Lukas 9 – Studienbibel

Unrevidierte Elberfelder Übersetzung von 1932 (Vorwort)
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Ansicht

1 Als er aber die Zwölfe zusammengerufen hatte, gab er ihnen KraftKraft und GewaltGewalt über alle Dämonen, und Krankheiten zu heilen; [Mt 9,35 - 10,1; Mk 6,6-13] 2 und er sandte sie, das Reich GottesReich Gottes zu predigenpredigen und die Kranken gesund zu machen. 3 Und er sprach zu ihnen: Nehmet nichts mit auf den Weg: weder Stab, noch TascheTasche, noch BrotBrot, noch GeldGeld, noch soll jemand zwei Leibröcke haben. 4 Und in welches HausHaus irgend ihr eintretet, daselbst bleibet, und von dannen gehet aus. 5 Und so viele euch etwa nicht aufnehmen werden - gehet fort aus jener Stadt und schüttelt auch den StaubStaub von euren Füßen, zum ZeugnisZeugnis wider sie. 6 Sie gingen aber aus und durchzogen die DörferDörfer nacheinander, indem sie das EvangeliumEvangelium verkündigten und überall heilten. 7 Es hörte aber HerodesHerodes, der VierfürstVierfürst, alles was [durch ihn] geschehen war, und er war in Verlegenheit, weil von etlichen gesagt wurde, daß JohannesJohannes aus den Toten auferweckt worden sei; [Mt 14,1-12; Mk 6,14-29] 8 von etlichen aber, daß EliasElias erschienen, von anderen aber, daß einer der alten ProphetenPropheten1 auferstanden sei. 9 Und HerodesHerodes sprach: JohannesJohannes habe ich enthauptet; wer aber ist dieser, von dem ich solches höre? Und er suchte ihn zu sehen.

10 Und als die ApostelApostel zurückkehrten, erzählten sie ihm alles, was sie getan hatten; und er nahm sie mit und zog sich besonders zurück nach [einem öden Ort] einer Stadt, mit NamenNamen BethsaidaBethsaida. [Mt 14,13-21; Mk 6,30-44; Joh 6,1-14] 11 Als aber die Volksmengen es erfuhren, folgten sie ihm; und er nahm sie auf und redete zu ihnen vom ReicheReiche GottesGottes, und die der HeilungHeilung bedurften machtemachte er gesund. 12 Der TagTag aber begann sich zu neigen, und die Zwölfe traten herzu und sprachensprachen zu ihm: Entlaß die Volksmenge, auf daß sie in die DörferDörfer ringsum und aufs Land gehen und HerbergeHerberge und Speise finden; denn hier sind wir an einem öden Orte. 13 Er sprach aber zu ihnen: GebetGebet ihr ihnen zu essenessen. Sie aber sprachensprachen: Wir haben nicht mehr als fünffünf BroteBrote und zwei FischeFische, es sei denn, daß wir hingingen und für dieses ganze Volk Speise kauften. 14 Denn es waren bei fünftausend MannMann. Er sprach aber zu seinen JüngernJüngern: Laßt sie sich reihenweise zu je fünfzig niederlegen. 15 Und sie taten also und ließen alle sich lagernlagern. 16 Er nahm aber die fünffünf BroteBrote und die zwei FischeFische, blickte auf gen HimmelHimmel und segnete sie; und er brach sie und gab sie den JüngernJüngern, um der Volksmenge vorzulegen. 17 Und sie aßen und wurden alle gesättigt; und es wurde aufgehoben, was ihnen an Brocken übriggeblieben war, zwölf Handkörbe voll.

18 Und es geschah, als er allein betete, waren die JüngerJünger bei ihm; und er fragte sie und sprach: Wer sagen die Volksmengen, daß ich sei? [Mt 16,13-20; Mk 8,27-30] 19 Sie aber antworteten und sprachensprachen: Johannes der TäuferJohannes der Täufer; andere aber: EliasElias; andere aber, daß einer der alten ProphetenPropheten auferstanden sei. 20 Er sprach aber zu ihnen: Ihr aber, wer saget ihr, daß ich sei? PetrusPetrus aber antwortete und sprach: Der ChristusDer Christus GottesGottes. 21 Er aber bedrohte sie und gebot ihnen, dies niemand zu sagen, 22 und sprach: Der SohnDer Sohn des Menschen muß vieles leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten, und getötet und am dritten TageTage auferweckt werden. [Mt 16,21-28; Mk 8,31 - 9,1] 23 Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein KreuzKreuz auf täglich und folge mir nach. 24 Denn wer irgend sein LebenLeben erretten will, wird es verlieren; wer aber irgend sein LebenLeben verliert um meinetwillen, der wird es erretten. 25 Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze WeltWelt gewönne, sich selbst aber verlöre oder einbüßte? 26 Denn wer irgend sich meiner und meiner WorteWorte schämt, dessen wird der Sohnder Sohn des Menschen sich schämen, wenn er kommen wird in seiner HerrlichkeitHerrlichkeit und der des VatersVaters und der heiligen EngelEngel. 27 Ich sagesage euch aber in WahrheitWahrheit: Es sind etliche von denen, die hier stehen, welche den TodTod nicht schmecken werden, bis sie das Reich GottesReich Gottes gesehen haben.

28 Es geschah aber bei achtacht Tagen nach diesen Worten, daß er PetrusPetrus und JohannesJohannes und JakobusJakobus mitnahm und auf den BergBerg stieg, um zu betenbeten. [Mt 17,1-13; Mk 9,2-13] 29 Und indem er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders und sein GewandGewand weiß, strahlend. 30 Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, welche MosesMoses und EliasElias waren. 31 Diese erschienen in HerrlichkeitHerrlichkeit und besprachen seinen Ausgang, den er in JerusalemJerusalem erfüllen sollte2. 32 PetrusPetrus aber und die mit ihm waren, waren beschwert vom Schlaf; als sie aber völlig aufgewacht waren, sahen sie seine HerrlichkeitHerrlichkeit und die zwei Männer, welche bei ihm standen. 33 Und es geschah, als sie von ihm schieden, sprach PetrusPetrus zu Jesu: MeisterMeister, es ist gut, daß wir hier sind; und laß uns dreidrei HüttenHütten machen, dir eine und MosesMoses eine und EliasElias eine; und er wußte nicht, was er sagte. 34 Als er aber dies sagte, kam eine WolkeWolke und überschattete3 sie. Sie fürchteten sich aber, als sie in die WolkeWolke eintraten; 35 und es geschah eine Stimme aus der WolkeWolke, welche sagte: Dieser ist mein geliebter SohnSohn, ihn höret. 36 Und indem die Stimme geschah, wurde JesusJesus allein gefunden. Und sie schwiegen und verkündeten in jenen Tagen niemand etwas von dem, was sie gesehen hatten.

37 Es geschah aber an dem folgenden TageTage, als sie von dem BergeBerge herabgestiegen waren, kam ihm eine große Volksmenge entgegen. [Mt 17,14-21; Mk 9,14-29] 38 Und siehe, ein MannMann aus der Volksmenge rief laut und sprach: LehrerLehrer, ich bitte dich, blicke hin auf meinen SohnSohn, denn er ist mein eingeborenereingeborener; 39 und siehe, ein GeistGeist ergreift ihn, und plötzlich schreit er, und er zerrt ihn unter Schäumen, und mit Mühe weicht er von ihm, indem er ihn aufreibt. 40 Und ich batbat deine JüngerJünger, daß sie ihn austreiben möchten, und sie konnten es nicht. 41 JesusJesus aber antwortete und sprach: O ungläubiges und verkehrtes GeschlechtGeschlecht, bis wann soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bringe deinen SohnSohn her. 42 Während er aber noch herzukam, riß ihn der DämonDämon und zog ihn zerrend zusammen. JesusJesus aber bedrohte den unreinen GeistGeist und heilte den Knaben und gab ihn seinem VaterVater zurück. 43 Sie erstaunten aber alle sehr über die herrliche Größe GottesGottes.

Als sich aber alle verwunderten über alles was [JesusJesus] tat, sprach er zu seinen JüngernJüngern: [Mt 17,22; Mt 17,23; Mk 9,30-32] 44 Fasset ihr diese WorteWorte in eure Ohren; denn der Sohnder Sohn des Menschen wird überliefert werden4 in der Menschen Hände. 45 Sie aber verstanden dieses WortWort nicht, und es war vor ihnen verborgen, auf daß sie es nicht vernähmen; und sie fürchteten sich, ihn über dieses WortWort zu fragen. 46 Es entstand aber unter ihnen eine Überlegung, wer wohl der Größte5 unter ihnen wäre. [Mt 18,1-14; Mk 9,33-50] 47 Als JesusJesus aber die Überlegung ihres Herzens sah, nahm er ein Kindlein und stellte es neben sich 48 und sprach zu ihnen: Wer irgend dieses Kindlein aufnehmen wird in meinem NamenNamen6, nimmt mich auf; und wer irgend mich aufnehmen wird, nimmt den auf, der mich gesandt hat; denn wer der Kleinste7 ist unter euch allen, der ist groß. 49 JohannesJohannes aber antwortete und sprach: MeisterMeister, wir sahen jemand Dämonen austreiben in deinem NamenNamen8, und wir wehrten ihm, weil er dir nicht mit uns nachfolgt. 50 Und JesusJesus sprach zu ihm: Wehret nicht; denn wer nicht wider euch ist, ist für euch.

51 Es geschah aber, als sich die TageTage seiner Aufnahme erfüllten, daß er sein Angesicht feststellte, nach JerusalemJerusalem zu gehen. [Mt 19,1; Mk 10,1; Joh 7,2-10] 52 Und er sandte Boten vor seinem Angesicht her; und sie gingen hin und kamen in ein DorfDorf der SamariterSamariter, um für ihn zuzubereiten. 53 Und sie nahmen ihn nicht auf, weil sein Angesicht nach JerusalemJerusalem hin gerichtet war9. 54 Als aber seine JüngerJünger JakobusJakobus und JohannesJohannes es sahen, sprachensprachen sie: HerrHerr, willst du, daß wir FeuerFeuer vom HimmelHimmel herabfallen und sie verzehren heißen, wie auch EliasElias tat? 55 Er wandte sich aber um und strafte sie [und sprach: Ihr wisset nicht, wes GeistesGeistes ihr seid]. 56 Und sie gingen nach einem anderen DorfeDorfe.

57 Es geschah aber, als sie auf dem Wege dahinzogen, sprach einer zu ihm: Ich will dir nachfolgen, wohin irgend du gehst, HerrHerr. [Mt 8,18-22] 58 Und JesusJesus sprach zu ihm: Die Füchse haben HöhlenHöhlen und die VögelVögel des HimmelsHimmels Nester; aber der Sohnder Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein HauptHaupt hinlege. 59 Er sprach aber zu einem anderen: Folge mir nach. Der aber sprach: HerrHerr, erlaube mir zuvor hinzugehen und meinen VaterVater zu begraben. 60 JesusJesus aber sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben, du aber gehe hin und verkündige das Reich GottesReich Gottes. 61 Es sprach aber auch ein anderer: Ich will dir nachfolgen, HerrHerr; zuvor aber erlaube mir, Abschied zu nehmen von denen, die in meinem HauseHause sind. 62 JesusJesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist geschickt zum ReicheReiche GottesGottes.

Fußnoten

  • 1 W. ein Prophet, einer der alten; so auch V. 19
  • 2 O. zu erfüllen im Begriff stand
  • 3 S. die Anm. zu Mt 17,5
  • 4 O. steht im Begriff überliefert zu werden
  • 5 W. größer
  • 6 Eig. auf Grund meines (deines) Namens
  • 7 W. kleiner
  • 8 Eig. auf Grund meines (deines) Namens
  • 9 Eig. auf der Reise nach Jerusalem war