Der Brief an die Epheser

Einführung

Der Brief an die Epheser

Am Ende des Briefes an die Römer sahen wir, daß der Apostel Paulus ernstlich danach verlangte, daß die Heiligen in zweifacher Hinsicht befestigt würden: einmal „nach meinem Evangelium“ und zum zweiten „nach der Offenbarung des Geheimnisses“. Im Römerbrief finden wir eine umfassende Entfaltung des ersten, während der Epheserbrief uns vollständiger als jeder andere Brief das zweite offenbart.

Der Römerbrief belehrt uns über die Fülle der Gnade Gottes und zeigt uns diese so, wie sie in allen Einzelheiten unserer Not entspricht, die durch die Sünde entstanden war. Dagegen entfaltet der Epheserbrief uns die Gnade Gottes Seinem Vorsatz, Seiner Absicht entsprechend. Das Wort „nach“ erscheint nicht weniger als sechsmal in Kapitel 1, und immer in Verbindung mit Seinem Willen, Seinem Wohlgefallen, Seinem Vorsatz, Seiner Macht und weniger mit unserer Not.

Ein wohlwollender reicher Mann könnte einem armen Straßenjungen, der wegen eines kleinen Vergehens angeklagt ist, große Freundlichkeit erweisen. Er könnte ihn zum Beispiel nicht nur durch die Zahlung einer Geldstrafe vor dem Zugriff des Gesetzes retten, sondern ihn auch aus der Unwissenheit befreien, indem er ihn zur Schule schickt, und aus der Armut, indem er seinen Lebensunterhalt bezahlt. Das wäre Freundlichkeit in Bezug auf seine Not. Aber wenn er Pläne machte, ihn ganz in seine Nähe zu holen, in eine Stellung von großem Reichtum und Einfluß, entspräche das nicht der augenblicklichen Not des Jungen, sondern der Freude und den Zielvorstellungen seiner eigenen gütigen Gesinnung. Das mag zur Verdeutlichung dienen.

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