Lukas 20 – Studienbibel

Unrevidierte Elberfelder Übersetzung von 1932 (Vorwort)
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1 Und es geschah an einem der TageTage, als er das Volk im TempelTempel1 lehrte und das EvangeliumEvangelium verkündigte, da traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten mit den Ältesten herzu [Mt 21,23-32; Mk 11,27-33] 2 und sprachensprachen zu ihm und sagten: SageSage uns, in welchem Recht2 tust du diese Dinge? oder wer ist es, der dir dieses Recht gegeben hat? 3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch ein WortWort fragen, und saget mir: 4 Die TaufeTaufe JohannesJohannes', war sie vom HimmelHimmel oder von Menschen? 5 Sie aber überlegten miteinander und sprachensprachen: Wenn wir sagen: vom HimmelHimmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm nicht geglaubt? 6 Wenn wir aber sagen: von Menschen, so wird das ganze Volk uns steinigen, denn es ist überzeugt, daß JohannesJohannes ein ProphetProphet ist. 7 Und sie antworteten, sie wüßten nicht, woher. 8 Und JesusJesus sprach zu ihnen: So sagesage auch ich euch nicht, in welchem Recht ich diese Dinge tue.

9 Er fing aber an, zu dem Volke dieses GleichnisGleichnis zu sagen: Ein MenschMensch pflanzte einen WeinbergWeinberg und verdingte ihn an WeingärtnerWeingärtner3 und reiste für lange ZeitZeit außer Landes. [Mt 21,33-46; Mk 12,1-12] 10 Und zur bestimmten ZeitZeit sandte er einen KnechtKnecht4 zu den WeingärtnernWeingärtnern, auf daß sie ihm von der Frucht des WeinbergsWeinbergs gäben; die WeingärtnerWeingärtner aber schlugen ihn und schickten ihn leer fort. 11 Und er fuhr fort und sandte einen anderen KnechtKnecht5; sie aber schlugen auch den und behandelten ihn verächtlich und schickten ihn leer fort. 12 Und er fuhr fort und sandte einen dritten; sie aber verwundeten auch diesen und warfen ihn hinaus. 13 Der HerrHerr des WeinbergsWeinbergs aber sprach: Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten SohnSohn senden; vielleicht, wenn sie diesen sehen, werden sie sich scheuen. 14 Als aber die WeingärtnerWeingärtner ihn sahen, überlegten sie miteinander und sagten: Dieser ist der ErbeErbe; [kommt,] laßt uns ihn töten, auf daß das ErbeErbe unser werde. 15 Und als sie ihn aus dem WeinbergWeinberg hinausgeworfen hatten, töteten sie ihn. Was wird nun der HerrHerr des WeinbergsWeinbergs ihnen tun? 16 Er wird kommen und diese WeingärtnerWeingärtner umbringen und den WeinbergWeinberg anderen geben. Als sie aber das hörten, sprachensprachen sie: Das sei ferneDas sei ferne! 17 Er aber sah sie an und sprach: Was ist denn dies, das geschrieben steht: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum EcksteinEckstein6 geworden“?7 [Ps 118,22-23] 18 Jeder, der auf jenen Stein fällt, wird zerschmettert werden; auf welchen irgend er aber fallen wird, den wird er zermalmen. 19 Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten zu derselben StundeStunde die Hände an ihn zu legen, und sie fürchteten das Volk; denn sie erkannten, daß er dieses GleichnisGleichnis auf sie geredet hatte.

20 Und sie beobachteten ihn und sandten Auflaurer8 aus, die sich verstellten, als ob sie gerecht wären, auf daß sie ihn in seiner Rede fingen, damit sie ihn der Obrigkeit und der GewaltGewalt des LandpflegersLandpflegers überliefern möchten. [Mt 22,15-22; Mk 12,13-17] 21 Und sie fragten ihn und sagten: LehrerLehrer, wir wissenwissen, daß du recht redest und lehrst und die Person nicht ansiehst, sondern den Weg GottesGottes in WahrheitWahrheit lehrst. 22 Ist es uns erlaubt, dem KaiserKaiser Steuer zu geben oder nicht? 23 Aber ihre Arglist wahrnehmend, sprach er zu ihnen: Was versuchet ihr mich? 24 Zeiget mir einen DenarDenar. Wessen BildBild und Überschrift hat er? Sie aber antworteten und sprachensprachen: Des KaisersKaisers. 25 Er aber sprach zu ihnen: GebetGebet daher dem KaiserKaiser, was des KaisersKaisers ist, und GottGott, was GottesGottes ist. 26 Und sie vermochten nicht, ihn in seinem WorteWorte vor dem Volke zu fangen; und sie verwunderten sich über seine Antwort und schwiegen.

27 Es kamen aber etliche der SadducäerSadducäer herzu, welche einwenden, es gebe keine AuferstehungAuferstehung, und fragten ihn [Mt 22,23-33; Mk 12,18-27] 28 und sagten: LehrerLehrer, MosesMoses hat uns geschrieben: Wenn jemandes BruderBruder stirbt, der ein Weib hat, und dieser kinderlos stirbt, daß sein BruderBruder das Weib nehme und seinem BruderBruder Samen erwecke.9 29 Es waren nun siebensieben BrüderBrüder. Und der erste nahm ein Weib und starb kinderlos; 30 und der zweite [nahm das Weib, und dieser starb kinderlos;] 31 und der dritte nahm sie; desgleichen aber auch die siebensieben hinterließen keine KinderKinder und starben. 32 Zuletzt aber [von allen] starb auch das Weib. 33 In der AuferstehungAuferstehung nun, wessen Weib von ihnen wird sie? denn die siebensieben hatten sie zum Weibe. 34 Und JesusJesus sprach zu ihnen: Die Söhne dieser WeltWelt10 heiraten und werden verheiratet; 35 die aber würdig geachtet werden, jener WeltWelt11 teilhaftig zu sein und der AuferstehungAuferstehung aus den Toten, heiraten nicht, noch werden sie verheiratet; 36 denn sie können auch nicht mehr sterbensterben, denn sie sind Engeln gleich und sind Söhne GottesSöhne Gottes, da sie Söhne der AuferstehungAuferstehung sind. 37 Daß aber die Toten auferstehen, hat auch MosesMoses angedeutet „in dem DornbuschDornbusch“, wenn er den HerrnHerrn „den GottGott AbrahamsAbrahams und den GottGott IsaaksIsaaks und den GottGott JakobsJakobs“ nennt.12 [2. Mo 3,5-8; 2. Mo 3,10] 38 Er ist aber nicht GottGott der Toten, sondern der Lebendigen; denn für ihn lebenleben alle. 39 Einige der Schriftgelehrten aber antworteten und sprachensprachen: LehrerLehrer, du hast wohl13 gesprochen. 40 Denn sie wagten nicht mehr, ihn über irgend etwas zu befragen.

41 Er aber sprach zu ihnen: Wie sagen sie, daß der Christusder Christus DavidsDavids SohnSohn sei, [Mt 22,41-46; Mk 12,35-37] 42 und DavidDavid selbst sagt im BucheBuche der PsalmenPsalmen: „Der HerrHerr sprach zu meinem HerrnHerrn: Setze dich zu meiner Rechten, [Ps 110,1] 43 bis ich deine Feinde lege zum SchemelSchemel deiner Füße“?14 44 DavidDavid also nennt ihn HerrHerr, und wie ist er sein SohnSohn?

45 Während aber das ganze Volk zuhörte, sprach er zu seinen JüngernJüngern: [Mt 23,1-39; Mk 12,38-40] 46 Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern einhergehen wollen und die Begrüßungen auf den Märkten lieben und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern; 47 welche die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein15 lange GebeteGebete halten. Diese werden ein schwereres GerichtGericht empfangen.

Fußnoten

  • 1 die Gebäude (s. die Anm. zu Mt 4,5); so auch Kap. 21,5.37.38; 22,52.53; 24,53
  • 2 O. welcher Vollmacht; so auch nachher
  • 3 Eig. Ackerbauer; so auch V. 10 usw.
  • 4 O. Sklaven
  • 5 O. Sklaven
  • 6 W. Haupt der Ecke
  • 7 Ps 118,22
  • 8 O. Bestochene
  • 9 5. Mose, 25,5
  • 10 O. dieses (jenes) Zeitalters
  • 11 O. dieses (jenes) Zeitalters
  • 12 2. Mose 3,6
  • 13 O. wie anderswo: trefflich
  • 14 Ps 110,1
  • 15 O. Vorwand