Betrachtung über 2. Petrus (Synopsis)

Einleitung

Betrachtung über 2. Petrus (Synopsis)

Der zweite Brief Petri ist noch einfacher als der erste. Gleich den Briefen der Apostel Judas und Johannes ist er besonders im Blick auf die Verführer geschrieben, die unter hohen Freiheitsversprechungen die Seelen in Sünde und Ausschweifung stürzten, das Kommen des Herrn leugneten und tatsächlich alle Seine Rechte über sie in Abrede stellten. Der Brief wendet sich an die nämlichen Christen, an die der erste geschrieben wurde; er gibt die charakteristischen Merkmale jener falschen Lehrer an und bezeichnet sie auf die entschiedenste Weise, indem er die Langmut Gottes erklärt und ein Gericht ankündigt, welches, ebenso wie Seine Geduld, der Herrlichkeit Dessen entsprechen wird, der es ausübt.

Doch bevor der Apostel diese Warnungen ausspricht, die mit dem zweiten Kapitel beginnen, ermahnt er die Christen, ihre eigene Berufung und Erwählung festzumachen, d. h. offenbar nicht in dem Herzen Gottes, sondern als eine Tatsache in ihren eigenen Herzen und im praktischen Leben, durch einen Wandel ohne Straucheln, wodurch das Zeugnis von dem Teil, das sie in Christo besaßen, immer klar bleiben und ihnen ein reichlicher Eingang in das ewige Reich ihres Herrn und Heilandes dargereicht werden würde.

Diese Ermahnungen sind zunächst gegründet auf das, was dem Christen bereits gegeben ist, dann auf das Zukünftige, nämlich auf die Offenbarung der Herrlichkeit des Reiches. Bei der Behandlung dieses letzteren Gegenstandes deutet Petrus auf ein noch herrlicheres Teil hin, nämlich auf den glänzenden Morgenstern, den himmlischen Christus Selbst, und auf unsere Vereinigung mit Ihm, ehe Er als die Sonne der Gerechtigkeit erscheint. Als dritte Grundlage der Warnungen des Apostels finden wir die Zerstörung des Himmels und der Erde, welche die Vergänglichkeit von alledem zeigt, worauf der Unglaube sich stützt, und die aus demselben Grunde zu einer feierlichen Warnung für die Heiligen wird, sowie zu einer Ermunterung für sie, in Heiligkeit zu wandeln.

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