Markus, Das Evangelium nach – Bibel-Lexikon

Jedes Evangelium hat seinen eigenen Charakter, wie unter dem Stichwort Evangelien ausgeführt wird. Bei Markus wird der Herr Jesus vor allem als der Knecht gezeigt. Daneben besitzt „das Evangelium" oder die „Gute Botschaft" einen herausragenden Platz. Ebenso wie wir bei einigen Propheten im A.T. keine Informationen über ihre Abstammung haben, so finden wir auch hier kein menschliches Geschlechtsregister des Herrn, wie es uns in Matthäus und Lukas gegeben ist. Der Bericht beginnt unvermittelt: „Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes." Der Dienst Johannes des Täufers wird kurz beschrieben, um den Weg für den Dienst Christi zu ebnen, den er begann, nachdem er getauft war. Wir finden hier keine Einzelheiten von der Versuchung. Es wird nur die Tatsache erwähnt, dass Jesus 40 Tage von Satan versucht wurde, dass er unter den wilden Tieren war, und dass die Engel ihm dienten. Nachdem Johannes ins Gefängnis geworfen worden war, begann der Herr sein unaufhörliches Werk, indem er das Zeugnis aufnahm, dass das Reich Gottes nahe gekommen ist.

Kapitel 1 bis 2

In den ersten zwei Kapiteln finden wir die verschiedenen Beweise, die der Herr für seine Berufung gibt, und die für die Führer in Israel ein Zeugnis waren.

Kapitel 3

In Kapitel 3 sehen wir den Bruch mit der bestehenden ungläubigen Generation, die Berufung der Apostel und die konsequente Verleugnung seiner fleischlichen Verwandtschaft.

Kapitel 4 bis 5

Kapitel 4 und 5 geben einen Abriss von seinem persönlichen Dienst, und es wird uns die zukünftige Auferweckung Israels vor Augen gestellt, die bildlich in der Tochter des Synagogenvorstehers dargestellt wird. Damit endet die Darstellung des persönlichen Dienstes des Herrn.

Kapitel 6 bis 9

In Kapitel 6 sehen wir den Dienst der Apostel. Der Herr beginnt, sie zu zwei und zwei auszusenden. Er selbst (Kap. 7) zieht sich in den Nordwesten in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück und heilt die Tochter der syro-phönizischen Frau - seine Gnade erstreckt sich damit auch auf die Nationen. Nachdem er durch die Dekapolis zurückgekehrt war und die 4000 in Genezareth gespeist hatte, ging er in den Nordosten (Kap. 8) und wurde vor den Augen von dreien seiner Jünger verwandelt (Kap 9). Dies geschah wahrscheinlich auf dem Berg Hermon. Von dieser Zeit an finden wir, dass der Herr die Wahrheit seines nahenden Todes und seiner Auferstehung sowie die sich daraus ergebenden Folgen wiederholt seinen Jüngern vorstellt.

Der Besuch des Herrn in Jerusalem anlässlich des Laubhüttenfestes und seine dort gehaltenen Reden werden in diesen Evangelium nicht erwähnt, ebensowenig die Aussendung der Siebzig, sein Besuch in Jerusalem anlässlich des Festes der Tempelweihe und der Tod und die Auferweckung des Lazarus.

Kapitel 10

Kapitel 10 beginnt auf der anderen Seite des Jordan vor dem letzten Besuch des Herrn in Jerusalem. Auf dem Weg erzählt er seinen Jüngern wiederholt von den Misshandlungen und dem Tod, der in dort erwartete, aber Jakobus und Johannes wollen von ihm die Zusicherung, dass sie zu seiner Rechten und zu seiner Linken sitzen mögen in seiner Herrlichkeit. Dem blinden Bartimäus, der ihn „Sohn Davids" nannte, wird in Jericho, der Stadt des Fluches, das Augenlicht wiedergegeben.

Kapitel 11

In diesem Kapitel folgt der triumphale Einzug in Jerusalem. In den Ausrufen wird der Herr nicht König, sondern „Vater David" genannt: „Hosanna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Gepriesen sei das kommende Reich unseres Vaters David! Hosanna in der Höhe!" Auf diese Weise wird die Verbindung des Herrn mit Israel als Sohn Davids in diesem Evangelium verkündet, welches sich bis dahin hauptsächlich mit seiner Arbeit in Galiläa befasste.

Kapitel 12

Die Reden, die dem Einzug in Jerusalem folgen, enthalten in diesem Evangelium weder das Gleichnis von den zwei Söhnen noch das von der Hochzeit des Königssohns, ebensowenig wie die Gleichnisse von den zehn Jungfrauen, von den Talenten sowie von den Schafen und den Böcken.

Kapitel 13

Bezüglich der Prophezeiungen, die in Kapitel 13 gegeben werden, siehe Das Evangelium nach Matthäus (Mt 24).

Kapitel 14 bis 16

Dann folgt die ernste Schilderung der Qualen des Herrn im Garten Gethsemane, der Gerichtsverhandlung, der Verurteilung und der Kreuzigung. Von den Aussprüchen des Herrn am Kreuz sind hier seine Bitte um Vergebung für die Mörder, sein Versprechen an den bußfertigen Dieb, die Anbefehlung seiner Mutter an Johannes, seine Ausrufe: „Mich dürstet" und „Es ist vollbracht" und die Übergabe seines Geistes an den Vater nicht festgehalten. Seine Aufforderung an die Elf war: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden." Zeichen sollten denen folgen, die glauben. Nach der Himmelfahrt des Herrn gingen sie aus und predigten überall, wobei der Herr mitwirkte und das Wort durch die darauf folgenden Zeichen bestätigte. Somit schließt der Bericht des Markus mit einem Auftrag, von dem gezeigt wird, dass er von den Aposteln ausgeführt wurde. Kurz gesagt stellt uns dieses Evangelium den persönlichen Dienst Christi und seiner Apostel vor.

Schlussbemerkungen

Man glaubt, dass in dem Evangelium nach Markus die chronologische Reihenfolge mehr eingehalten worden ist als in den anderen Evangelien. Das Besondere an diesem Evangelium sind die vielen Einzelheiten und die persönlichen Begegnungen. Wir sehen auch, wie unverzüglich der Herr eine Sache nach der anderen tat, wie ein fleißiger und hingebungsvoller Diener. Alle Ehre seinem heiligen Namen! Eine Liste der Hauptereignisse in der Geschichte der Evangelien findet sich unter dem Stichwort Neues Testament.

 

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