Die symbolische Lehre der Stiftshütte

Die sieben Feste

Es hat einmal jemand gesagt, dass so lange ein Christ nicht die sieben Feste des HERRN (3. Mo 23), die sieben Gleichnisses des Reiches der Himmel (in Mt 13)1 und die sieben Sendschreiben an die Versammlungen in Asien (Off 2 und 3) erklären kann, so lange ist er in der christlichen Lehre noch nicht sehr weit vorgedrungen (Dr. W.T.P. Wolston).

Zweifellos beinhalten diese drei Siebener ein ungeheures Maß an Wahrheit. Unser Ziel ist es in diesem Kapitel, ein wenig auf die sieben Feste des Herrn zu schauen.

3. Mose 23 beginnt damit, dass betont wird, dass man 6 Tage arbeiten soll und dass der 7. Tag – der Sabbat – ein Tag der Ruhe ist; aber Vers 4 betont in Bezug auf das, was danach folgt: „Dies sind die Feste des HERRN“, und von dem Punkt an werden sieben näher bezeichnet. Das sind:

  1. das Passah
  2. das Fest der ungesäuerten Brote
  3. das Fest der Erstlinge
  4. das Pfingstfest
  5. das Fest des Posaunenhalls
  6. der große Versöhnungstag
  7. das Fest der Laubhütten

Einige Kommentatoren denken, dass der Sabbat das erste der sieben Feste ist, und sie behandeln das Passahfest und das Fest der ungesäuerten Brote als ein Fest, indem sie so auch die sieben Feste des HERRN zählen.

Aber wenn man den Anfang von 3. Mose 23 betrachtet, scheint diese Auslegung nicht gerechtfertigt zu sein. Vers 3 betont den  Sabbat, den Tag der Ruhe. Aber Vers 4 sagt: „Dies sind die Feste des HERRN“ und fährt dann fort, die sieben Feste des HERRN aufzuzählen.

Warum sollte denn der Sabbat solch einen hervorragenden Platz haben, dass man damit anfinge? Die Antwort ist, dass der Sabbat gerade das Ende von Gottes Wegen in Gnade auf der Erde symbolisiert, sogar sein eigenes Eingehen in die Ruhe, die er jemals vor sich gehabt hatte, die Vollendung all der Absichten seiner Gnade und Liebe gegenüber den Menschen. Das Wort Sabbat selbst (im Hebräischen Shabbath) bedeutet: Aufhören zu arbeiten. „Denn er hat irgendwo von dem siebten Tag also gesprochen: 'Und Gott ruhte am siebten Tag von allen seinen Werken'“ (Heb 4,4). Der Sabbat versinnbildlicht die Ewigkeit der Ruhe, die vor Gott liegt, wenn er ruhen wird in dem Wohlgefallen seiner Liebe, wenn Gerechtigkeit wohnen wird. „Wir erwarten aber, nach seiner Verheißung, neue Himmel und eine neue Erde, in welchem Gerechtigkeit wohnt“ (2. Pet 3,13).

Kurz gesagt haben wir hier ein Beispiel, wie Gott das Ende vor uns stellt und wie er uns dann die Feste des HERRN gibt, wobei er zeigt, wie er in Gnade an Israel und seiner Versammlung wirkt, um sie zu ihrem Ziel der Herrlichkeit und ewigen Ruhe zu führen.

Darüber hinaus wird der Sabbat niemals selbst ein Fest genannt, obwohl es Festtage gibt, die besonders auf den Sabbat fallen. Schließlich war der Sabbat eine wöchentliche Erscheinung, während die sieben Feste des HERRN jährlich gefeiert wurden. Es würde alles durcheinander geworfen haben, ein Fest, das zweiundfünfzig Mal im Jahr erscheint, und die anderen, die einmal im Jahr auftauchten, als eine Reihe von Festen zu sehen. Vers 4 bringt es auf den Punkt: „Dies sind die Feste des HERRN“.

Diese sieben Feste des HERRN wurden folgendermaßen gefeiert:

  1. Das Passah                                           14. Tag des 1. Monats
  2. Das Fest der ungesäuerten Brote             15. – 21. Tag des 1. Monats
  3. Das Fest der Erstlinge (Erntezeit)            16. Tag des 1. Monats
  4. Das Pfingstfest (50 Tage später)                6. Tag des 3. Monats
  5. Das Fest des Posaunenhalls                     1. Tag des 7. Monats
  6. Der große Versöhnungstag                      10. Tag des 7. Monats
  7. Das Laubhüttenfest                                 15. Tag des 7. Monats

Diese unterteilen sich in 3 Abschnitte. Die ersten beiden stellen dar, wie Gott mit dem Menschen handelt, wie er alle seine Wege in Gnade gründet, ob in den Zeiten des alten Testaments oder des Neuen, ob bei Juden oder Heiden.

Das dritte und vierte stellt diese gegenwärtige Stufe dar, die weder durch Juden noch durch Heiden gekennzeichnet ist, sondern durch die Versammlung Gottes.

Das fünfte, sechste und siebte stellen Gottes Handeln an den Juden dar, nachdem die Versammlung in die Herrlichkeit entrückt ist.

So erreichen wir das letzte Ziel der Wege Gottes in Gnade und kommen zu der Schwelle des ewigen Zustands, wovon der Sabbat das Abbild ist.

Betrachten wir jetzt die Einzelheiten.

Das Passahfest

Das Passah war der Anfang des Handelns Gottes an Israel, wo die Verbindung mit ihm errichtet wurde. Sie mussten am Anfang ein erlöstes Volk sein. Dies war symbolisch. Aber wir werden nicht im Zweifel gelassen, was hier dargestellt wird. Wir lesen: „Unser Passah, Christus, ist geschlachtet“ (1. Kor 5,7). Das Opfer Christi ist gegenwärtig gültig und wirksam im Hinblick auf den Sünder.

Wie oft haben Prediger des Evangeliums sich über die Passahnacht in Ägypten ausgebreitet, so dass wir hier nicht viel darüber sagen brauchen. Wie oft haben wir uns über diese Schriftstelle gefreut: „Und das Blut soll euch zum Zeichen sein an den Häusern, worin ihr seid; und sehe ich das Blut, so werde ich an euch vorübergehen; und es wird keine Plage zum Verderben unter euch sein, wenn ich das Land Ägypten schlage“ (2. Mo 12,13).

Gott sieht das Blut, das das Sinnbild für das kostbare Blut Christi ist – und das befriedigt ihn in seinen gerechten Forderungen und seiner Heiligkeit; und dasselbe Blut wird den Gläubigen als das Zeichen für seine Gewissheit gegeben. Was könnten wir sonst haben? Ein Lied drückt es so aus:

 „Gott ist zufrieden mit Jesus,so bin auch ich zufrieden“. 

Wenn Gott zufrieden ist, dann kann der Gläubige es wohl ebenfalls sein.

Verbunden sein mit Gott auf dem Boden der Erlösung als der Grundlage der Wege Gottes in Gnade – das wird uns symbolisch dargestellt im Passah, wenn wir lesen: „Dieser Monat soll euch der Anfang der Monate sein, er soll euch der erste sein von den Monaten des Jahres“ (2. Mo 12,2). Das Passah eröffnete den jüdischen Kalender und bezeugte sinnbildlich, dass Gott mit seinem Volk nur auf dem Boden der Erlösung eine Verbindung eingehen konnte.

Das Fest der ungesäuerten Brote

Wenn das Blut des Passahs Gott die Berechtigung gab, sein Volk zu erlösen und sie mit starker, ausgestreckter Hand aus dem Land ihrer Knechtschaft herauszubringen, so stellt das Fest der ungesäuerten Brote dar, dass es auf Seiten des Volkes eine moralische Zubereitung geben muss, wenn sie mit Gott glücklich sein sollten. Sie müssen ein geheiligtes Volk sein.

Das Fest ergab sich als Folge des Passahfests. Aber wenn es auch unmittelbar folgte, so wird man doch erkennen, wie unterschiedlich sie waren. Das Passahfest bedeutete, dass Gott symbolisch in gerechter Gnade in Verbindung mit seinem Volk und auf der Grundlage der Erlösung handelte. Das Fest der ungesäuerten Brote war die Antwort, die Gott von seinem Volk auf ihren praktischen Wegen auf der Erde erwartete. Der Sauerteig musste aus ihren Wohnungen entfernt werden, d. h. sie mussten das Böse ablehnen.

Wir bekommen die Verbindung zwischen den beiden Festen im Neuen Testament, wo es heißt: „Euer Passah, Christus, ist geschlachtet. Darum lasst uns Festfeier halten, nicht mit altem Sauerteig, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit Ungesäuertem der Lauterkeit und Wahrheit“ (1. Kor 5,7–8).

Christus ist unser Passah. Zu Gott gebracht auf den Boden der Erlösung, ziemt sich Heiligkeit für die, die in Verbindung mit Gott stehen. Das Böse, das durch den Sauerteig dargestellt wird, muss aus unserem Leben ausgeschlossen werden. „Jagt der Heiligkeit nach, ohne welche niemand den Herrn schauen wird“ (Heb 12,14). Diese Worte sind an Gläubige und somit an jeden von uns gerichtet.

Das Fest der ungesäuerten Brote, das sieben Tage andauert, stellt unser ganzes verantwortliches Leben hier auf der Erde dar. Und der achte Tag führt zu dem Tag, der keinen Abend und keinen Morgen hat, zu dem ewigen Sabbat, der Ruhe Gottes, dem ewigen Zustand, wenn Gott alles in allem sein wird.

Das Fest der Erstlinge

Mit dem 9. Vers unseres Kapitels beginnt ein neuer Abschnitt: „Und der HERR redete zu Mose“. Er führt uns zu dem Fest der Erstlinge und zu dem Pfingstfest.

Diese beiden Feste sind sehr auffällig durch die Worte „am anderen Tag nach dem Sabbat“ (Vers 11) und „bis zum anderen Tag nach dem siebten Sabbat“ (Vers 16) gekennzeichnet. Der Sabbat ist der große Tag, der mit dem Judentum verbunden ist. Sie waren daran gewöhnt, dass alle ihre Feste mehr oder weniger um den Sabbat kreisten. Was konnte dieses neue Abweichen bedeuten: „am anderen Tag nach dem  Sabbat“? Die Antwort ist, dass der „Tag nach dem Sabbat“, d. h. „der erste Tag der Woche“ mit dem Christentum verbunden ist. Wie heute feiern die ungläubigen Juden ihren Sabbat an jedem siebten Tag der Woche, während „die Jünger am ersten Tag der Woche versammelt waren, um Brot zu brechen“ (Apg 20,7). Das war ihre Gewohnheit in apostolischen Zeiten, eine Gewohnheit, die dank der Gnade Gottes auch uns bis heute offen steht.

Wir können kurz fragen: Was für ein großes Ereignis geschah am ersten Tag der Woche? Die Antwort ist: Der wunderbarste Augenblick in der Geschichte dieser Welt war dann, als unser Herr, der triumphierende Überwinder von Sünde, Tod und Hölle, von den Toten auferstand. So ist es kein Wunder, dass der erste Tag der Woche der Tag des Herrn genannt wurde. Der Apostel Johannes schrieb: „Ich war an des Herrn Tag im Geist“ (Off 1,10). Es war in der Tat ein ganz besonderer Tag.

Die Verwerfung Christi von Seiten der Juden führte zu einer neuen Ära, der Ära des Christentums. Wenn heute ein Jude bekehrt wird, gibt er religiös gesehen das Judentum auf und nimmt das Christentum an. Und bis die Versammlung in die Herrlichkeit entrückt wird, wird es wahr sein, „dass Verstockung Israel zum Teil widerfahren ist, bis die Vollzahl der Nationen eingegangen sein wird“ (Röm 11,25).

So müssen diese beiden Feste, das Fest der Erstlinge und das Pfingstfest in alttestamentlichen Zeiten zu viel Fragen Anlass gegeben haben, aber wenn wir zum neuen Testament kommen, bekommen wir sehr klar den Schlüssel dazu, wie wir sehen werden.

Die Ernte wird in der Natur als ein Bild für die Ernte in der Gnade gebraucht. Als unser Herr die Leute von Samaria bemerkte, wie sie herbeiströmten als Antwort auf die Einladung der Frau „Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was irgend ich getan habe; dieser ist doch nicht etwa der Christus?“ (Joh 4,29), sagte er zu seinen Jüngern: „Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, und die Ernte kommt? Siehe, ich sage euch: Erhebt eure Augen und schaut die Felder an, denn sie sind schon weiß zur Ernte. Der erntet, empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit beide, der sät und der erntet, zugleich sich freuen“ (Joh 4,35–36).

Wenn die jüdische Ernte eingebracht werden sollte, wurde eine Garbe der Erstlinge zu dem Priester gebracht. Und sein Amt war es, sie vor dem Herrn „am anderen Tag nach dem Sabbat“ zu weben.

Dies ist ganz deutlich ein Bild von Christus in der Auferstehung. Er lag den ganzen Sabbat über im Grab, wohl sicherlich, um zu zeigen, dass es keinen Segen im Hinblick auf das Gesetz und für Israel in den Gesetzesvorschriften gab. In dem großen Auferstehungskapitel, 1. Kor 15, lesen wir: „Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen“ (Vers 20). Weiter lesen wir in den Versen 22 und 23: „Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden. Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling, Christus; dann die, die des Christus sind bei seiner Ankunft.“ So ist dieses große neutestamentliche Auferstehungskapitel klar mit 3. Mose 23 verbunden.

Wenn es heißt: „In dem Christus werden alle lebendig gemacht werden“, dann heißt das nicht, wie die Universalisten, die die ewige Verdammnis leugnen, lehren, dass die ganze Menschheit am Ende errettet werden wird. Die ganze Menschheit ist nicht „in dem Christus“. Wir als solche, die in die Welt hineingeboren sind, die Nachkommen einer gefallenen Rasse sind, sind alle „in Adam“. „In dem Christus“ sein, bedeutet, gerettet zu sein, gläubig zu sein an den Herrn als den Erlöser. Christen können auf einen Augenblick in ihrem Leben zurückschauen, wo sie ihren Glauben auf den Herrn richteten und vom Tod zum Leben übergingen. Der Apostel Paulus schrieb in seinem Gruß an die Versammlung Gottes zu Rom: „Grüßt Andronikus und Junias meine Verwandten und meine Mitgefangenen … die auch vor mir in Christus waren“ (Röm 16,7). Das zeigt, dass diese Verwandten des Apostels zu einer Zeit bekehrt worden waren, als er noch nicht bekehrt war.

Ein anderer Punkt ist sehr wichtig und sollte beachtet werden. Das Wort „Erstlinge“ zeigt symbolisch, dass es ein Beispiel für die ganze Ernte der Gnade ist, zu der alle Gläubigen gehören. Wie unser Segen ganz zur Bestätigung in die Auferstehung Christi eingehüllt ist, wird sichtbar an dem Satz: „Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube eitel; ihr seid noch in euren Sünden“ (1. Kor 15,17).

In diesem Zusammenhang ist Römer 8,11 eine sehr aufschlussreiche Stelle. Wir lesen: „Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes“. Beachte die wunderbare Verbindung. Christus wurde durch die Kraft des Heiligen Geistes auferweckt. Genau derselbe Heilige Geist ist von einem in die Herrlichkeit aufgefahrenen Christus herabgesandt worden, um in jedem Gläubigen als Pfand dafür zu wohnen, dass genauso, wie er auferweckt worden ist, Heilige auf der Erde, die lebendig sind, wenn der Herr kommt, verwandelt werden durch denselben Geist, soweit es ihre sterblichen Leiber betrifft. Der Geist ist als Siegel oder Pfand dafür gegeben. Christus wurde genauso stellvertretend auferweckt, wie er stellvertretend starb. Und seine Auferstehung trug die Verheißung und das Pfand der Auferstehung des ganzen Volkes Gottes in sich. Ob sie in Christus entschlafen sind oder ob sie auf der Erde leben – ihre Leiber werden verwandelt werden in Leiber der Herrlichkeit, genau wie der des Herrn.

In Verbindung mit dem Weben der Erstlingsgarbe wurde ein Brandopfer, ein Lamm ohne Fehl, dargebracht, was Gottes Wohlgefallen an all dem für ihn süßen Wohlgeruch des Opfers Christi versinnbildlicht.

Beachte: Es gab da kein Sündopfer. Aber es gab das Speisopfer, wie wir gleich sehen werden. Es konnte kein Sündopfer sein, da es sich auf den Herrn persönlich bezog.

Ein Speisopfer sollte auch dem Herrn dargebracht werden, verbunden mit einem Trankopfer, was Gottes Wohlgefallen an dem Leben unseres Herrn darstellt, der sich erniedrigte bis zum Tod; und die Freude – das Trankopfer – war damit verbunden. Weder Brot, noch geröstete Körner, noch Gartenkorn sollte gegessen werden, bis das Opfer dem Herrn dargebracht wurde. Dadurch wird betont, dass man sich an nichts geistlich erfreuen kann, bis die Grundlage von allem in dem Tod Christi gelegt ist und bis wir mit ihm anfangen.

Das Pfingstfest

Das Pfingstfest sollte am „anderen Tag nach dem Sabbat“ gefeiert werden mit der besonderen Bedeutung des „ersten Tages der Woche“, dem großen Tag dieser christlichen Ära, wie es der Sabbat für das Judentum war. Darüber hinaus sollte es 50 Tage nach der Webe-Garbe stattfinden, die vor dem Herrn gewoben wurde.

Welches große Ereignis geschah, 50 Tage, nachdem Christus von den Toten auferstand? Das Wort „Pentecost“ (im Griechischen Pentecoste – der fünfzigste) selbst weist auf jenes große Ereignis hin, das in Apostelgeschichte 2,1–13 beschrieben wird. Wir wissen, wie unser Herr 40 Tage nach seiner Auferstehung bis zu seiner Himmelfahrt, auf dieser Erde blieb. Die Jünger sollten in Jerusalem bleiben, „bis sie angetan würden mit Kraft aus der Höhe“ (Lk 24,49). „Und als der Tag der Pfingsten erfüllt wurde, waren sie alle an einem Orte beisammen. Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, wie von einem daherfahrenden, gewaltigen Winde {o. Wehen}, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich {Eig. es setze sich} auf jeden einzelnen von ihnen. Und sie wurden alle mit Heiligem Geiste erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen {O. Zungen} zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen“ (Apg 2,1–4)

Am Pfingsttag, „am anderen Tag nach dem Sabbat“, „am ersten Tag der Woche“, 50 Tage, nachdem unser Herr von den Toten auferstand, fand das große Ereignis der Ausgießung des Heiligen Geistes statt, der in dieser Welt sein sollte, wie er es niemals vorher gewesen war. Indem er in jedem Gläubigen Wohnung nahm, war es der glorreiche Tag der Entstehung der Versammlung. An jenem Tag wurde die Versammlung ins Leben gerufen. Das Geheimnis, das von allen Zeiten her verborgen gewesen war, brach in der Gegenwart eines triumphierenden Hauptes im Himmel, ja, unseres Herrn Jesus Christus, hervor, und Gläubige auf der Erde wurden von dem Heiligen Geist Gottes beseelt, der so jeden Gläubigen mit dem Haupt im Himmel verband und miteinander alle Glieder des einen Leibes auf der Erde. „Da ist ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung“ (Eph 4,4). „Ihr Männer, liebet eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heiligte, sie reinigend {O. gereinigt habend; s. die Anm. zu Röm 6,13} durch die Waschung mit Wasser durch das Wort, damit er die Versammlung sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei“ (Eph 5,25–27).

So können wir hier sehen, dass das „neue Speisopfer“ sinnbildlich für die Versammlung Gottes auf der Erde steht. Es gibt wirklich im Alten Testament keine andere so deutliche Anspielung auf die Versammlung auf der Erde, wie wir sie in 3. Mose 23 finden. Dagegen konnte zu alttestamentlichen Zeiten kein Hinweis erfolgen auf die Verbindung des Hauptes im Himmel mit den Gliedern des einen Leibes auf der Erde. Dieses bildete „das Geheimnis, das von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist“ (Kol 1,26).

Das neue Speisopfer

Das neue Speisopfer bestand aus zwei Bestandteilen. Die beiden Brote stellen dar, wie jüdische und heidnische Gläubige in dieser neuen und gesegneten Verbindung vereint sind. Nichts anderes als diese wunderbare Wahrheit würde den Juden vergessen lassen, dass er religiös ein Jude gewesen ist, oder den Heiden, dass er ein Heide „außerhalb“ war. Und nur in der Wärme und Herrlichkeit des Erfassens der Versammlung in ihrer Beziehung zu dem Haupt im Himmel können sie ihre lange religiöse Fehde vergessen, die das bitterste war, was man sich denken kann. Dies ist ein Wort, das heute nötig ist. Die Versammlung Gottes erhebt sich über alle Grenzen hinweg, über Unterschiede in der sozialen Stellung, über Unterschiede der Sprache, über Unterschiede der Hautfarbe, und sie macht alle Gläubigen auf dem weiten Erdenrund eins in einer gesegneten christlichen Gemeinschaft. Man neigt immer dazu, die Versammlung im Geist auf das Land zu begrenzen, zu dem man selbst gehört, oder auf den kleinen Teil der Christen, mit dem man selbst den gleichen Weg geht.

Vor diesem allem wird in Epheser 2,13–14 gewarnt. Wir lesen: „Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart durch das Blut des Christus nahe geworden. Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und abgebrochen hat die Zwischenwand der Umzäunung“ (zwischen Juden und Heiden). Wie gut ist es, wenn alle Zwischenwände der Umzäunung abgebrochen werden unter dem  mächtigen Strom göttlicher Liebe und durch den lebendigen Einfluss des Heiligen Geistes Gottes.

Diese zwei Brote sollten aus Feinmehl sein und sollten gesäuert gebacken werden. Warum gesäuert? In 3. Mose 2,11 wird uns gesagt: „Denn aller Sauerteig und aller Honig, davon sollt ihr kein Feueropfer dem HERRN räuchern“. Das scheint also dieser Vorschrift, keinen Sauerteig bei irgendeinem Feueropfer zu verwenden, zu widersprechen. Es ist wahr, dass in jedem Fall ohne Ausnahme, wo das Opfer Christus persönlich symbolisiert, kein Sauerteig erlaubt ist. Es würde undenkbar sein, in Verbindung mit ihm von Sauerteig oder Bösem zu sprechen.

Aber dies ist ein neues Speisopfer und nicht das Speisopfer (3. Mo 2), das Christus persönlich darstellt. Sondern es ist ein Speisopfer, das die Versammlung als die Frucht des Sterbens Christi darstellt. Dieses Neue Speisopfer stellt jedoch nicht Christus persönlich dar, sondern die Versammlung, die sich aus Juden und Heiden zusammensetzt, die beide, bevor sie zu den Segnungen kamen, Sünder waren und die sogar als Heilige sündigen können. Der Sauerteig bei dem Opfer räumte das ein. Die Tatsache, dass das Brot im Ofen gebacken wurde, stellt dar, dass das Wirken des Sauerteigs durch das Feuer festgehalten würde. Weiter gab es, zusätzlich zu einem Brandopfer und einem Speisopfer mit einem Trankopfer, ein Sündopfer und ein Friedensopfer. Dieses Opfer wird sorgfältig als das neue Speisopfer beschrieben.

Wir erinnern uns, dass beim Fest der Erstlinge, das Christus in der Auferstehung symbolisiert, ein Brandopfer und ein Speisopfer mit dazugehörigem Trankopfer da war,  aber kein Sündopfer. Wie konnte es ein Sündopfer geben, wenn das Fest den Herrn persönlich darstellte? Aber in diesem Fall entspricht das Sündopfer dem Sauerteig in dem Feinmehl der Brote, wodurch anerkannt wird, was vor der Bekehrung das Wesen der Heiligen gewesen ist. Sogar dieses neue Speisopfer begleitete diese Opfer, die zeigen, dass die Versammlung nur als ein Opfer für den Herrn betrachtet werden kann, wo die Gläubigen in der ganzen Wirkungskraft des Werkes Christi, gesehen im Brandopfer, dem Speisopfer, dem Sündopfer und dem Friedensopfer haben.

Die Nachlese der Ernte (3. Mose 23,22

Aus dieser bemerkenswerten Stelle leuchtet das klare Licht göttlicher Inspiration. Wir lesen: „Und wenn ihr die Ernte eures Landes erntet, sollst du den Rand deines Feldes nicht vollständig abernten und sollst keine Nachlese deiner Ernte halten; für den Armen und für den Fremden sollst du sie lassen. Ich bin der HERR, euer Gott“. Beachte, wo dieser Vers steht. Er steht zwischen dem neuen Speisopferfest, das ein Symbol für diese gegenwärtige Ära der Gnade Gottes in Verbindung mit seiner Versammlung auf der Erde ist, und dem Fest des Posaunenhalls; das letztere leitet die letzten drei Feste ein, die sich auf Gottes Handeln mit den Juden beziehen, mit seinem eigenen Volk und mit den Nationen, nachdem die Versammlung zur Herrlichkeit entrückt ist.

Dieser Vers stellt dar, dass, wenn die Ernte dieser gegenwärtigen Zeitepoche, als das Ergebnis des Predigens des Evangeliums von der Gnade Gottes, vorbei ist, es eine besondere Bewegung des Heiligen Geistes Gottes geben wird, wo die Juden von dem Evangelium vom Reich erreicht werden, um sie dazu zuzubereiten, ihren Messias und König, den Herrn Jesus Christus, zu empfangen. Durch die Juden wird die Botschaft ausgehen zu dem Armen und Fremdling – den heidnischen Nationen der Welt – als Vorbereitung für den Tag, wenn der Herr als umfassender Herr und als Sohn des Menschen herrschen wird und wenn „die Erde voll sein wird von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken“ (Hab 2,14).

Nicht viele Einzelheiten werden uns in der Schrift hierüber gezeigt. Vielleicht findet sich die vollste und klarste Stelle in Matthäus 25,31–46, die uns davon berichtet, dass die irdischen Brüder des Herrn, jüdische Evangelisten, unter den Nationen im Hinblick auf den Tag predigen, wo die Nationen vor dem Gerichtsthron Christi versammelt werden. Die Schafe, die das Evangelium des Reiches annehmen, werden von den Böcken getrennt werden. Die Böcke sind diejenigen, die dieses Zeugnis verwerfen. Die Schafe werden zum ewigen Leben eingehen d. h. in die tausendjährige Segenszeit, und die Böcke in die ewige Verdammnis.

Es ist interessant, dass Schafe und Böcke in den palästinischen Schafherden immer vermischt vorkommen. Die Trennung der Schafe von den Böcken würde eine anschauliche Darstellung dessen sein, was in den letzten Tagen geschehen wird.

Das Fest des Posaunenhalls

Mit dem neuen Speisopfer verlassen wir die christliche Zeitepoche, die symbolisch in diesem interessanten Kapitel dargestellt wird. Wieder lesen wir das formelartige Wort: „Und der HERR redete zu Mose und sprach“. Wir kommen nun zu dem Bereich, wo Gott die Juden zum Segen erhebt, um seine Verheißungen an Abraham zu erfüllen und um seinem Sohn seine irdischen Rechte als Messias und König über Israel zu geben und als Sohn des Menschen über die weite Welt. „Fordere von mir, und ich will dir zum Erbteil geben die Nationen und zum Besitztum die Enden der Erde“ (Ps 2,8).

Wir lesen: „Rede zu den Kindern Israel und sprich: im siebten Monat, am ersten des Monats, soll euch Ruhe sein, ein Gedächtnis des Posaunenhalls, eine heilige Versammlung“ (3. Mo 23,24). Eine Posaune, ein laut-tönendes Instrument, das eine große Rolle bei den Signalen zur Weiterbewegung des Lagers von Zeit zu Zeit spielte, stellt eine besondere Bewegung des Heiligen Geistes in Verbindung mit dem Wiederaufleben von Gottes irdischem Volk nach den langen Jahrhunderten ihres Unglaubens und ihrer gerichtlichen Verblendung, die sie erfasst hat, dar. In den Worten der Schrift heißt es: „Verstockung (Verblendung) ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen eingegangen sein wird“ (Röm 11,25). Auch Sacharja wirft Licht auf dieses Thema, denn er weissagt, dass der Tag kommen wird, wo es ein göttliches Ausgießen geben wird: „Und ich werde über das Haus David und über die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens ausgießen; und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen gleich der Wehklage über den einzigen Sohn und bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen Leid trägt“ (Sach 12,10).

Es ist ein bemerkenswertes Zeichen der Zeit, dass die Juden angefangen haben, in großen Scharen in ihr altes Land zurückzukehren. Sie gehen im Unglauben zurück, wie es in den alttestamentlichen Schriften vorausgesagt ist. Sie geben Zeugnis davon, dass sich die Dinge entwickeln in Vorbereitung auf dieses wunderbare Fest des Posaunenhalls, das kommen wird. Aber es besteht kein Zweifel, dass die außergewöhnliche Art, wie der Jude zu seinem eigenen Land zurückkehrt, und all die Entwicklungen, die sich anbahnen und die daraus resultieren, die Zeit vorausahnen lassen, wo das Fest des Posaunenhalls stattfinden wird.

Der große Versöhnungstag

Zehn Tage nach dem Fest des Posaunenhalls wurde der große Versöhnungstag gefeiert. Wenn der Geist der Gnade und des Flehens durch göttliche Güte ausgegossen sein wird über die jüdische Nation, wenn sie auf den blicken werden, den sie durchbohrt haben, dann wird die Nation einen tiefen Geist der Demütigung erfahren, so tief, dass Mann und Frau sich getrennt demütigen und beugen werden. Alle Klassen werden daran teilnehmen. Wir lesen: „die Familie des Hauses David für sich und ihre Frauen für sich (die königliche Familie); die Familie des Hauses Nathan für sich und ihre Frauen für sich (das prophetische Geschlecht); die Familie des Hauses Levi für sich und ihre Frauen für sich (die priesterliche Familie); die Familie der Simeiter für sich und ihre Frauen für sich (vgl. 4. Mo 3,18 – das levitische Geschlecht)“ (Sach 12,12).

In solch einem Geist tiefer Beugung wird die Nation den großen Versöhnungstag feiern, wie er niemals vorher gefeiert worden ist. Es wird solch eine Feier sein, dass sie die Annahme ihres Messias bedeuten wird, dass der Eine, den sie lange verworfen haben, ihr wirklicher Messias ist, dessen Werk am Kreuz das Vergießen seines kostbaren Blutes, die glorreiche Erfüllung all der Bilder und Schatten ist. Die Juden verehren diese Schatten, aber die wahre Bedeutung davon, die mit dem Einen verbunden ist, den sie verachtet und verworfen haben, ist ihnen entglitten. Was für ein glorreicher Tag wird das für die Welt sein, die Einführung einer wirklichen „neuen Weltordnung“, die sich auf Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit durch die persönliche Herrschaft unseres Herrn auf der Erde gründet. Wir lesen: „Denn wenn ihre Verwerfung (die des jüdischen Volkes) die Versöhnung der Welt ist, was wird die Annahme anderes sein als Leben aus den Toten?“ (Röm 11,15).

Das Laubhüttenfest

Fünfzehn Tage nach dem Fest des Posaunenhalls und fünf Tage nach dem großen Versöhnungstag fand das Fest der Laubhütten statt. Dieses Fest ist symbolisch für das tausendjährige Reich, die tausendjährige Herrschaft Christi auf dieser Erde. Es ist das Ende von Gottes Handeln an Israel auf der Erde. Es ist interessant, dass die Prophetie in Bezug auf den Juden an keiner Stelle weiter geht als bis zum tausendjährigen Reich. Vergleiche Jesaja 65, wo die Rede von „neuen Himmeln und einer neuen Erde“ (Vers 17) ist. Aber die Stelle spricht dann weiter von Jerusalem auf der Erde, und es ist die Rede von einem Sünder, der verflucht wird, was deutlich zeigt, dass Jesaja von einer irdischen Zeit prophezeite, ja, von dem tausendjährigen Reich unseres Herrn. Aber wenn wir zum Neuen Testament kommen, dann geht die Prophetie weiter. Wenn Erde und Himmel entflohen sein werden und wenn die Zeit des tausendjährigen Reiches vergangen sein wird, wird „ein neuer Himmel und eine neue Erde“ (Off 21,1) erscheinen, wo Gerechtigkeit wohnen wird und wo es keine Tränen mehr geben wird, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz oder Tod. Wir werden dann im vollsten Sinn des Wortes in der Ewigkeit sein.

Während des Laubhüttenfestes, das am Ende der Ernte stattfand, einer Zeit der Fülle und der Freude, was schwach die Erfüllung des Vorbildes in den zukünftigen Tagen anzeigt, sollten alle Eingeborenen in Israel in Laubhütten wohnen, um sie daran zu erinnern, wie Gott sie aus Ägypten herausgeführt hatte. Sie könnten dies in der Bequemlichkeit des Landes und in der Freude über die wohltätige Herrschaft ihres Messias mit ihrer Freude und dem Überfluss, den man in dieser Weise niemals vorher in der Welt gekannt hatte, vergessen. Es ist nicht gut für uns, den Abgrund zu vergessen, aus dem wir herausgezogen worden sind, und dass wir trotz allem, auch bei all den  wunderbaren Segnungen, die unser sind, doch Sünder waren, die durch Gnade errettet wurden.

4. Mose 29

4. Mose 29 ist ein besonderes Kapitel. Sein Inhalt entsteht, als Israel aus der Wüste heraus war und in dem Land auf der östlichen Seite des Jordan angekommen war. In diesem Kapitel werden uns mehr Einzelheiten als sonst wo hinsichtlich der Opfer gegeben, die gefordert wurden in Verbindung mit diesen drei Festen des Herrn, d. h. dem Fest des Posaunenhalls, dem großen Versöhnungstag und dem Laubhüttenfest.

Ich möchte gerne noch eine Bemerkung über die Opfer machen, die an den acht Tagen des Laubhüttenfests dargebracht wurden. Am ersten Tag wurden unter anderen Opfern 13 junge Stiere zum Feueropfer geopfert. Am nächsten Tag opferten sie 12, und Tag für Tag wurde die Zahl verringert, bis am siebten Tag nur 7 Stiere geopfert wurden. Stellt das nicht dar, wie alles, was dem Menschen anvertraut ist, dazu neigt, die erste Begeisterung zu verlieren? Ephesus verlor seine erste Liebe. Die letzten Zeiten wurden schon zu Lebzeiten des Apostels Paulus sichtbar. Viele Antichristen sah man zur Zeit des Johannes. Die 7 Versammlungen, die in Offenbarung 2 und 3 angeschrieben wurden, hören mit Laodizea auf. Und Laodizea war nur gut genug, aus dem Mund des Herrn ausgespieen zu werden.

Das tausendjährige Reich hat zwei Seiten. Erstens feiert es den Triumph unseres Herrn Jesus Christus. Er empfängt seine Rechte als universaler Erbe, und er herrscht über sein altes Volk. „Sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten“ (Jer 31,34).

Auf der anderen Seite wird es der letzte und größte Versuch mit dem Menschen sein. Und hier zeigt sich, wie unverbesserlich die gefallene Menschheit ist – selbst unter idealen Bedingungen. Sicherlich sollten es unter einer solchen Herrschaft nichts als heilige Unterwerfung gegenüber dem Willen Gottes geben. Doch sobald die persönliche Hand des Herrn entzogen ist, finden wir, dass, wenn Satan aus seiner Gefangenschaft im Abgrund während der tausendjährigen Herrschaft Christi losgelassen wird, dann losgehen wird, um die Nationen zu verführen, und unter seiner schrecklichen Führung wird die letzte und größte Revolte gegen Gott sichtbar werden, die es jemals gegeben hat. In unzählbaren Scharen werden sie sich über die Erde verbreiten und Jerusalem angreifen, das die „geliebte Stadt“ genannt wird. Feuer wird von Gott herabkommen, und die letzte Revolte wird vorbei sein, vgl. Offenbarung 20,7–15. Die Erde und die Himmel werden vergehen, die Elemente werden im Brande zerschmelzen, die Erde und alle ihre Werke werden verbrennen, und „wir erwarten nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in der Gerechtigkeit wohnt“ (2. Pet 3,13). So ist der Mensch im Fleisch. Nicht einmal die persönliche Herrschaft Christi verändert ihn.

Aber wird Gott unterliegen? Keineswegs: „... dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt, wenn er weggetan haben wird alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht. Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod weggetan“ (1. Kor 15,24–26). Kurz: der ewige Zustand wird ein Zustand sein, wo jede Spur von Sünde und Schmerz und menschlichem Eigenwillen fehlen wird, ein Zustand, der gekennzeichnet ist durch „Gott alles in allem“ (1. Kor 15,28).

Wir verlassen unsere Aufgabe mit zwei sehr tiefen Eindrücken. Diese sind durch die Fülle des Zeugnisses für diese beiden Dinge entstanden, als wir die symbolische Lehre der Hütte betrachteten. Der erste Eindruck ist der, dass man nichts zu tun haben kann mit einem heiligen Gott und das es keinen Weg zum Segen gibt für den Sünder außerhalb des Sühnopfers unseres Herrn Jesus Christus! Die Notwendigkeit dieses Sühnopfers und sein ganzer Ernst kann gar nicht zuviel gepriesen werden. Der zweite Eindruck ist der, dass gleichzeitig mit dem vollkommenen Zustand des Gläubigen aufgrund des Sühnopfers Christi immer und immer wieder auf der Notwendigkeit der moralischen Würdigkeit bestanden wird, wenn wir mit Gott zu tun haben.

Diese beiden tiefen Eindrücke resultieren aus der Wahrheit, wie sie durch die symbolische Bedeutung von Blut und Wasser vermittelt wird. Sie können in zwei Versen zusammengefasst werden: „Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde“ (1. Joh 1,7). „Jagt … der Heiligkeit nach, ohne die niemand den Herrn schauen wird“ (Heb 12,14).

Jedes Abschwächen von einer dieser beiden großen Tatsachen hat sehr böse Folgen.

Fußnoten

  • 1 In Matthäus 13 werden genau genommen nur 6 Gleichnisse als Gleichnisse des Reiches der Himmel bezeichnet. Eventuell kann man aber das Gleichnis des Sämanns am Anfang des Kapitels auch unter die Gleichnisse des Reiches der Himmel fassen (Anm. der Redaktion).
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