Götzendienst – Bibel-Lexikon

Götzendienst ist die Anbetung von Götzen. Von dieser Sünde wird berichtet, dass sie schon nach der Flut begangen wurde. Das Wissen über den wahren Gott scheint allgemein aufgegeben worden zu sein. Paulus sagt bezüglich der Menschen, dass sie, Gott kennend, ihn dennoch nicht als Gott verherrlichten. Sie befanden es nicht für gut, Gott in Erkenntnis zu haben, obwohl das, was man von Gott in der Natur wahrnehmen kann, ihnen geoffenbart war, nämlich seine ewige Kraft und Göttlichkeit. Sie entwürdigten überall die Anbetung des wahren Gottes, so dass der Götzendienst allgegenwärtig wurde. In diesem Punkt hat der Mensch keine Entschuldigung. Götzenbilder in Gestalt von verweslichen Menschen, Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tiere wurden hergestellt (Rö 1,20-23.28 ). Aus diesem Zustand wurde Abraham von dem Gott der Herrlichkeit, der ihm erschien, errettet. Die Schrift zeigt die Torheit eines Menschen, der einen Baum niederhaut, einen Teil davon verbrennt um sein Essen darauf zu kochen und sich zu wärmen, und dann aus dem Rest einen Gott herstellt, den er anbetet (Jes 44,14-17 ). Sogar Israel, dem Gott sich nicht nur als Schöpfer, sondern auch als Erlöser geoffenbart hatte, übernahm diese bösen Torheiten. Es gab neben Holzbildern auch gegossene Bilder und Steinbilder.

Imaginäre Wesen wurden ebenfalls als Götter angesehen, die man fürchtete und versöhnlich zu stimmen suchte. Einige glaubten an einen Fetisch (Duden: „magischer Gegenstand; Götzenbild") des Guten und einen Fetisch des Bösen. Wieder andere, wie die Griechen, besaßen ein differenziertes mythologisches System mit Männern und Frauen und Söhnen und Töchtern der Götter bzw. Göttinnen. Einige, wie die Griechen und Römer, erhoben sogar den Menschen zu einem Gott.

In Israel könnte der Götze zunächst nur als Repräsentant Gottes angesehen worden sein, so wie auch die Ägypter erklärten, sie hätten Stellvertreter ihrer unsichtbaren Götter. Als das Goldene Kalb gemacht wurde, baute Aaron vor diesem einen Altar auf und sagte „Ein Fest dem HERRN ist morgen!". Das Volk hingegen sagte: „Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben." (2. Mo 32,4.5 ). Ihnen war jedoch befohlen worden, kein geschnitztes Bild zu machen, da sie auch keine Gestalt gesehen hatten, als Gott am Horeb zu ihnen gesprochen hatte. Im Fall Michas, der ein Götzenhaus hatte, kann man sehen, wie sich diese Art des Götzendienstes weiterentwickelte (Ri 17; 18). Siehe Micha .

Das Geheimnis aller Abscheulichkeiten des Götzendienstes ist, dass Satan ihre starke treibende Kraft ist. Israel wurde befohlen keine weiteren Schlachtopfer den Dämonen zu opfern (3. Mo 17,7 ). Sie „opferten ihre Söhne und Töchter den Dämonen" (Ps 106,37 ). Sie ließen ihre Kinder für den Moloch durchs Feuer gehen (2. Kön 23,10 ; Hes 23,37.39 ) und schlachteten „Kinder in den Tälern [...] unter den Klüften der Felsen" (Jes 57,5 ).

Auch der Götzendienst in Korinth mit seinem Ursprung in griechischer Mythologie wird als „den Dämonen opfern" bezeichnet (1. Kor 10,20 ). Satan, der wahre Ursprung und Förderer von alledem, weiß sehr wohl, wie er einen armen unwissenden Heiden dahin führen kann, mit imaginären Fetischen zufrieden zu sein. Die Griechen und Römer erfreuen sich an ihren stattlichen Statuen und die Brahmanen und Hindus rühmen sich ihres überlegenen und ausdifferenzierten Mystizismus. Satan hat auch die Anbetung der Jungfrau Maria und der Heiligen in die bekennende Kirche einführen können. Hier muss noch eine weitere Art des Götzendienstes hinzugefügt werden, zu dem Christen manchmal verführt werden, nämlich, dass sie etwas anderes als Christus den ersten Platz in ihren Herzen einnehmen lassen. Aber in ihm ist Gott geoffenbart worden, der das „Bild des unsichtbaren Gottes" (Kol 1,15 ), ja, der „wahrhaftige Gott" (1. Joh 5,20 ) ist. „Kinder, hütet euch vor den Götzen!" (1. Joh 5,21 ). Das Wort ειδωλον kommt von ειδος, „das, was gesehen wird". Die damit verbundene Habsucht wird im Besonderen als Götzendienst bezeichnet (Kol 3,5 ).


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Götter | Göttin

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