Herodes der Große – Bibel-Lexikon

Er war der Sohn von Antipater, einem Idumäer, der ein Proselyt war. Sein Vater half Cäsar bei dessen Krieg gegen Ägypten und wurde damit belohnt, dass er zum Prokurator von ganz Judäa wurde. Er machte seinen Sohn Herodes im Alter von erst 15 Jahren zum Statthalter von Galiläa. Nach dem Tod von Julius Cäsar herrschte im Land Anarchie, doch letztendlich verstand Herodes es, sich bei Antonius und Oktavian beliebt zu machen, sodass er zum König von Judäa ernannt wurde. Er begann seine Regierung (37 v. Chr.) mit Blutvergießen. Es waren einige von dem Haus der Hasmonäer, den Nachkommen der Makkabäer, übrig geblieben. Diese wurden zusammen mit ihren Anhängern und dem ganzen Synedrium getötet, mit Ausnahme von zwei Personen.

Herodes heiratete die Hasmonäerin Mariamne, die Tochter Alexandras, welcher auch einen Sohn namens Aristobul hatte. Herodes machte Aristobul zum Hohenpriester, weil er sich vor Rom fürchtete, auf das sich Alexandra in dieser Angelegenheit berief. Doch als er die Freude des Volkes miterlebte, wurde sein Neid entfacht, und er ließ den jungen Mann, als er mit seinen Gefährten badete, durch ihr vorgetäuschtes grobes Spiel ertränken. Herodes inszenierte ein ehrenvolles Begräbnis, doch es ließ sich niemand dadurch täuschen. Nachdem sich Alexandra in dieser Sache an Kleopatra und Antonius gewandt hatte, wurde Herodes aufgefordert, vor diesen zu erscheinen. Er hinterließ seinem Onkel Joseph Anordnungen, dass Mariamne getötet werden sollte, falls er selbst zu Tode gebracht werden würde. Herodes gelang es, Antonius zufrieden zu stellen, und dieser fügte noch Coele-Syrien zu seinem Herrschaftsbereich hinzu. Nach seiner Rückkehr vergiftete seine Schwester Salome seine Gedanken mit Verdächtigungen, dass seine Frau ihm wegen Joseph untreu geworden war, welcher die Anordnung Herodes in seiner Unklugheit verraten hatte. Er versöhnte sich jedoch mit seiner Frau, aber Joseph wurde hingerichtet und Alexandra gefangen genommen.

Unter dem Kaiser Oktavian brachte Herodes es fertig, sein Ansehen zu festigen. Herodes' Privatleben wurde durch erneuerte Verdächtigungen gegen seine Frau sehr verbittert. (Diese hatte abermals aufgedeckt, dass er während seiner Abwesenheit den Befehl gegeben hatte, dass sie getötet werden sollte, falls er sein Leben verlieren würde.) Er schien sie für schuldig zu halten, und so wurde sie das Opfer seiner Eifersucht, aber sobald seine schöne Frau getötet worden war, wurde er von tiefer Reue erfüllt. Auch ihre Mutter wurde hingerichtet. [Bezüglich der weiteren Frauen Herodes' siehe Herodes, die Familie des.]

Obwohl Herodes nominell dem Judentum angehörte, versuchte er in Jerusalem griechische und römische Spiele einzuführen. Diese waren für die strengen Juden große Schandflecken, aber eine große Masse wurde für diese Torheiten gewonnen.

Im Jahr 25 v. Chr. war in Judäa eine Hungersnot, und Herodes opferte sein Gold und Silber, um Korn aus Ägypten zu kaufen, um sein Volk zu ernähren. Auch gab er ihnen Saat für das nächste Jahr, wodurch er Beliebtheit erlangte.

Herodes schmeichelte sich auch durch sein teures Vorhaben, den Tempel zu erneuern, bei den Juden ein. Um ihren Argwohn zu beschwichtigen, besorgte er das Material, bevor er einen Teil zerstörte. Das neue, stattliche Bauwerk bestand aus weißem Marmor.

Neue Befürchtungen zerstörten den Frieden Herodes'. Bei der Rückkehr seiner zwei Söhne von Mariamne, die mittlerweile zu Männern herangewachsen waren, wurden diese vom Volk mit Begeisterung begrüßt. Er fürchtete, dass sie sich für den Tod ihrer Mutter rächen würden; deshalb wurden sie nach belanglosen Anschuldigungen beide erdrosselt. Diesen folgte Antipater, ein weiterer Sohn, der auch hingerichtet wurde. Er wurde als schuldig befunden, weil er geplant haben soll, seinen Vater zu vergiften.

Herodes war sehr krank, sodass er wegen seiner zunehmenden Qualen sogar einen Selbstmordversuch unternahm. Er ordnete an, dass die Häupter der vorstehenden Familien in Judäa im Hippodrom in Jericho eingeschlossen werden sollten, um getötet zu werden, sobald er starb, damit es Trauer gebe bei seinem Tod! Dieser grausame Befehl wurde nicht ausgeführt.

Seine Ängste vergrößerten sich bei der Ankunft der Magier in Jerusalem, als sie sich nach dem Kind erkundigten, das als König der Juden geboren worden war. Herodes versuchte auf listige Weise herauszufinden, welches Kind diese Ehre besitzen sollte, damit er es sofort töten könnte. Als seine Pläne von den Magiern durchkreuzt wurden, ordnete er die Tötung aller Kinder in der Gegend an, aber Gott hatte seinen Sohn der Macht Herodes' entzogen (Mt 2,1-22). Herodes starb im Jahr 4 v. Chr. Dieser war die erste irdische „Macht", die etwas mit dem Herrn Jesus zu tun hatte. Wir wissen aus Offenbarung 12,1-5, dass Satan der eigentlich Handelnde durch Herodes war, aber er wurde geschlagen und wird immer wieder geschlagen werden, bis zu seinem endgültigen Untergang.


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