Gedanken über das Buch Jona

Einleitung

In Kapitel 1,1 lesen wir von Jona als „dem Sohne Amittais“. Wir können daher mit Sicherheit annehmen, daß es sich um den gleichen Jona handelt, der in 2. Könige 14, 25 Knecht Gottes und Prophet genannt wird. Im Blick auf Jerobeam, den Sohn Joas', des Königs von Israel, wird dort gesagt: „Er stellte die Grenze Israels wieder her, vom Eingange Hamaths bis an das Meer der Ebene, nach dem Worte Jehovas, des Gottes Israels, das er geredet hatte durch seinen Knecht Jona, den Sohn Amittais, den Propheten, der von Gath-Hepher war. Denn Jehova sah, daß das Elend Israels sehr bitter war, und daß dahin war der Gebundene und dahin der Freie, und daß kein Helfer da war für Israel. Und Jehova hatte nicht gesagt, daß er den Namen Israels austilgen würde unter dem Himmel hinweg; und so rettete er sie durch die Hand Jerobeams, des Sohnes Joas' „ (2. Kön 14,25-27). Als Prophet des Zehnstämmereiches kündigte Jona die Wiederherstellung Israels an, des Volkes, das keinen Helfer hatte, und unter der Regierung Jerobeams II. wurde dieses Wort erfüllt.

Es handelte sich also um einen schönen Auftrag, den er in der Gewißheit ausführte, daß diese Botschaft erfüllt werden würde, da Gott zu Seinen Verheißungen steht. Anders ist es in dem vorliegenden Buche Jona, wo es sich um eine Botschaft handelt, die sich an die heidnische Stadt Ninive richtete und deren Inhalt Gericht war, wobei der Prophet wußte, daß Gott gnädig und barmherzig ist und sich des Übels gereuen läßt, wenn Buße und Umkehr stattfindet.

Unter den kleinen Propheten, zu denen Jona zählt, trägt dieses Buch einen besonderen Charakter. Es redet nur von einer Botschaft, die sich dazu an Heiden richtet. Außerdem fällt auf, daß es nur die Geschichte des Propheten in Verbindung mit diesem Auftrag aufweist.

Die Unterweisungen, die uns sein persönliches Verhalten gibt, sind lehrreich für unser Leben, indem sie Licht auf unser Herz werfen. Besonders erkennen wir die Überlegungen des menschlichen Herzens, wenn ihm das Zeugnis Gottes an die Welt anvertraut wird. Andererseits sehen wir Gott in Seiner Unumschränktheit und Regierung und Sein Herz voller Erbarmen.

Daß sich in dem Verhalten Jonas und Gottes Wegen mit ihm die Geschichte Israels in seinem Auftrage an die Welt und unter der Zucht Gottes widerspiegelt, läßt deutlich die Prophetie erkennen, die das Buch enthält, doch finden wir in Jona auch das Bild des treuen und wahrhaftigen Zeugen Jesus Christus.

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