Wer sind die Heiligen, die mit Christus tausend Jahre herrschen?

Bibelstelle(n): Offenbarung 20,4-6

Die tausendjährige Herrschaft Christi ist in der Hauptsache der Gegenstand der herrlichen und majestätischen Aussprüche der Propheten und das Thema der Lieder jüdischer Sänger. Um diese zukünftige Herrschaft der Gerechtigkeit und Herrlichkeit darzustellen, benutzt die Schrift sehr oft die symbolische Sprache. Sie war durch alle Zeitalter ein bevorzugtes Mittel der Belehrung, besonders im Osten. Aber es ist völlig falsch, anzunehmen, die majestätische und erhabene Sprache eines Jesaja oder die herrlichen Psalmen Davids würden auch nur in einem Wort von der nüchternen Wahrheit abweichen. Der Heilige Geist, der Verfasser der Bibel, übertreibt niemals. Er ist ein treuer Zeuge der Dinge Gottes und der Herrlichkeiten Christi. Nimm alle Aussagen, sei es im Alten oder Neuen Testament, die den Charakter, die Herrlichkeit und die Universalität der Herrschaft des Messias beschreiben, gedanklich absolut ernst.

Es stellt vielleicht manchmal für den Leser eine Schwierigkeit dar, herauszufinden, was buchstäblich und was mehr sinnbildlich gemeint ist, aber geduldiges Warten auf Gott wird diese Probleme lösen. Die Schrift weist eindeutig darauf hin, dass noch andere neben Christus - dem Sohn des Menschen - Seine gesegnete und herrliche Herrschaft teilen werden. Wer diejenigen sind, die mit Ihm verbunden sind als Miterben und Mitherrschende über die erlöste und gesegnete Erde, wird uns erst im Neuen Testament gezeigt. Offenbarung 20,4-6 ist die Stelle im Wort Gottes, die uns zu diesem Thema am meisten sagt. Es fällt auf, dass es drei Gruppen von himmlischen Heiligen gibt, die mit Christus herrschen und regieren werden und die alle mit zur ersten Auferstehung gehören; sie werden auch als „glückselig und heilig" bezeichnet und sind „Priester Gottes und des Christus"; manche von ihnen werden „verwandelt" bei dem Kommen Christi für Seine Heiligen, was mit der Auferstehung gleichbedeutend ist.

  1. „Und ich sah Throne, und sie saßen darauf, und es wurde ihnen gegeben, Gericht zu halten" (Off 20,4). Daniel sah dieselben Throne: „Ich schaute, bis Throne aufgestellt wurden" (Kap. 7,9). Johannes sah jemand auf diesen Thronen sitzen, bei Daniel sind sie noch unbesetzt. Wer sitzt nun auf diesen Gerichtsthronen? Ich denke, es sind die, die durch die 24 Ältesten dargestellt werden, die bekleidet sind und Throne innehaben; es sind alle Heiligen, die bei dem Kommen des Herrn in der „Luft" auferweckt bzw. verwandelt wurden - Alt- und Neutestamentliche Heilige. Hier wird uns nicht, wie in Kapitel 4, die Zahl der Throne mitgeteilt, weil es hier nicht eine repräsentative Schar ist, die auf den Thronen sitzt. Übrigens stehen die Throne in Kapitel 4 im Himmel, in Kapitel 20 auf der Erde.
  2. „ ... und die Seelen derer, welche um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet waren." Beachte, dass der Apostel hier keine Personen sieht, die enthauptet waren und danach auferweckt wurden, sondern bloß ihre Seelen; nicht Personen, sondern ihre Seelen. Wenn Menschen hier protestieren und sagen, „Oh, du kannst die Seele doch gar nicht sehen, deshalb ist das hier auch nicht so gemeint", dann antworte ich: „Das musst du mit Gott ausmachen, denn Er hat die Schriften verfasst. Ich möchte gern lernen, was Er geschrieben hat, und es nicht korrigieren und kritisieren." Der Unglaube ist in unseren Tagen herausfordernd und dreist. Können wir sagen, wer diese Gemeinschaft von Märtyrern ist? Ich denke, ja. Nachdem der Herr die Seinen in der „Luft" zu Sich geholt hat und während des Endes der ersten Hälfte der 70. Jahrwoche Daniels (Mt 24,14.15) und bevor die grausame Verfolgung durch das "Tier aus dem Abgrund einsetzt, werden viele durch die Städte Israels ziehen (Mt 10,23) und zu den Nationen gehen, um das Evangelium des Reiches zu verkünden - ein besonderes Zeugnis für diese Zeit und ihre besonderen Umstände. Die Ergebnisse dieser Predigt zu den Nationen sehen wir in Matthäus 25,31-46. Viele dieser heiligen Zeugen der Wahrheit werden ihre Worte mit ihrem eigenen Blut besiegeln. Sie werden uns besonders in Offenbarung 6,9-11 vorgestellt, wo sie im Zusammenhang mit dem fünften Siegel erwähnt werden. Ihr Ruf nach Rache wird gehört und beantwortet werden. Aber in der Zwischenzeit sollten sie ruhen, „bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet sein würden, die ebenso wie sie getötet werden würden." Wer sind diese Mitknechte und Brüder, die ebenfalls sterben müssen? Dazu müssen wir unseren Abschnitt in Offenbarung 20 weiterlesen.
  3. „ ... und die, welche das Tier nicht angebetet hatten, noch sein Bild, und das Malzeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und an ihre Hand." Der Zusammenhang zu Kapitel 13 ist deutlich erkennbar. Die Anbetung des Tieres, sein Bild und sein Zeichen an der Stirn und der Hand, das alles sind deutliche Hinweise auf Kapitel 13. In Offenbarung 12,11 lesen wir von dieser dritten Gruppe von Märtyrern: „Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tode!" Somit betreffen diese beiden Verfolgungen in Kapitel 6 (mehr allgemein) und in Kapitel 13 (spezieller) diese Märtyrer, die wir in Kapitel 20,4 gerade betrachten. 
Es wird noch hinzugefügt: „und sie lebten (auch die zwei vorher erwähnten Gruppen) und herrschten mit dem Christus tausend Jahre." Dieser Satz bezieht sich auf alle genannten Heiligen in diesem Vers. Und wenn man entgegnet, dass die Dauer dieser Herrschaft - nur in diesem Kapitel wird gesagt, dass sie tausend Jahre währt - nach dem Grundsatz1 verstanden werden muss - „ein Tag ist bei dem Herrn wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag", dann kann ich dazu nur sagen: „Meinetwegen! Denk dir die Zeit so lang, wie du magst". Ich glaube, es ist einer der Irrtümer, über die es sich nicht lohnt, viel zu sagen. Es wird eine gesegnete Zeit für alle sein. Gott wird Sein Teil und Seine Wonne an diesem herrlichen Reich haben. All die himmlischen Heiligen werden ihren besonderen Platz an diesem wunderbaren Tag haben. Israel ebenfalls, es wird den ersten Platz auf der Erde innehaben. Dann werden die Nationen und die ganze Schöpfung von ihren Mühen und ihren Schmerzen ruhen. Möge der Herr unsere Blicke auf diesen Tag richten, auch heute!

 



Online seit dem 05.01.2011.

Fußnoten

  • 1 Besteht eine zwingende Notwendigkeit, diesen Grundsatz in der Prophetie anzuwenden, weil er in 4. Mose 14,34 und Hesekiel 4,5-6 angedeutet wird? Die prophetischen Schriften werden sehr viel einfacher, wenn wir die Zeitangaben auch so nehmen, wie sie niedergeschrieben sind.

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