Was ist in Hebräer 4,15 mit dem Wort 'Schwachheiten' gemeint?

Was ist in Hebräer 4,15 mit dem Wort "Schwachheiten" gemeint? Und warum musste in Hebräer 5,1-3 für "Schwachheiten" geopfert werden?

Bibelstelle(n): Hebräer 4,15; 5,1-3

Es ist klar, dass unter "Schwachheiten" in Hebräer 4,15 niemals Sünden verstanden werden können. Schwachheiten sind keine Sünden und Sünden sind keine Schwachheiten. Wie könnte unser hochgelobter und heiliger Vater mit der Sünde, über die Er eine tiefe Abscheu hat, Mitleid haben. Die Stelle will sagen, dass so wie der Heiland während Seines Erdenlebens versucht wurde, so auch wir versucht werden. Satan ist bemüht, uns den Weg so schwer wie möglich zu machen. So wurde auch dem Herrn kein Wermutstropfen von Leid, Schmach und Hohn erspart. Er, der nun zur Rechten Gottes erhöht ist, weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, in Kampf und Leid zu sein. Da er aber nun selbst alles auf der Erde mitgemacht hat vermag er denen beizustehen, welche jetzt durch Satans List und der Menschheit Bosheit versucht (geübt) werden. Nur in einem Stück war Er anders als wir. Er war ohne Sünde. Er kannte keine böse Lust. Diese war nicht in Ihm. Er konnte nur von außen her versucht werden. Dennoch gedenkt Er in vollkommenem Mitgefühl an die Seinen hier. Dieses Bewusstsein stärkt uns im Pilgerlauf und lässt uns feststehen und ausharren bis Er kommt!

Die erwähnten Verse in Hebräer 5,1-3 reden von dem Hohenpriester Aaron als Vorbild. Es ist ja die Art des Hebräerbriefes, alles was wir an Schatten im Alten Testament finden, dem Licht, der Person des Herrn, gegenüberzustellen. So haben wir dort eine Beschreibung Aarons. Er war kein vollkommener Priester wie der Herr Jesus. Christus war nicht schwach in sich, mangelhaft und irrend, wohl aber Aaron, darum musste dieser zuerst für sich ein Opfer darbringen, ehe er für andere opfern konnte. Aaron konnte mit "Unwissenden und Irrenden" Nachsicht haben, denn er war ja selbst irrend und unwissend. Christus aber ist heilig. Ihm wurde nichts erspart, aber Er blieb heilig! Er musste sterben, wenn Er eine Sühnung von Wert zustande bringen sollte. Da gab es keine Nachsicht, kein Übersehen, kein Zudecken. Für alles und alle hat Christus sterben müssen. Auch war Aaron "aus Menschen", d.h. aus sündigem Geschlecht. Christus war wohl wahrer Mensch, aber von oben, von Gott gekommen. Aaron musste für Schwachheiten opfern, nicht so der Herr; Aaron war sündig, Christus war rein. Im Opfer für "Schwachheiten" war also Aaron kein Vorbild vom Herrn; wohl aber in vielen anderen Punkten, doch diese stehen ja jetzt nicht zur Besprechung.


Online seit dem 18.10.2006.


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