen werden in Römer 5 gesehen.

Die Frage, wie ein gerechter Gott einen Sünder rechtfertigen kann, wird in Römer 3 aufgeworfen und beantwortet. Es ist schwierig, sich ein bedeutsameres Thema für jedes menschliche Wesen vorzustellen. Was im Evangelium gleich zu Anfang hervorgehoben wird, ist die Rechtfertigung Gottes in Gerechtigkeit in Bezug auf die Sünde. Dies geschieht durch den Tod des Herrn Jesus. In Gottes unendlicher Gnade wird dem Sünder gegenüber die Frage der Sünde und ihr Gericht zwischen Ihm selbst und dem fleckenlosen Sündenträger aufgeworfen und wurde zur Verherrlichung Gottes geklärt. Von Ihm wird gesagt: „Den Gott dargestellt hat als ein Sühnmittel durch den Glauben an sein Blut, ... zur Erweisung seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige der des Glaubens an Jesu ist (Rö 3,25)." In dem Blut des Herrn Jesus wird das Gericht Gottes über die Sünde gesehen und es ist die gerechte Grundlage, auf der er alle die rechtfertigen kann, die an ihn glauben.

Rechtfertigung des Lebens (Rö 5,18) ist die Gerechtigkeit, die zum Leben gereicht und sich gegen alle Menschen erstreckt durch die eine vollbrachte Gerechtigkeit des Herrn Jesus Christus bis zum Tod. Diese Gerechtigkeit steht im Gegensatz zu der Tragweite der einen Übertretung Adams, die Tod und Verdammnis auf alle Menschen brachte.

Das, was durch den einen Menschen - Jesus Christus - bewirkt wurde, übersteigt in der Reichweite alles, was durch den einen Menschen - Adam - eingeführt wurde.

Sowohl die Sünden als auch der Sünder wird im Tod Christi als vollständig gerichtet und vor dem Angesicht Gottes entfernt gefunden. Gläubige haben durch den aus den Toten auferweckten Herrn Jesus Christus ein neues Haupt, in dem sie für Gott leben.

Im Jakobusbrief (Kapitel 2) wird auf einen weiteren Aspekt der Rechtfertigung Bezug genommen. Dort geht es ausschließlich um das, was vor Menschen sichtbar ist. „Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, und ich werde dir meinen Glauben aus meinen Werken zeigen (Jak 2,18).

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