Betrachtung über das erste Buch Mose (Synopsis)

Kapitel 12-14

Betrachtung über das erste Buch Mose (Synopsis)

Ein neues System: Abraham, berufen und auserwählt durch Gnade

Hier verändern wir also das ganze System und die ganze Ordnung des Denkens völlig, und ein Grundsatz, der zweifellos in bezug auf die Errettung des einzelnen von Anfang an gewirkt haben mag, jedoch in der damaligen Ordnung der Dinge nicht offenbar war, offenbart sich nun und tritt in der Geschichte der Erde an den Tag. Abraham wird berufen, auserwählt und persönlich zum Verwahrer der Verheißungen gemacht. Man beachte aber, daß die hier gegebene Gelegenheit in der Tatsache, auf die wir uns bezogen haben, nicht erwähnt wird, damit dieser große Grundsatz in seiner eigenen Reinheit als eine Handlung Gottes bewahrt werde. Wir finden sie in Jos 24. Nach dem Gericht neigt Sich Gott in unumschränkter Gnade hernieder, um durch die Berufung der Gnade eine eigene Familie zu haben - ein sehr großer Grundsatz.

Abraham der Vater der Glaubenden, das Haupt des angenommenen Geschlechts Gottes auf der Erde

Es ist aber gut, einen Augenblick bei dem zu verweilen, was wirklich eine sehr wichtige Epoche in den Wegen Gottes mit der Welt war, wo die eigentliche Geschichte des Glaubens beginnt, obwohl es natürlich auch früher einzelne Gläubige gegeben hatte. Gleichwie aber Adam das Haupt des gefallenen Geschlechts war, so war Abraham der Vater der Glaubenden, das Haupt des Geschlechtes Gottes auf Erden, und zwar nach dem Fleische und nach dem Geiste. Wir kennen Christum, die Fülle aller Segnung, indem wir viel höhere Segnungen haben als die, die in Abraham geoffenbart wurden. Doch war Abraham in den Wegen Gottes auf Erden das Haupt des angenommenen Geschlechts. Wie wir gesehen haben, hatte der Götzendienst zu der Zeit in der Familie Sems selbst Fuß gefasst. Josua sagt: „Eure Väter wohnten vor alters jenseits des Stromes, Tarah, der Vater Abrahams und der Vater Nahors, und sie dienten anderen Göttern“ Jos 24, 2. Nun waren diese Götter Dämonen 1.Kor 10, 20 : dies ist angeführt aus 5.Mose 32, 17. Als Gott nun in Gericht und Macht eingegriffen hatte, hatten diese Dämonen von dieser Stellung im Geiste des Menschen Besitz ergriffen und in seinen Gedanken den Platz des Ursprungs der entfalteten Autorität und der immer noch gewährten Segnung eingenommen. Sie stellten sich ihm als die Urheber dieser Gerichte und auch alles dessen dar, was die Anbetung, die Dankbarkeit und die Furcht des natürlichen Herzens des verderbten Menschen hervorrief, die er in seiner Anbetung zum Ausdruck brachte, und zwar nach den Grundsätzen, auf denen er in Beziehung zu jenen höheren Wesen stand und einzig und allein stehen konnte, denen er die Macht zuschrieb, seine Wünsche zu befriedigen oder die von ihm gefürchteten Dinge abzuwenden. Es ging nicht bloß um den verderbten und sich wider Gott empörenden Menschen, es war seine Religion selbst, die ihn verderbte; und aus seiner Verderbtheit machte er eine Religion. Die Dämonen hatten in seinen Gedanken den Platz Gottes eingenommen, und sich seines Gewissens bemächtigend (falls der Mensch es nicht vergaß) verhärteten oder verführten sie es. Religiös war er schlecht; es gibt keine Erniedrigung wie diese. Welch ein Zustand! Welche Torheit! Wie lange, o Herr?

Gottes Einführung in seine eigenen Gedanken

Während sich aber das Menschengeschlecht so in die Finsternis hinabstürzt, indem es Dämonen als seinen Gott nimmt, und, unfähig zur Selbsterhaltung, an die Stelle ihrer eigenen Empörung wider Gott die Knechtschaft demgegenüber setzt, was in der Empörung höher steht, und sich dabei in eine elende Abhängigkeit davon bringt, erweckt und hebt uns Gott über all dieses Böse und führt uns durch Seine Berufung in Seine eigenen Gedanken ein - Gedanken, die weit kostbarer sind, als die Wiederherstellung des Gefallenen. Er sondert ein Volk zu Hoffnungen ab, die der Majestät und Liebe Dessen, der sie beruft, angemessen sind, und Er gibt ihnen eine Stellung in Seiner Nähe, die ihnen die Segnung dieser Welt unter Seiner Regierung niemals gegeben hätte. Er ist ihr Gott. Er pflegt Umgang mit ihnen auf eine Weise, die dieser trauten Nähe entspricht, und zum ersten Male hören wir vom Glauben reden (1.Mo 15, 6), der sich auf diese Mitteilungen und auf diese direkten Zeugnisse Gottes gründet, obwohl er von Anfang an gewirkt haben mag.

Eine Neuordnung der Ereignisse

Von 1.Mo 12 an wird also eine völlige Neuordnung der Ereignisse entwickelt, die sich auf die Berufung Gottes beziehen, auf Seine Bündnisse, auf Seine Verheißungen, auf die Kundmachung Seines Volkes als eines sich unterscheidenden Volkes auf Erden, und auf die Ratschlüsse Gottes. Vor der Flut war es der Mensch, wie er war - vor Gott gefallen; und obwohl es von Anfang an ein Zeugnis gegeben hatte, so gab es doch noch kein zeitverwaltungsmäßiges Eingreifen Gottes in Seinen eigenen Wegen, sondern der Mensch, mit jenem Zeugnis über göttliche Verordnungen 1, der sich selbst überlassen war, gelangte zu solcher Gewalttat und Verderbtheit, daß es die Flut und das Gericht über die Welt brachte. Späterhin, nachdem Gott im Gericht eingegriffen und die jetzt bestehende neue Welt begonnen hatte, haben wir die Regierung jener Welt und ihr Versagen und die Folgen dieses Versagens. Indem aber die Nationen gegründet waren und sich der Macht der Dämonen hingegeben hatten, erstehen vor unseren Augen die Berufung Gottes, die Hinterlegung der Verheißung in dem Auserwählten Gottes, Seine Auserwählten (der Same des Verwahrers der Verheißungen), und schließlich Sein Volk.

Der Ruf sich abzusondern

Deshalb finden wir, daß sie sofort berufen werden, sich völlig von dem abzusondern, was sie mit ihrer Stellung der Natur nach auf Erden verband, um Gott aufgrund der Verheißung und des Vertrauens auf Sein Wort zu gehören. „Gehe aus deinem Lande und aus deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause, in das Land, das ich dir zeigen werde.“ Dies war ein ernstes Ereignis. Dem Grundsatze nach war es das Gericht der Welt, jedoch auf dem Wege der Gnade zu denen hin, die aus ihr herausgerufen wurden.

Die Welt und seine Fürsten und Abram, die Wurzel der Verheißung

Auf daß wir dies völlig verstehen können, müssen wir dessen eingedenk sein, daß die Welt durch das Gericht Gottes über das Unternehmen, den Turm zu bauen, gestaltet worden war. Länder und Nationen wurden gestaltet, wie es bis zum heutigen Tage ist. Das war die Welt. Satan hatte sie völlig in seiner Macht, und eben diese Welt, die Gott durch Seine Vorsehung gebildet hatte, musste Abram verlassen. Gott wollte eine Familie haben, ein Volk für Sich, und zwar nicht von der Welt, obwohl aus ihr. Noch eine Tatsache erhöht die Bedeutung Abrams. Es hatte einzelne Heilige gegeben, bekannte und unbekannte, aber seit Adam war kein Haupt eines Geschlechts gewesen. Als gefallen war Adam das Haupt eines gefallenen Geschlechts. Abram wurde berufen, um die Wurzel des Baumes der Verheißung zu sein - die Wurzel des natürlichen oder geistlichen Volkes Gottes. Er war der Vater der Beschneidung und aller Glaubenden.

Ein neuer Grundsatz zu herschen

Am Anfang jedoch hielt Abram noch zu seiner Familie, oder jedenfalls brach er das Verhältnis nicht ab, wenn sie zu ihm hielt; und obwohl er auf den Ruf Gottes hin sein Land verließ, blieb er ebenso weit vom verheißenen Lande entfernt wohnen wie früher. Denn also berufen, muß der Mensch nach einem neuen Grundsatz Gott völlig gehören. Schließlich macht er sich auf, wie Gott ihm gesagt hatte.

Abram, berufen durch die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes

Hier haben wir also Abram, als durch die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes für den Weg des Glaubens berufen (vgl. Apg. 7). Ihm werden die Verheißungen gegeben, sei es die einer zahlreichen Nachkommenschaft, oder die der Segnung aller Familien auf Erden in ihm 2. Er macht sich auf den Weg, er kommt an. Da sind nicht viel Erfahrungen, obwohl eine tiefere Erkenntnis Gottes auf einem Pfade, der ausschließlich aus dem Glauben ist, sein wird: da ist Kraft, und der Mensch wandelt mit Gott. In der Lebensgeschichte Jakobs haben wir viele Erfahrungen. In Kanaan angekommen, fällt Abraham gar kein Besitz zu, denn sein Leben muß immer noch ein Glaubensleben sein, und indem wir diese Schriftstelle mit Heb 11 vergleichen, sehen wir das Ergebnis dessen, wenn man als Fremdling und Pilgrim auf Erden gelassen wird und das Verheißene noch nicht besitzt. Im Gehorsam des Glaubens zieht Abraham in das Land der Verheißung, und dort besitzt er nicht so viel, um seine Fußsohle daraufzustellen; im Hinblick darauf aber - da Gott, obwohl Er ihn prüfen konnte, den Glauben nicht ohne Antwort lassen konnte, noch konnte Er es unterlassen, da wo Er prüfte, den Geprüften zur Erkenntnis weiterer Segnung zu leiten, denn Er versucht niemals - hat Abraham eine Stadt, die Grundlagen hat und ein Vaterland (ein besseres Land) vor sich. Die Lebenskraft des Glaubens durch Gnade versetzte ihn in solch eine Stellung, die, da er nicht zu Besitz gelangt war, ihn notwendigerweise mit höheren und besseren Dingen verband, denn er stand unter der persönlichen Berufung Gottes zum Segen: so gelangen wir praktisch in den Leib und zu den himmlischen Dingen hienieden. Da ist nun der Pfad des Glaubens - nicht des Besitzens -, und das himmlische Teil entfaltet sich vor uns. In Ur konnte Abraham das himmlische Teil nicht sehen; als Fremdling im Lande der Verheißung war es unter Gnade sein natürliches Ziel. Das ist auch unser Fall. Nur erhebt sich Abraham über seine Berufung; wir dringen in das, wozu wir berufen sind, durch den Geist ein.

Eine zweite Offenbarung des Herrn in Gemeinschaft und in der Anbetung

Er empfängt aber eine zweite Offenbarung des Herrn im Lande, an dem Orte, wohin er berufen worden war. Die erste sollte ihn von dem Ort, wo er sich befand, herausrufen und ihn den Pfad der Verheißung gehen lassen. Jetzt offenbart Sich ihm der Herr dort, wo er ist, um Umgang mit ihm zu haben; Er redet mit ihm; Er entfaltet ihm, wie die Verheißung sich erfüllen wird, und daraufhin betet Ihn Abraham an. Im Lande hat er sein Zelt und seinen Altar. Dies ist der zweite Teil des Glaubenslebens. Wenn wir weit von Ihm entfernt sind, versetzt uns die Offenbarung Gottes auf den Weg des Glaubens in Bewegung, beseelt den Wandel zum Himmel. In der himmlischen Stellung offenbart Sich Gott in Gemeinschaft und in der Anbetung, und in einer vollen Offenbarung Seiner Wege. Der Kanaaniter ist im Lande, der Erbe der Verheißung besitzt das Verheißene nicht. Wir haben es mit der geistlichen Bosheit in den himmlischen Örtern zu tun; der Herr offenbart Sich aber, zeigt den Erben und das Erbteil, wenn der Kanaaniter hinweggetan sein wird; also betet Abraham durch den Glauben an, wie er vordem durch den Glauben wandelte. Dies ist das volle doppelte Funktionieren des Glaubens.

Abrams fehlender Glaube

Der Rest des Kapitels ist die Geschichte seines persönlichen Mangels an Glauben. Durch die Umstände bedrängt, zieht er Gott nicht zu Rate, hat es mit der Welt zu tun, wo er Hilfe und Geborgenheit suchte, und verleugnet seine wahre Beziehung zu seinem Weibe (genauso wie es in bezug auf die Kirche getan worden ist), er wird von der Welt gepflegt, die Gott schließlich richtet, indem Er Abram wieder aus ihr hinausschickt. Während dieser Periode und bis er zu seinem Ausgangspunkt zurückgekehrt war, hatte er keinen Altar. Als er Ägypten verließ und zu seiner Fremdlingschaft in Kanaan zurückkehrte, hatte er das, was er vordem hatte. Er muß aber zuerst an denselben Ort zurückkehren und seinen Altar wiederfinden. Welch eine Warnung an Christen betreffs der Beziehung der Kirche mit Christo 3! Wiewohl die Welt der Kirche auch eine Hilfe sein mag, kann diese Beziehung nicht aufrechterhalten werden, wenn wir diese Hilfe suchen.

Ich möchte hier an eine Bemerkung erinnern, die anderswo gemacht wurde, und zwar, daß das Weib in den Vorbildern die Stellung darstellt, in welcher sich die Geschilderten befinden, der Mann stellt ihr Verhalten - treu oder treulos - dar.

Abram und Lot

Nach diesem 1.Mo 13 haben wir in dem Verhalten Abrams und Lots einerseits die Uneigennützigkeit und Selbstverleugnung des wahren Glaubens, und andererseits den, der, obwohl er ein Gläubiger ist, betreffs des Glaubenswandels bloß dem Wandel eines anderen gefolgt war und jetzt durch die aufkommenden Umstände auf die Probe gestellt wird; man beachte, daß dies geschieht, nachdem sie beide ihre ungläubige Verbindung mit der Welt als einer äußeren Zuflucht verlassen hatten. Lot hatte das mit Abram getan, aber sein inneres Herz und sein Wille klammerten sich an die Annehmlichkeit der Welt. Abram war wahrhaftig in seinem Geiste zu seinem Teil als Pilger in Kanaan, vielleicht mit einer tieferen Erfahrung, zurückgekehrt. Jedoch führten die Vorteile, die er dort besaß, zu der Schwierigkeit, denn Schätze hienieden sind nicht der Himmel, selbst wenn ihre Eigentümer himmlisch gesinnt sind: eine wichtige Belehrung. Doch verhält sich Abram schön. Lot wählte die so schön aussehende Welt, nicht als Ägypten, die Welt als solche, sondern die Bequemlichkeit dessen, was äußerlich nicht von Kanaan getrennt zu sein schien, was aber bald zum Schauplatz und Gegenstand dessen, was nicht augenscheinlich war - der sicheren Gerichte Gottes, wurde. Die Entsagung Abrams in einem gegenwärtigen Teil hienieden und seine Selbstverleugnung darin bieten ihm die Gelegenheit, viel deutlicher den Umfang der Verheißung zu erkennen und noch fester von ihrer Gewissheit überzeugt zu sein. Es geschah, als er dem Lot alles zur Wahl anbot, daß der Herr zu Abram sagte, er sollte von dem Orte, wo er war, gegen Norden und gegen Süden und gegen Osten und gegen Westen schauen, und fügte hinzu, daß Er dieses Land ihm und seinem Samen auf ewig geben würde. Mit einem Wort, wir haben hier den Gläubigen, der in der Gesinnung der himmlischen Berufung handelt, also den treuen Gläubigen - und den weltlich gesinnten Gläubigen.

Abrams eigentliches Teil und das Ergebnis der Wahl Lots

Jetzt verfügt Abram über sein eigentliches Teil; er wohnt in Kanaan, zieht als Pilgrim mit seinem Zelt hierhin und dorthin und baut seinen Altar. Alles dieses war der Pfad des himmlischen Menschen: ein Fremdling und ein Anbeter - das war sein charakteristisches Teil auf Erden. Durch seinen Eigenwillen und seine Lust bewegt, hatte Lot seine Augen aufgehoben und gesehen, daß die ganze Ebene des Jordan ganz bewässert war: Warum sollte er sie nicht genießen? Gott läßt Abram seine Augen aufheben und zeigt ihm den ganzen Umfang der Verheißung, und bei der Verheißung heißt Er ihn das Ganze zu durchwandern, um in seiner Erfahrung und Erkenntnis des Umfangs der gegebenen Verheißung bewusst zu werden. Der Schauplatz ändert sich bald. Das, was mit der Welt verbunden ist, muß ihre Wechselhaftigkeiten erdulden. So kann sich der gottselige Mensch, obwohl ihm so manches zum Fallstrick wird, mit ihrem Übel zufrieden geben. Lot quält sich durch die Ruchlosigkeit ringsum 2.Pet 2,7.8, und er erleidet die Verwüstung der Macht der Welt, über die Abram Sieger ist und von der er nichts, um sich zu bereichern, empfangen will. Solcherart sind die gerechte Zucht und die treuen Wege Gottes. Das war aber noch nicht alles.

Die Offenbarung Melchisedeks

Diese letzten Umstände waren die Gelegenheit, den königlichen Priester, den König der Gerechtigkeit, den König des Friedens, d. h. Christum, den König der Welt im Tausendjährigen Reich kundzumachen, der den siegreichen Abram segnet und Abrams wegen Gott, den Höchsten, der seine Feinde in seine Hand gab, zu offenbaren.

Der schließliche Triumph des Herrn und die Familie des Glaubens auf der Erde

In diesem Bilde haben wir alsdann den schließlichen Triumph des Herrn über die Macht der Welt und die Familie des Glaubens, was im Geiste durch die Kirche (und schließlich in Herrlichkeit) für eine himmlische Hoffnung und in der Vereinigung mit Christo verwirklicht wird; und buchstäblich durch die Juden auf Erden verwirklicht, für die Christus der Melchisedek - Priester in voll erfüllter Stellung sein wird; Priester auf Seinem Throne, Mittler in diesem Charakter, indem Er sie segnet und Gott für sie preist; dann nimmt Gott Selbst den Charakter des Besitzers von Himmel und Erde an. Gott, der Höchste, ist Sein eigentlicher Name für das Tausendjährige Reich; der Allmächtige ist Er bei den Patriarchen, Jehova bei Israel, der Höchste im Tausendjährigen Reich. Die Erörterung darüber, wo der Höchste in Verbindung mit der Verheißung an Abraham und dem Messias zu finden ist, wird in Psalm 91 sehr schön hervorgebracht, und Jehova, der Gott der Juden, wird als Der, der ist, erkannt. Es ist eine Art Zwiegespräch. Diese sind mit der Erde verbunden. Unser Platz, und der göttliche Name, durch den wir in Beziehung zu Gott stehen, sind außerhalb von alledem und eigentlich himmlisch. Es ist der Sohn, der den Vater geoffenbart hat, und nun der Heilige Geist, der uns das Bewusstsein der Sohnschaft gibt und uns einen Menschen zeigt, den himmlischen Christus zur Rechten des Vaters in der Herrlichkeit, nachdem Er durch Sich Selbst die Reinigung unserer Sünden vollbracht hatte.

Der Sieg des Glaubens

Alles aber, der Gegensatz zwischen den himmlisch Gesinnten, die auf Erden nicht sesshaft werden, und denen, die das tun (und zwar unterstehen die letzteren der Macht der Welt, während die ersteren völlig über die Macht der Welt obgesiegt haben), und dann die Herrschaft Christi, des Königs und Priesters, und daß Gott durch Ihn alles in die Hand nimmt - alles dieses wird klar und wunderbar ans Licht gebracht 4.

Fußnoten

  • 1 Vielleicht kann das Darbringen von Opfern eine Verordnung genannt werden, es war aber Sache des einzelnen. Es gab aber keine Aufrichtung eines Volkes, das auf Erden Gott gehörte.
  • 2 Diese letzte Verheißung wird während der Geschichte Abrams nur in Kapitel 22 wiederholt, und dann nur dem Samen allein; die Verheißung seiner Nachkommenschaft und des Landes wird ihm und seinem Samen oft wiederholt. Es ist diese Verheißung, die Abram in Kapitel 12 gegeben und in Kapitel 26 seinem Samen bestätigt wird, auf die sich der Apostel im Galaterbrief bezieht. Im Gegensatz dazu sollte der irdische Same zahlreich sein. In Gal 3, 16 heißt es: „Dem Abraham aber waren die Verheißungen zugesagt, und seinem Samen“. Und im folgenden Verse heißt es dem Christus. Er war der Same der Verheißung.
  • 3 Es mag hier eine gewisse bildliche Darstellung Israels sein, während es sich in der Welt und in Entfernung von Gott befindet. Diese Dinge widerfuhren ihnen aber als Vorbilder (tupoi) und sind zu unserer Ermahnung geschrieben worden, auf die das Ende der Zeitalter gekommen ist. Abraham war von seinem Altar in Bethel entfernt.
  • 4 Dies ist der Abschluß der allgemeinen Geschichte dieser großen Elemente der Wege Gottes. Zweifellos sind himmlische Dinge außer Sicht, es sei denn, wenn wir hinter den Schauplatz blicken, wohin der Glaube Abrahams ging. Jedoch werden der Pfad des Glaubens, der Fallstrick der Welt, der moralische Sieg uneigennützigen Glaubens, der Gott und Seine Verheißungen zu seinem Teil hat, und sein tatsächlicher Endsieg, und Gottes Besitz des Himmels und der Erde unter dem Melchisedek-Priestertum Christi, des Priesters auf Seinem Throne, wunderschön geschildert, und der ganze Schauplatz wird vollendet. Das macht die Kapitel 12-14 zu einem abgeschlossenen Abschnitt.
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