Die Gabe des Geistes

Einleitung

Die Gabe des Geistes

Gott erinnert seine Kinder zu Zeiten in besonderer Weise an besondere Teile seiner Wahrheit. So hat Er in unseren Tagen die Aufmerksamkeit der Gläubigen, neben manchem anderen, auf die persönliche Gegenwart und das Wirken des Heiligen Geistes gelenkt, und gewiss vielen zum Segen und bleibenden Nutzen. Wie könnte es anders sein? Wenn eine so wichtige und lang vergessene, oder doch wenig beachtete Wahrheit, wie die persönliche Gegenwart des Heiligen Geistes auf der Erde, den Seelen der Gläubigen wieder lebendiger zum Bewusstsein kommt, so kann das nur erfreuliche Folgen haben und gesegnete Früchte zeitigen.

Aber wir wissen auch, dass dann, wenn Gott in solch besonderer Gnade wirkt, der Feind sich aufmacht, um das göttliche Werk zu hindern und, wenn möglich, zu verderben. Dieser Erscheinung begegnen wir zu allen Zeiten. Wir dürfen uns also nicht wundern, wenn es heute wieder geschieht. Allerlei von Menschen erfundene (gewiss in guter Meinung, aber darum nicht weniger verkehrte) Lehren und Behauptungen werden ausgesprochen und eifrig verbreitet – Behauptungen, die dahin zielen, die Herrlichkeit des zur Rechten Gottes erhöhten Menschensohnes zu verdunkeln und dem Menschen einen Platz zu geben, der ihm nicht gebührt. Das ist ja die alte List Satans: nicht der Wahrheit unmittelbar entgegenzutreten, sondern sie dadurch zu verderben, beziehungsweise ihre Segnungen ins Gegenteil zu verkehren, dass er das religiöse Fleisch, das arme menschliche Ich, Vorteile aus ihr ziehen lässt; mit anderen Worten, dass er den Menschen dahin bringt, die betreffende Wahrheit zur Verherrlichung seiner Person in der einen oder anderen Weise zu benutzen.

Wenn in dem vorliegenden Büchlein nun der Versuch gemacht worden ist, die Gabe des Heiligen Geistes, seine Person und sein Wirken, etwas näher zu betrachten, so ist es geschehen in dem stets wachsenden Gefühl von der unermesslichen Größe des Gegenstandes und der völligen Unzulänglichkeit des Menschen, ihn in gebührender Weise behandeln zu können; doch zugleich auch in dem Vertrauen auf Ihn, der da will, dass wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind, und mit dem Flehen: Bewahre, o Herr, Schreiber und Leser vor allem Eigenen, Menschlichen; lass nichts geschrieben werden, das den Prüfstein deines heiligen Wortes nicht auszuhalten vermag!

Niemand wolle eine umfassende Behandlung des gewaltigen Gegenstandes erwarten; das ist nicht der Zweck dieser Betrachtung. Der Schreiber hat nur, dem Drang seines Herzens folgend, seinen geliebten Mitgläubigen mit dem Geringen dienen wollen, das der Herr ihm anvertraut hat.

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