www.bibelkommentare.de
www.bibelkommentare.de

Ankunft, Die zweite – Bibel-Lexikon

Bei dem Ausdruck „zweite Ankunft" handelt es sich einfach um das zweite Kommen des Herrn Jesus Christus auf diese Erde, was notwendigerweise voraussetzt, dass er bereits einmal hier gewesen ist. „Jetzt aber ist er einmal in der Vollendung der Zeitalter offenbart worden zur Abschaffung der Sünde durch sein Opfer. ... so wird auch der Christus ... zum zweiten Mal denen, die ihn erwarten, ohne1 O. getrennt von, ohne Beziehung zur; d.h. sein Kommen für die Seinen hat nichts mehr mit der Sünde zu tun. Sünde erscheinen zur Errettung." (Heb 9,26-28). Wie diese Stelle zeigt, ist die „zweite Erscheinung" ein schriftgemäßer Ausdruck. Die Schrift spricht von vielen bedeutsamen und ernsten Ereignissen, die im Zusammenhang mit der zweiten Erscheinung des Christus stehen. Sie werden in den zugehörigen Artikeln näher beschrieben werden (siehe Ende dieses Artikels).

Zwei Gesichtspunkte, die im Zusammenhang mit dem Kommen des Herrn Jesus stehen, sollten nie miteinander verwechselt werden, nämlich sein Kommen für seine Heiligen und sein Kommen mit seinen Heiligen. Diese Ereignisse können wie folgt veranschaulicht werden: Nehmen wir eine große Stadt oder Provinz an, die sich in Aufruhr gegen ihren Landesfürsten befindet und es ablehnt, seine Autorität anzuerkennen. Nach vielen Warnungen stellt der Fürst ein Heer auf, um die Empörer zu bestrafen. Er weiß jedoch, dass sich in dieser Stadt viele aufrichtige Untertanen befinden, die ihn und seine Herrschaftsansprüche in Treue anerkennen. Indem er sich der Stadt nähert, ruft er insgeheim alle diese treuen Untertanen aus der Stadt heraus, die sie freudig verlassen, um ihm zu begegnen. Er stürmt die Stadt und zieht mit denen ein, die sich ihm bereits angeschlossen haben. So bestraft er die Rebellen und belohnt jene, welche treu gewesen waren. - Während die Ankunft des Fürsten für die einen also den Tag ihrer glücklichen Befreiung bedeutet, zieht er für die anderen Gericht nach sich.

Beide Gesichtspunkte des Kommens des Herrn Jesus werden in der Schrift deutlich gezeigt. 1. Thessalonicher 4,15-18 spricht davon, dass Christus für seine Heiligen kommt, um sie in ihre ewige Freude einzuführen. Judas 14.15 dagegen spricht davon, dass Christus kommt, um gegen seine Feinde Gericht auszuüben. Ein weiterer zu beachtender Unterschied besteht darin, dass Christus bei seinem Kommen für die Heiligen tatsächlich nicht bis auf die Erde kommen wird. Der oben erwähnte Abschnitt aus dem 1. Thessalonicherbrief zeigt, dass die Heiligen aufgenommen werden in Wolken, um dem Herrn in der Luft zu begegnen. Dieses Ereignis wird häufig Entrückung genannt. Es wird ein Zusammentreffen sein, das bei weitem zu heilig ist, um von den Augen der Gottlosen gesehen zu werden und daher in den Wolken stattfindet. (Die Entrückung betrifft übrigens sowohl die zu diesem Zeitpunkt lebenden als auch die bereits heimgegangenen Gläubigen.) Es wird nie mehr eine Trennung geben. Diejenigen, die auf diese Weise entrückt werden, werden für immer bei dem Herrn sein. Der Hauptgesichtspunkt bei der Auferstehung und Entrückung der Heiligen jedoch ist, dass dies Gottes Antwort in allen Gläubigen ist, die an der herrlichen Würde seines eigenen Sohnes im Glauben festhalten.

Das ist die glückselige Hoffnung des Christen. In der Schrift wird kein Ereignis erwähnt, das vor der Entrückung der Heiligen stattfinden müsste. Sie sollten daher zu jeder Zeit die Rückkehr des Herrn erwarten, der wiederkommt, um alle seine Heiligen zusammen hinwegzunehmen (Joh 14,1-3; 1. Thes 1,9.10).

In anderen Schriftstellen wird gezeigt, dass zwischen der Entrückung der Heiligen und dem Kommen des Herrn auf diese Erde eine Zeitspanne liegen wird. Z.B. erfährt man aus 2. Thessalonicher 2, dass der Tag des Herrn nicht kommen kann, es sei denn, dass zuvor der Antichrist geoffenbart sein wird, denn der Herr wird bei seinem Kommen diesen Gesetzlosen verzehren. In Offenbarung 13 wird gezeigt, dass der Antichrist mit einem weiteren „Tier" zusammen arbeiten wird, dem Haupt des zukünftigen Römischen Reiches. Aus Dan 9 wird deutlich, dass dieser letztgenannte Herrscher einen Bund mit Israel machen wird, diesen Bund jedoch in der Mitte der Woche brechen wird. Alle diese Stellen zusammen genommen deuten darauf hin, dass dieser scheinbare Sieg des Bösen sich über mindestens sieben Jahre erstrecken wird, von denen an anderer Stelle als von der letzten Woche der siebzig Jahrwochen Daniels gesprochen wird (s. Siebzig Jahrwochen Daniels).

Dass der Herr Jesus tatsächlich auf die Erde kommen wird, wird deutlich in Apg 1,11 gesagt: „Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird ebenso kommen, wie ihr ihn habt auffahren sehen in den Himmel." „Seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem im Osten liegt" (Sach 14,4). „Und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht; ... wer wird bei seinem Erscheinen bestehen?" (Mal 3,1.2)

Für die mit dem zweiten Kommen des Herrn Jesus in Verbindung stehenden Ereignisse siehe Erscheinung des Christus; Tag des Herrn; Gericht; Reich; Tausendjähriges Reich

 


Fußnoten

1 O. getrennt von, ohne Beziehung zur; d.h. sein Kommen für die Seinen hat nichts mehr mit der Sünde zu tun.


Kategorien:

Prophetie / Endzeit


Anna »« Anker