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Betrachtungen über das dritte Buch Mose

Charles Henry Mackintosh (Biographie)

Gedanken zum 3. Buch Mose


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Einleitung

In dem Herrn Jesus Christus und in seinem Versöhnungswerk liegt eine unermessliche Fülle, die jedes Verlangen eines Menschen - sei er noch Sünder oder schon Anbeter - vollkommen stillt. Die Größe und Herrlichkeit seiner Person macht sein Werk in alle Ewigkeit so groß und herrlich.

Das erste Buch Mose zeigt uns schon etwas von dem Heilmittel Gottes für den Fall des Menschen: der verheißene Nachkomme, die Rettungsarche und vielerlei Gnadenerweisungen Gottes dem sündigen Menschen gegenüber. Da sehen wir gleichsam die Knospe, deren voll erblühte Schönheit Himmel und Erde mit Freude und Wonne erfüllen wird.

Im zweiten Buch Mose finden wir den Menschen nicht nur außerhalb Edens, sondern auch unter der Gewalt eines grausamen und mächtigen Feindes. Er ist ein Sklave der Welt. Wie kann er der Knechtschaft des Pharaos, dem Feuerofen Ägyptens entrissen werden, wie kann er erlöst, gerechtfertigt und in das verheißene Land gebracht werden? Nur Gott konnte diese Frage beantworten, und Er tat es in dem Blut des geschlachteten Lammes. Durch die Erlösungsmacht dieses Blutes ist jede Frage beantwortet. Es begegnet den höchsten Anforderungen des Himmels und den tiefsten Bedürfnissen des Menschen. Es verherrlicht Gott, sichert das Volk vor den Schrecken des Gerichts, befreit es aus den Händen des Feindes und bringt es zu Gottes heiliger Wohnung.

Im dritten Buch Mose sehen wir, wie Gott alles gibt, was der Mensch nötig hat, der ihm nahen will: ein Opfer, einen Priester und einen Platz der Anbetung. Gott allein hat hier Anordnungen zu geben, sein Wort allein ist maßgebend. „Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter“ (Joh 4,23). Aufrichtigkeit allein genügt nicht. Die Kraft des Heiligen Geistes und die Wahrheit Gottes sind unerlässlich zur wahren Anbetung.

  1. Das Opfer bildet die Grundlage der Anbetung. Der Mensch ist in sich selbst schuldig und unrein; er braucht ein Opfer zur Tilgung seiner Schuld und zur Reinigung von allen Befleckungen, um in Gottes heilige Gegenwart treten zu können. „Ohne Blutvergießung gibt es keine Vergebung“ (Heb 9,22). Und ohne die Gewissheit der Vergebung ist es unmöglich, Gott von Herzen zu preisen und anzubeten. Jesus Christus ist das wahre Opfer. Sein Blut allein reinigt unser Gewissen, um dem lebendigen Gott zu dienen (Heb 9,14).
  2. Nach den Opfern (Kapitel 1 bis 7) wird das Priestertum eingeführt (Kap. 8 und 9). In Israel brachte der Anbeter sein Opfer dem Priester. Nur der Priester konnte das Opfer auf dem Altar dem Herrn darbringen. Der Herr Jesus Christus ist unser großer Hoherpriester in der Gegenwart Gottes, und jeder, der das Leben aus Gott empfangen hat, steht vor Gottes Auge als Priester, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott wohlgefällig durch Jesus Christus (1. Pet 2).
  3. Die Stätte der Anbetung war für Israel ein „weltliches Heiligtum“ mit vielerlei äußerlichen Satzungen. Nur das Blut Jesu konnte den Weg zum himmlischen Heiligtum öffnen. Der Todesstoß, der das Lamm Gottes traf, zerriss den Vorhang des Tempels „von oben bis unten“ (Mk 15,38). Der Platz des Christen ist jetzt „innerhalb des Vorhangs“ und „außerhalb des Lagers“.

Kaum ein Buch der Bibel ist so vernachlässigt worden wie das dritte Buch Mose. Auch heute noch ist es für viele nur eine trockene Aufzählung längst veralteter jüdischer Gebräuche und Zeremonien. Wenn wir daran denken, dass „alles, was zuvor geschrieben ist, zu unserer Belehrung geschrieben ist“ (Röm 15,4), und dass „alle Schrift von Gott eingegeben und nützlich ist zur Lehre …“ (2. Tim 3,16), dann wird das dritte Buch Mose lebendig, und wir finden eine Fülle der schönsten Vorbilder auf Christus und seinen „unergründlichen Reichtum“.

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