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Betrachtung über das fünfte Buch Mose (Synopsis)

John Nelson Darby (Biographie)

Einleitung

Jetzt kommen wir zum fünften Buch Mose, zu einem Buch voller Interesse in seinen sittlichen Warnungen wegen des Zeugnisses, das jedoch weniger Gegenstände zur Auslegung bietet als diejenigen, deren Inhalt wir bisher zusammenzufassen versucht haben.

Dieses Buch befaßt sich kurz an den Grenzen Kanaans mit Israel, und es besteht auf der treuen Aufrechterhaltung ihrer Beziehungen zu Gott und auf dem Befolgen Seiner Gebote als der einzigen Grundlage, auf der Israel in das Land eingehen und dort bestehen kann; auch werden Warnungen in bezug auf die Folgen mangelnden Gehorsams hinzugefügt. Hauptsächlich nimmt es den Boden ihres historischen Zustandes ein (nicht der Vorbilder, die die Gedanken Gottes vorstellen wie die Bücher, die wir soeben betrachtet haben) 1 Nach dem ersten Buch Mose und den ersten Kapiteln des zweiten Buches ist in den vorherigen Büchern Mose sehr wenig, was sich auf historische Ereignisse bezieht. Sogar im ersten Buch Mose und am Anfang des zweiten Buches bilden Grundsätze und Vorbilder die wichtigste Seite dessen, was erzählt wird. Was die Geschichte Israels betrifft, so sagt uns der Apostel ausdrücklich in 1.Korinther 10, 11 Bescheid. Eine solche Wertschätzung des Charakters dieser Bücher hilft uns sehr, sie zu verstehen. Es gibt keinen Beweis, daß auch nur ein Opfer dargebracht wurde; möglicherweise wurden es die festgesetzten; Amos aber, den Stephanus anführte, sagte eher das Gegenteil. Die in der Wüste Geborenen waren nicht beschnitten und konnten das Passah nicht auf die rechte Weise feiern. . Nachdem der Geschichte ihrer Wanderung durch die Wüste gedacht wird, befaßt sich der Hauptteil des Buches mit dem Einordnen Israels in das Land unter Gott, ohne ein Haupt auf Erden. Das Volk steht unter der Verpflichtung, im Gehorsam zu wandeln, nur Gott als seinen König und Herrscher habend. In unmittelbarer Beziehung genießt das Volk das verheißene Land unter der Bedingung des Gehorsams; die Feste aber und ähnliche Satzungen schauen auf die Zeiten des Tausendjährigen Reiches voraus. Zum Schluß wird die Unterscheidung zwischen dem Besitzen des Landes unter den Bedingungen gesetzlichen Gehorsams und dem durch Gnade, die trotz des Versagens ihren Vorsatz erreicht, entschieden klargelegt.

Das Buch kann in drei Teile eingeteilt werden. Die ersten elf Kapitel bestehen auf Gehorsam und stellen mannigfaltige Beweggründe dar, um das Volk zum Gehorsam zu bringen. Bis zum Ende des neunundzwanzigsten Kapitels kommen dann verschiedene Gebote, zu denen die Folgen des Gehorsams und der Fluch, der auf dem Ungehorsam ruhen, bestätigt und hinzugefügt werden. Vom dreißigsten Kapitel bis zum Schluß haben wir zukünftige Dinge, die Segnung des Volkes und den Tod Moses.

Diese Einteilung erfordert aber eine weitere Erörterung, die uns für das Verstehen dieses Buches sehr viel helfen wird. Der erste Teil berichtet über ihre Geschichte, und zwar indem die Einheit eines unsichtbaren Gottes hervorgehoben wird, und ihre Verpflichtung Jehova gegenüber, der sie durch die Erlösung berufen hat, bei Ihm zu sein. Das endet mit Kapitel 5.Mo 4, wo drei Städte für die zweieinhalb Stämme gesichert werden. Mose darf nicht in das Land einziehen: Jehova, ihr Gott, ist ein eifernder Gott. Sie werden unter den Bund von Sinai gestellt, Er ist aber ein barmherziger Gott, und in ihren Bedrängnissen können sie auf den Gott ihrer Väter vertrauen. In dem Kapitel 5.Mo 5 wird ganz Israel berufen, um über seine gegenwärtige Stellung belehrt und auf die Grundlage des Bundes vom Sinai gestellt zu werden - um ihn in dem Lande zu bewahren, in das sie gingen, um es zu besitzen. Das Land war ihnen verheißen worden, sie hielten es aber unter dem Bunde des gesetzlichen Gehorsams, doch auf der Grundlage der von Jehova bewirkten Erlösung aus Ägypten. Ihm sollten sie ausschließlich dienen, und Er war ein eifernder Gott. Sie sollten gar keine Verbindungen mit den Nationen haben, die sich im Lande befanden. Weiterhin haben wir die Bedingungen der Regierung der Barmherzigkeit (immer noch die der Gerechtigkeit), die bei der zweiten Besteigung des Sinai durch Mose aufgerichtet wurde. So haben wir die Regierung Gottes, Seine Wege werden zur Kenntnis genommen, und so auch der Charakter ihrer Wege und ihr Gegenstand (Kap. 5.Mo 8). Wenn sie diese Dinge nicht beobachten würden, so würden sie umkommen. Das führt dazu, dessen zu gedenken, wie sie während des ganzen Weges in der Wüste versagt hatten, und zwar, um sie zu demütigen. Der zweite Regierungsbund wird erwähnt, und die Liebe des Herrn, die sie in reiner Gnade erwählt und trotz ihres mannigfaltigen Versagens so großzügig gesegnet hatte. Sie müssen ihre Herzen beschneiden, um Ihm, und nur Ihm, zu dienen: dem alleinigen, ausschließlichen Gott, und einem Gott der Regierung. Alles wird in Kapitel 5.Mo 11  zusammengefaßt. Sie schickten sich an, über den Jordan zu ziehen, und dort sollten sie alles, was ihnen befohlen worden war, bewahren. Hier werden Ebal und Gerisim erwähnt. Bis zum Ende von Kapitel 5.Mo 4 ist Israel diesseits des Jordan; in Kapitel 5.Mo 5 ist es im Lande. Der erste Teil stellt den einen , unsichtbaren Jehova vom Horeb dar, den eifernden aber barmherzigen Gott, obwohl Seine Wege mit dem Volke hier auch zu finden sind, der zweite Teil befaßt sich mit dem Bunde der zehn Worte mit Jehova und mit Seiner Regierung aufgrund ihrer Verantwortung.

Auf diese Weise bilden die ersten vier Kapitel einen recht unterschiedlichen Teil der ersten elf Kapitel.

Das, was mir in den ersten Kapiteln auffällt, ist, wieviel Mühe Jehova auf Sich nimmt, um diesem Volke alle möglichen Beweggründe vor Augen zu stellen, um sie zum Gehorsam anzuhalten, auf daß sie gesegnet werden. Diese Dinge, die wenigstens das Herz berührt haben sollten, dienen leider nur dazu, seine Härte zu beweisen und auch zu zeigen, daß, wenn der Mensch gesegnet werden soll, Gott ihm ein neues Herz geben muß, wie es in dem Kapitel geschrieben steht, das mit dem zweiten Teil Seiner Ermahnungen in bezug auf den Gehorsam schließt: „Aber Jehova hat euch nicht ein Herz gegeben, zu erkennen, und Augen, zu sehen, und Ohren, zu hören, bis auf diesen Tag" (5.Mo 29, 4).

Somit ist das fünfte Buch Mose von allen Büchern Mose dasjenige, das im wesentlichsten Teil Bedingungen enthält, d. h. die zwei ersten Abteilungen, auf die ich hingewiesen habe.

Infolgedessen endet Kapitel 5.Mo 29, welches das letzte Kapitel der zweiten Abteilung ist, mit den Worten: „Das Verborgene ist Jehovas, unseres Gottes; aber das Geoffenbarte ist unser und unserer Kinder ewiglich, damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun."

Die darauffolgenden Kapitel heben das dadurch noch mehr hervor, daß sie die geheimen Dinge entfalten, die sich, nachdem das Volk beim Erfüllen des Gesetzes völlig versagt hatte, ereignen sollten, wie es in Kapitel 5.Mo 30 und noch auffallender in Kapitel 5.Mo 32 ist, wo von der Gerechtigkeit durch den Glauben die Rede ist. Denn die Erörterung betreffs der Gerechtigkeit durch das Gesetz endete mit Kapitel 29; Kapitel 30 nimmt an, daß sich das Volk in einer Lage befand, in der das Erwerben von Gerechtigkeit durch das Gesetz unmöglich war, und wo nun vom Geiste und vom Ende des Gesetzes in den Ratschlüssen Gottes die Rede sein konnte.

Nun war ja Christus dessen Ende, und so wendet der Apostel diese Schriftstelle auch an (Röm 10). Es ist auch interessant zu sehen, daß der Herr, wenn Er dem Satan antwortet, immer das fünfte Buch Mose anführt. Er stellte Sich auf den wahren Boden, auf dem Israel stand, um das Land zu besitzen und zu bewahren; denn Er war nicht nur der treue Mann, sondern der Jude, der wahrhaftige, aus Ägypten gerufene Sohn, der wegen Seiner Treue auf die Probe gestellt wurde, und zwar unter den Umständen, in die das Volk im fünften Buch Mose gestellt war.


Fußnoten

1 Nach dem ersten Buch Mose und den ersten Kapiteln des zweiten Buches ist in den vorherigen Büchern Mose sehr wenig, was sich auf historische Ereignisse bezieht. Sogar im ersten Buch Mose und am Anfang des zweiten Buches bilden Grundsätze und Vorbilder die wichtigste Seite dessen, was erzählt wird. Was die Geschichte Israels betrifft, so sagt uns der Apostel ausdrücklich in 1.Korinther 10, 11 Bescheid. Eine solche Wertschätzung des Charakters dieser Bücher hilft uns sehr, sie zu verstehen. Es gibt keinen Beweis, daß auch nur ein Opfer dargebracht wurde; möglicherweise wurden es die festgesetzten; Amos aber, den Stephanus anführte, sagte eher das Gegenteil. Die in der Wüste Geborenen waren nicht beschnitten und konnten das Passah nicht auf die rechte Weise feiern.

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