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Zehn Plagen - Bibel-Lexikon

 

Zehn Plagen

Die zehn Plagen stehen im Zusammenhang mit dem Auszug des Volkes Israels aus Ägypten, dem sich der Pharao wiederholt entgegenzustellen versuchte. Gott bewirkte daher die zehn Plagen, um dem Pharao und den Ägyptern zu zeigen, mit was für einem Gott sie es zu tun hatten - einem Gott der Macht, dem alle Elemente der Schöpfung zur Verfügung stehen (2. Mo 7 - 12).

1. Die Plage des Blutes

Das Wasser des Nils und seiner Kanäle und Teiche wurde zu Blut verwandelt. Daraufhin stank das Wasser und die Fische starben. Dies war eine echte Strafe für die Ägypter, denn der Nil lieferte das wertvolle Trinkwasser. Außerdem war der Fluss Lebensraum für eine Überfülle an Fisch. Das geht aus den Bemerkungen der Israeliten hervor, als sie in der Wüste den Fisch nicht vergessen konnten, den sie umsonst gegessen hatten (4. Mo 11,5). Da die ägyptischen Magier das Wasser auch zu Blut verwandeln konnten, und damit die große Macht des Gottes Israels scheinbar nichts Besonderes war, verhärtete der Pharao sein Herz.

2. Frösche

Das Land wurde von Froschschwärmen überfallen. Sie gelangten in die Schlafzimmer, in die Öfen und Backtröge. Die ägyptischen Magier waren ebenfalls in der Lage, Frösche hervorzubringen. Die Gegenwart der Frösche war so unerträglich, dass der Pharao nach Mose rief und ihn bat, den Herrn um ihre Wegnahme zu bitten, und versprach, dass er das Volk ziehen lassen würde. Die Frösche starben und wurden haufenweise eingesammelt, aber mit der Erleichterung verhärtete der Pharao sein Herz und ließ das Volk nicht wegziehen.

3. Stechmücken (hebr. ken, kinnim)

Der Staub der Erde wurde zu Stechmücken für Mensch und Tier. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um Moskitos. Die Magier konnten dies nicht nachmachen, denn es war die Neuschaffung von Leben. Sie mussten anerkennen: „Das ist Gottes Finger!” (2. Mo 8,15). Trotzdem verhärtete sich das Herz des Pharaos und er ließ das Volk nicht ziehen.

4. Hundsfliegen

Die Bedeutung des hebräischen Wortes arob ist etwas unklar. Es gibt ein Insekt, das unglaublich zerstörerisch ist und innerhalb von kurzer Zeit das Holz des Hauses ruiniert. Ohne Zweifel könnte auch die gewöhnliche Fliege von Ägypten gemeint sein. Sie ist störend, verdirbt sehr schnell das Essen und greift ständig den Körper an. Eine Sache, durch die diese Plage charakterisiert wird, ist, dass diese Insekten nicht in das Land Gosen gesandt wurden, wo die Israeliten lebten. Die Plage wurde als so schlimm empfunden, dass der Pharao sich beeilte, Mose herzurufen, und vorschlug, dass sie ihr Opfer haben könnten, aber in Ägypten. Dem wollte Mose jedoch nicht zustimmen, denn die Israeliten hatten vor, Tiere zu opfern, welche die Ägypter anbeteten. Schließlich willigte der Pharao in ihr Weggehen ein, aber sie sollten nicht zu weit weg gehen. Jedoch weigerte sich der Pharao wieder, sobald die Plage weggenommen worden war, Israel ziehen zu lassen.

5. Viehpest

Alle Rinder, Pferde, Esel, Kamele und Schafe wurden von der Krankheit befallen und alle infizierten Tiere starben. Von dem Vieh der Kinder Israel wurde keins geschlagen. Pharao sandte aus, um sich das bestätigen zu lassen, und man möchte meinen, dass er sich, als er hörte, dass sie alle gesund waren, davon hätte überzeugen lassen, dass es der Allmächtige war, gegen den er kämpfte. Aber er ließ Israel nicht ziehen.

6. Beulen/Geschwüre

Menschen und Tiere wurden von Beulen befallen. Die Magier waren jetzt ebenso befallen, sodass sie nicht mehr vor dem Pharao stehen konnten wie die anderen Male. Aber der Pharao verhärtete sein Herz und weigerte sich, das Volk gehen zu lassen.

7. Hagel

Es war ein gewaltiges Unwetter mit Hagel, Donner und Blitz; Feuer fuhr mitten darunter zur Erde. Es hatte noch keinen so heftigen Sturm gegeben, seit Ägypten eine Nation geworden war. Wieder wurde Gosen verschont, dort gab es keinen Hagel. Der Pharao sagte: „Ich habe dieses Mal gesündigt. Der Herr ist der Gerechte, ich aber und mein Volk sind die Schuldigen. Fleht zu dem Herrn, und es sei genug des Donners Gottes und des Hagels; so will ich euch ziehen lassen, und ihr sollt nicht länger bleiben” (2. Mo 9,28). Hagel und Donner hörten auf, aber der Pharao ließ Israel nicht ziehen.

8. Heuschrecken

Mose drohte diese Plage an, woraufhin der Pharao von seinen Knechten aufgefordert wurde, das Volk ziehen zu lassen. Dieser rief Mose und Aaron und sagte: „Zieht hin, dient dem Herrn, eurem Gott. Welche alle sind es, die ziehen sollen?” (2. Mo 10,8). Alle sollten ziehen, war die Antwort, mit dem Kleinvieh und den Rindern. Der Pharao weigerte sich wieder, sagte aber, dass die Männer gehen könnten. Die Verwüstung durch die Heuschrecken war so schlimm, dass der Pharao „eilends” nach Mose und Aaron rief und bekannte, dass er gegen den Herrn gesündigt hatte, und bat, dass „dieser Tod” von ihm weggenommen würde. Ein Westwind nahm die Heuschrecken weg, aber Pharaos Herz verhärtete sich; und wieder weigerte er sich.

9. Finsternis

„Sie sahen einer den anderen nicht, und keiner stand von seiner Stelle auf drei Tage lang; aber alle Kinder Israel hatten Licht in ihren Wohnungen.” Es war eine Finsternis, die man fühlen konnte, und der Pharao rief Mose, und bat die Israeliten, mit ihren Frauen und Kindern zu ziehen, aber sie sollten ihr Kleinvieh und ihre Rinder zurücklassen. Mose konnte nicht zustimmen, denn alle sollten ziehen, „nicht eine Klaue darf zurückbleiben" (2. Mo 10,26). Es war Gottes Erlösung. Der Pharao sagte zornig: „Hüte dich, sieh mein Angesicht nicht wieder! Denn an dem Tag, da du mein Angesicht siehst, wirst du sterben” (2. Mo 10,28). Mose antwortete: „Du hast recht geredet, ich werde dein Angesicht nicht mehr wieder sehen”. Das steht in 2. Mose 10,29, aber aus 2. Mose 11,4-8 wird klar, dass Mose dem Pharao noch vor dem Tod des Erstgeborenen warnt. Vielleicht geschah das bei demselben Besuch, indem Gott Mose eine direkte Botschaft eingab. Wir lesen, dass Mose, obwohl der sanftmütigste Mann, „in glühendem Zorn” vom Pharao wegging.

10. Tod aller Erstgeburt

„Vom Erstgeborenen des Pharaos, der auf seinem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen, der im Kerker war, und alle Erstgeburt des Viehs” (2. Mo 12,29). Die Israeliten hatten das Passahlamm vorbereitet und dessen Blut an den Türsturz und die Pfosten gesprengt, und der Verderber ging an ihnen vorüber. Dies ist ein Bild des kostbaren Blutes Christi, das Zeugnis davon gibt, dass Gericht am Menschen ausgeführt worden ist. Es ist der Ausgangspunkt aller weiteren Gnadenhandlungen Gottes. Mose und Aaron wurden gerufen, und man befahl ihnen, mit dem Kleinvieh und den Rindern wegzuziehen. Die Ägypter drängten sie sogar sich zu beeilen und riefen aus: „Wir alle sind des Todes!” (2. Mo 12,33). So brachte Gott das schlimme Gericht über Ägypten, um den Pharao wissen zu lassen, dass er allein der mächtige Gott war, und um seine auserwähltes Volk mit erhobener Hand zu erlösen.



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