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Persien – Bibel-Lexikon

Die Perser waren zwischen Medien und dem Persischen Golf angesiedelt. Bis zur Zeit des König Kores, als die Königreiche Israels und Judas zu ihrem Ende kamen, ist sehr wenig bekannt über die Geschichte der Perser (2. Chr 36,22.23). Offenbar waren es mehrere Stämme, die sich zusammengeschlossen hatten, wobei die Vorfahren Kores’ die Führer des herrschenden Stammes waren. Sie eroberten Elam (auf Denkmälern „Ansham" genannt). Anfangs wurden sie jedoch von den Medern regiert, doch unter Kores wurde das Joch abgeschüttelt. Zusammen mit den Medern errichteten sie das zweite heidnische Reich, welches dem babylonischen Reich nachfolgte. In dem großen Bild in Daniel 2 wurde Nebukadnezar durch den Kopf aus Gold dargestellt. Das darauffolgende Reich war geringer, dargestellt durch die Brust und die Arme aus Silber (Daniel 2,31-39). Dies bezieht sich auf das Medo-Persische Reich. Es war insofern geringer, da die Vorsteher an den Gesetzen des Königs mitwirkten und der König dies nicht ändern konnte. Die Macht aus „Gold" war herabgesetzt. Das Reich wird außerdem mit einem Bären verglichen, der sich auf einer Seite aufrichtete und drei Rippen in seinem Maul zwischen den Zähnen hatte, ein Zeichen seiner Kraft und seiner Raubgier. Es wurde gesagt: „Steh auf, friss viel Fleisch!" (Dan 7,5).

Die Geschichte in Daniel 6 berichtet, dass Darius, der Meder, das Königreich bekam. Er war der erste König des Reiches. Dass er das Königreich bekam, steht nicht im Widerspruch dazu, dass Kores die Stadt Babylon einnahm, was in Jesaja 45,1.2 beschrieben wird. (Siehe Babylon.) Als Darius starb, folgte ihm Kores auf den Thron und regierte in Babylon. Von da an überwog im Reich das persische Element. In Esther 1,19 werden die Perser vor den Medern erwähnt. Dies stimmt auch mit der Aussage in Daniel 7, dass sich der Bär auf einer Seite aufrichtete, überein.

Weiterhin wird das Medo-Persische Reich in einem Widder mit zwei Hörnern dargestellt. Eines dieser Hörner war höher als das andere, obwohl es zuletzt wuchs. Es stieß nach Westen, nach Norden und nach Süden, „und kein Tier konnte vor ihm bestehen, und niemand rettete aus seiner Hand" (Dan 8,3.4). Auch dies deckt sich genau mit dem oben Gesagten. Das eine Horn, welches höher war als das andere, steht für Persien. Dasselbe Kapitel spricht von einem Ziegenbock, der auf den Widder zustürzte, ihn stieß, ihn zu Boden warf und ihn zertrat, „und niemand rettete den Widder aus seiner Hand"(Dan 8,5-7). Hier wird die Zerstörung des Persischen Reichs durch die Griechen in der Person Alexanders des Großen vorausgesagt.

Zu den Taten der persischen Könige siehe Ahasveros sowie die Namen der anderen Könige in Esra, Nehemia und Esther. Die folgende Übersicht zeigt die Abfolge der Könige mit ungefähren Zeitangaben.

Geschichtlicher Name

Zeit*

Biblischer Name

1. Kyaxares

633

Ahasveros (Dan 9,1)

2. Astyages

593

Wahrscheinlich Darius der Meder

3. Kyros, König von Persien

559

Kores (2. Chr 36,22)

- Einnahme Babylons

538

 

- Kyros regiert in Babylon

536

Kores (Esra 1,1)

4. Kambyses II., sein Sohn

529

Ahasveros (Esra 4,6)

5. Gaumata, ein Meder; gab sich als Smerdis / Bardiya aus

523

Artasasta (Esra 4,7)

6. Darius I., der Große (Hystaspis)

522

Darius I. (Esra 4,5; Hag 1,1 u.a.)

7. Xerxes I., sein Sohn

485

Ahasveros (Est 1,1)

8. Artabanos (sieben Monate)

465

 

9. Artaxerxes I. Langhand

464

Artasasta (Esra 7,1; Neh 2,1)

10. Xerxes II. (zwei Monate)

424

 

11. Sogdianos

423

 

12. Darius II.

423

Darius II. (Neh 12,22)

13. Artaxerxes II.

404

 

14. Artaxerxes III.

359

 

15. Arses

338

 

16. Darius III.

336

 

- Zerstörung des Reiches durch Alexander den Großen

331

 

* ungefährer Regierungsbeginn; alle Angaben v. Chr.

Gewöhnlich werden die oben genannten Zeitangaben für die persischen Könige verwendet. Bei Nr. 8 und 9 haben Usher und Hengstenberg jedoch nachgewiesen, dass die allgemein gebräuchlichen Daten nicht korrekt sind. Siehe Siebzig Jahrwochen Daniels. Das Babylonische Reich war in seiner Ausdehnung kleiner als das Persische. Das letztere umfasste die heutige Türkei, den Iran, Afghanistan und Pakistan (bis zum Indus) sowie einen großen Teil Ägyptens. Entsprechend den Aussagen der Schrift hatte es viel Fleisch gefressen. In Esther 1,1 lesen wir von 127 Landschaften. Siehe Daniel und Esther.

 


Verweise auf diesen Artikel:

Perser


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Heiden


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