Ephraim – Bibel-Lexikon
Ephrem

Bedeutung des Namens
Éphraim = doppelte Fruchtbarkeit

1. Der zweite Sohn von Joseph und Asnat. Seine Nachkommenschaft bildete den Stamm Ephraim, und das Gebiet in Palästina, das ihm als Erbteil zufiel, trug ebenfalls diesen Namen. Als Israel die zwei Söhne Josephs segnete, setzte er Ephraim vor seinen älteren Bruder, und sagte, dass er größer sein würde und sein Same „eine Fülle von Nationen" werden würde (1. Mo 48,17-19). Über Ephraim selbst wird wenig berichtet, und von seinen Nachkommen ist Josua, der Sohn Nuns, der bekannteste. Der Stamm zählte im zweiten Jahr nach dem Auszug 40.500 kriegsfähige Männer, aber er verminderte sich während der vierzig Jahre der Wüstenwanderung auf 32.500 (4. Mo 1,33; 26,37).

Das Gebiet dieses Stammes lag im Herzen Palästinas. Im Norden grenzte es an Manasse, im Süden an Benjamin und im Westen an Dan. Es gab dort schöne Täler und stattliche Berge mit vielen Quellen und Flüssen. Die wichtigsten Städte waren Silo und Sichem.

Ephraim nahm den Platz des Erstgeborenen ein (Jer 31,9), da das Erstgeburtsrecht Ruben genommen und auf Joseph übertragen worden war (1. Chr 5,1.2). Auch der Ort der Bundeslade lag im Stamm Ephraim, daher finden wir in der Zeit der Richter, dass dieser Stamm seinen Einfluss geltend machte. Die Ephraimiter waren ärgerlich über Gideon, weil er sie nicht eher in den Krieg gerufen hatte, aber eine milde Antwort beruhigte ihren Zorn (Ri 7,24; 8,1-3). Ein weiteres Mal beklagten sie sich bei Jephta, dass er ohne sie gegen die Ammoniter gekämpft hatte, obwohl Jephta ihnen erklärte, dass er sie gerufen hatte, sie aber nicht geantwortet hatten. Sie sagten auch hochmütig über die Gileaditer, dass sie Flüchtlinge Ephraims wären. Damit meinten sie, dass die Gileaditer kein Stamm wären, sondern zu Ephraim gehörten, von wo sie entflohen waren. Der Konflikt verschärfte sich dahingehend, dass die Gileaditer die Furten des Jordan besetzten. Dann wurde allen, die den Fluss überqueren wollten, auferlegt das Wort Schibboleth auszusprechen (welches die Ephraimiter nur als Sibboleth aussprechen konnten). Dabei wurden 42.000 Mann von Ephraim erschlagen (Ri 12,1-6). So wurde dieser stolze und neidische Stamm dafür bestraft, dass er seine Brüder belästigte, obwohl sie selbst nicht die heidnischen Einwohner aus dem Land vertrieben hatten, wie sie es hätten tun sollen (Ri 1,29). Sie gleichen einigen in der Kirche, die im Stolz mit ihren Brüdern streiten, aber nicht Gottes Kampf gegen die geistige Bosheit kämpfen. Später gab der Herr Silo auf und erwählte nicht den Stamm Ephraim sondern Juda als Ort des Königtums und des Heiligtums.

Während der Regierungszeit von David und Salomo lesen wir sehr wenig über Ephraim. Er wird in den Psalmen zweimal „die Schutzwehr meines Hauptes" genannt (Ps 60,9; 108,9). Nach der Teilung der Stämme unter Rehabeam nahm Ephraim eine Vorrangstellung ein, was auch damit zusammenhing, dass die Orte Sichem und Samaria natürlicherweise in ihrem Gebiet lagen. Dies erklärt auch, warum die Propheten die zehn Stämme stets „Ephraim" nennen. Gleicherweise wurden die restlichen zwei Stämme Juda genannt (Hosea 5,3.5.13.14). Jesaja prophezeite, dass in 65 Jahren Ephraim zerschmettert werden und kein Volk mehr sein sollte (Jes 7,8). Diese Weissagung geschah 742 v. Chr. Im Jahr 721 v. Chr. wurde Samaria eingenommen und Israel in die Gefangenschaft geführt. Somit bezieht sich die Prophezeiung auf Esar-Haddon, welcher 678 v. Chr. eine Kolonie von fremden Völkern in Samaria ansiedelte, was die Erfüllung der 65 Jahre bedeutet. Dies stimmt ebenso mit der Prophezeihung überein, welche besagt, dass Samaria „Haupt Ephraims" ist (Jes 7,9).

In der Prophezeiung, die sich auf die zukünftigen Segnungen der zwölf Stämme bezieht, wird Ephraim als Repräsentant der zehn Stämme gesehen. Laut Hesekiel 37,16-22 werden die zwölf Stämme in ihrem eigenen Land zu einer Nation werden, mit einem König über ihnen - eine Prophezeiung, welche eindeutig bis heute nicht erfüllt ist, aber welche sicherlich zu dem von Gott festgelegten Zeitpunkt ihre Erfüllung finden wird.

2. Eine Stadt nahe den Schafherden Absaloms, wo er Amnon töten ließ (2. Sam 13,23).

3. Eine Stadt nahe der Wüste. Hierher zog sich der Herr Jesus mit seinen Jüngern von der drohenden Gewalt der Führer der Juden in Jerusalem zurück (Joh 11,54). Sie ist heute unter dem Namen et Taiyibeh, 31° 57' N, 35° 18' O, bekannt.