Was gebietet der Herr den Jüngern bezüglich Stab und Sandalen?

Sowohl in Matthäus 10,9.10 als auch in Markus 6,8 sendet der Herr Jesus die Jünger aus. Dabei gebietet er ihnen in Matthäus 10,10, weder „Sandalen, noch einen Stab“ mitzunehmen. In Markus 6,8 jedoch lesen wir: „und er gebot ihnen, nichts mitzunehmen auf den Weg als nur einen Stab", und Sandalen unterzubinden. Das widerspricht sich doch, oder?

Bibelstelle(n): Matthäus 10,9.10; Markus 6,7.8; Lukas 22,35

Nein, die beiden Stellen widersprechen sich nur scheinbar! In beiden Stellen gibt der Herr Jesus den Jüngern den Befehl „zu den verlorenen Schafen des Hauses Israels“ zu gehen, um ihnen das Evangelium des Reiches zu verkündigen. Er gibt ihnen die Kraft, Kranke zu heilen, Tote aufzuwecken, Aussätzige zu reinigen und Dämonen auszutreiben. Mit den Worten „umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt“ (Mt 10,8) macht der Herr den Jüngern klar, dass das Evangelium nicht „verkauft“ werden und keine Gegenleistung erwartet werden soll – ein Grundprinzip, das auch heute noch gilt. Dennoch sagt er auch: „der Arbeiter ist seiner Nahrung wert“ (Mt 10,10) und macht damit klar, dass sie nicht unversorgt bleiben würden. Er, der sie aussandte, würde sie versorgen. Als der Herr seine Jünger später fragte: „Als ich euch ohne Geldbeutel und Tasche und Sandale sandte, fehlte es euch wohl an etwas?“ konnte sie auch tatsächlich antworten: „An nichts“ (Lk 22,35). Ein weiteres Grundprinzip: Der Herr versorgt seine Diener – auch heute!

Wenn wir Matthäus 10,10 und Markus 6,9 mit Blick auf die Dinge, die die Jünger mitnehmen, bzw. nicht mitnehmen sollten vergleichen und auch noch Lukas 22,35 einbeziehen, scheint es in der Tat auf den ersten Blick so, also ob sich die Anweisungen des Herrn bezüglich Stab und Sandalen widersprächen:

Matthäus 10,10

Markus 6,8

 - kein Gold, Silber und Kupfer

 - kein Geld

 - keine Tasche

 - keine Tasche

 - keine zwei Unterkleider

 - keine zwei Unterkleider

 - keine Sandalen

 - Sandalen sollten untergebunden werden

 - keinen Stab

 - Stab sollte mitgenommen werden

 

 - kein Brot

 

Abgesehen von dem Brot, das in Markus 6,8 zusätzlich erwähnt wird, aber weiter keine Schwierigkeit darstellt, stimmten beide Stellen in den anderen Punkten überein. Was den Stab und die Sandalen angeht, so löst sich das scheinbare Problem, wenn wir auf die genauen Worte des Herrn achten. In Matthäus 10,9 sagt der Herr: „verschafft euch nicht …“, wohingegen Er in Markus 6,8 ihnen gebietet, diese Dinge nicht „mitzunehmen“! Es scheint, dass der Herr damit ausdrücken will, dass die Jünger sich nicht über das hinaus was sie bei sich hatten extra für diese Reise vorbereiten sollten. Die Sandalen, die sie anhatten, und der Stab, den man gewöhnlich bei sich hatte, wenn man reiste, sollten sie mitnehmen; aber sie sollten für das was sie eventuell auf der Reise brauchten, sei es an Geld, Nahrung oder Kleidung, keine Vorsorge leisten. Der Herr selber würde sie versorgen!


Online seit dem 16.12.2012.


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