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Die letzten Dinge

Der Kommentar ist als Buch bei Müller-Kersting erschienen und schon einige Jahre vergriffen.

Der neue Himmel und die neue Erde

Autor: Adolf Küpfer

«Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehre» (Vers 1).

Die Wege Gottes bezüglich des Menschen und damit auch das gesamte Werk Seiner Ratschlüsse vor Grundlegung der Welt sind mit Kapitel 20 abgeschlossen; die Sünde ist für immer abgeschafft und deren Urheber, der Teufel, endgültig im Feuersee verwahrt. Damit ist alles erfüllt, wozu Gott aus der Ewigkeit in die Zeit eingetreten ist; letztere geht nun wieder in den ewigen Tag Gottes über (2. Petrus 3,12). Nur der Schauplatz der Sünde und des Werkes Satans selbst muss noch gereinigt, bzw. erneuert werden; darum wird dem Seher jetzt ein neuer Himmel und eine neue Erde gezeigt. Denn wie ein einziger Tintenklecks den ganzen reinen Bogen Papier verdirbt, so ist auch das ganze Weltall durch die Sünde des Menschen verunreinigt und dem Todesurteil und damit der Vergänglichkeit unterworfen worden. Und was die Erde speziell anbelangt, sehen wir da nicht allerorten die Spuren und Werke menschlicher Überhebung: Denkmäler, Tempel, Götzen, Eingriffe in die Natur usw., Dinge, welche alle auch verschwinden müssen?

Darum muss die ganze bisherige Schöpfung einer neuen, herrlichen Schöpfung Platz machen, welche der Heiligkeit Gottes völlig  entspricht und die in nichts an das Bisherige erinnert. Unser Vers schließt den ganzen Vorgang in das einzige kurze Wort «vergangen» ein, ohne Näheres darüber mitzuteilen. Dagegen finden wir in 2. Petrus 3,10 Andeutungen darüber, wie dies geschehen wird: «Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb, an welchem die Himmel vergehen werden mit gewaltigem Geräusch, die Elemente aber im Brande werden aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr verbrannt werden. (Vergleiche auch Vers 7 und 12 und Heb 12,26-27.)

Diese Ausdrücke zeigen ohne Zweifel an, dass auf das Wort Gottes hin die im Stoffe gebundenen Naturkräfte frei werden; und die ganze Schöpfung wird in ihre Urelemente aufgelöst werden. Es sind dieselben Kräfte, welche unsere Generation entdeckt hat, die sie Atomkräfte nennt und durch «Atomzertrümmerung nutzbar zu machen sucht, freilich sündlicherweise vor allem als Kriegswaffen. Gerade diejenigen, die diese Kräfte nutzbar machen wollen, fürchten sich am meinten vor ihren unbegrenzten Wirkungen, weil sie in ihrer Totalität ungeheure Folgen haben können. Aber wir denken, dass Gott, der Herr, in dessen ureigenste Machtsphäre der Mensch damit hineingreifen würde, dies demselben kaum zulassen wird.

Die Neue Schöpfung und namentlich die Neue Erde werden wesentlich verändert sein, was hier in dem kurzen, aber vielsagenden Wort «und das Meer ist nicht mehre zusammengefasst wird. Dies ist unschwer zu erkennen, wenn wir die symbolische Bedeutung des Meeres erfassen. Das materielle Meer ist das die Erdteile trennende Element (1. Mo 1, dritter Tag), es ist ferner das Unergründliche, ewig Unruhige, Unbeständige, die unerforschte Tiefe, die unbe- rechenbare, plötzlich sich erhebende, zerstörende Macht der Finsternis, wie wir dies in der Bildersprache der Prophezeiung öfters finden (vgl. Jes 43,16). Gerade dieses alles, was auf der jetzigen Erde infolge der Sünde soviel Weh und Leid bringt, wird auf der Neuen Erde gänzlich und auf immer verschwunden sein; Himmel und Erde werden ein Heim ungestörten Glückes sein. Das erneuerte Israel und die mit ihm Verbundenen aus den Nationen werden als innerlich Erneuerte ebenfalls auf Grund des Werkes am Kreuze ewiges Leben empfangen und bei dem großen Wechsel von Himmel und Erde dem Leibe nach ebenfalls verwandelt werden. In neuem, herrlichem Ewigkeitsleib werden sie unter neuen Lebensbedingungen auf der Neuen Erde in Gemeinschaft mit ihrem Gott und Herrn leben, wenn auch nicht wie wir mit himmlischer Herrlichkeit bekleidet, denn die Verheißungen Israels sind und bleiben auf die Erde beschränkt. «Denn gleichwie der Neue Himmel und die Neue Erde, die Ich mache, vor Mir bestehen, spricht Jehova, also wird euer Same und euer Name bestehen (Jes 66,22).

Die Schlussworte Gottes

«Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel hernieder kommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut» (Vers 2).

Die zwei letzten Kapitel der Offenbarung enthalten keine weiteren Ereignisse mehr, sondern verbreiten sich über das herrliche Endergebnis für Gott und die Menschen gemäß der vor Grundlegung der Welt gefassten Ratschlüsse. Darum schaut Johannes jetzt das herrliche Resultat des Werkes unseres Herrn Jesus Christus und aller Wege Gottes. Er sieht das himmlische Jerusalem in herrlichem Schmucke der Braut des himmlischen Herrn, vom Himmel hernieder kommend zur Erde. Damit ist nun erfüllte Tatsache geworden, was der Herr schon bei der Schöpfung zum voraus als Seine Wonne geschaut hat und was nun in Ewigkeit Seine Wonne sein wird (vgl. Spr 8,31). « Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe die Hütte Gottes bei den Menschen! Und Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden Sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott» (Vers 3). Eine laute Stimme aua dem Himmel, wohl die des Herrn selbst, ruft, auf diese herrliche Stadt hinweisend: «Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen!» Durch die ganze Menschheitsgeschichte zieht sich der Wunsch Gottes, inmitten Seiner Geschöpfe zu weilen, eich an ihnen zu erfreuen und bei ihnen Wohnung zu machen. Wir sehen den ersten Versuch schon bei Adam im Paradies, dann nahm Gott Wohnung, zwar unsichtbar in der Stiftshütte, dann im Tempel Salomos, aber die Sünde der Menschen machte Sein Wohnen bei ihnen unmöglich. Schließlich wohnte Gott in der Person Seines Sohnes Jesus Christus in Menschengestalt unter Seinem Volke, um ihm Seine Gnade und Rettung nahe zu bringen, aber Sein Volk verwarf und tötete seinen König und Messias. Auf Grund des Werkes am Kreuz wurde es Ihm möglich, sich ein geistliches Haus aus erlösten Menschenkindern zu gründen, um darin zu wohnen (Joh 14,23). Aber auch wir schätzen das wenig und unsere Herzen zögern, auf Sein Werk zu antworten. In dem aber, was dem Seher hier gezeigt wird, ist Gottes Wunsch doch endlich, und zwar vollkommen und herrlich erfüllt, sogar auf zwiefältige Weise. Im himmlischen Jerusalem der Brautgemeinde also wohnt Er nun als ihr Mittelpunkt, und mit ihr zusammen nimmt Er auch Wohnung bei den Menschen auf der neuen Erde. Beides wird schon im Tausendjährigen Reich der Fall sein, aber das Weilen auf Erden ist dann noch kein ständiges, weil der Ewigkeitszustand ja noch nicht besteht. In der Neuen Schöpfung dagegen wird völlige Harmonie sein, ohne trennende Umstände, gleichwohl in herrlicher Mannigfaltigkeit und doch in enger Beziehung zueinander. Auch zwischen Gott und den Menschen wird keine Ursache zu Trennung noch zu Furcht mehr sein, sondern nur Wonne und Freude auf beiden Seiten zu unaufhörlicher Anbetung Dessen, der alles dies bereitet hat. Allee, was die alte Erde kennzeichnete, Leid und Schmerz, Unfriede und Streit, Trauer und Tod, wird keinen Raum mehr haben, sondern es wird eitel Freude sein, und Gott, der Herr, wird keinen Anlass mehr haben, sich vor Seinen Geschöpfen zu verbergen, vielmehr dürfen wir Ihn schauen und Ihn verherrlichen.

Auffallenderweise tritt uns hier nicht mehr das Lamm entgegen, sondern einfach Gott, der dreieins Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, der Eine Gott, wie Er war im Anfang der Zeit und immer sein wird, sobald wir über die Sphäre der Erde hinaustreten.

«Und Der auf dem Throne saß sprach: Siehe, Ich mache alles neu!» (Vers 5). Dieses Wort «Neu» ist sehr beachtenswert; denn in Gottes Wort bedeutet dies nicht nur renoviert, erneuert, sondern stets einen völligen Neuanfang, etwas ganz Verschiedenes, das keinerlei Beziehung zum Vorhergehenden hat. Es gehört zum Wesen Gottes, dass Er niemals auf etwas, das Er gemacht hat, zurückkommt, um es wiederherzustellen, sondern Er antwortet auf die zerstörenden Gegenzüge Satane oder der Menschen immer wieder mit etwas ganz Neuem, Unerwartetem (vgl. Jes 43,18-14). Ebenso ist das Lied der Ältesten in Offenbarung 5 ein völlig neues Lied, das vorher niemals gesungen wurde, noch gesungen werden  konnte, denn die Einsicht in das Tun Gottes wird dann eine völlige sein. Die neue Schöpfung wird ganz andere sein als die jetzige, welche dann vollständig vergangen, ausgelöscht sein wird.

Dieses so unendlich Große wird von Dem, der auf dem Throne sitzt, sozusagen noch unterschriftlich bekräftigt, indem Er sagt, das oben Gesagte sei «gewiss und wahrhaftig», d. h. unumstößliche Wahrheit. Er fordert Johannes auf, dies schriftlich niederzulegen.

«Und Er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende» (Vers 6).

Damit zieht Gott überdies noch einen eigentlichen Schlussstrich unter das gesamte bisher Gesagte. Dies bedeutet für Ihn, dass dieses alles nunmehr endgültig geschehen und abgeschlossen sei, eine gewichtige Tatsache. Solcher wichtiger Schlussstriche gibt es drei, alle drei bei Wendungen von größter Tragweite.

Das erste Mal hat es der Herr Jesus am Kreuz ausgerufen, allerdings mit den Worten: «Es ist vollbracht!», was aber das gleiche bedeutet, nämlich das unermesslich schwere Opferwerk des stellvertretenden Sühnungstodes, durch welches in der Tat eine ganz neue Situation für Gott und Menschen geschaffen worden ist. Der große Widersacher, Satan, ist besiegt und die Waffe des Todes ist ihm entrissen worden. Der Glaubende findet nun Befreiung von den Banden der Knechtschaft und der Sünde; der Rückweg zu Gott und zum Leben ist ihm nun geöffnet und gebahnt worden. Gott aber ist endlich verherrlicht und die Erfüllung Seiner Ziele möglich geworden.

Das zweite «Es ist geschehen» finden wir in Offenbarung 16,17, wo nach der Beendigung des letzten Gerichtes der Zorn Gottes befriedigt ist und der Richter das Rächerschwert wieder in die Scheide stecken kann. Kapitel 1? stellt uns eine besondere wichtige Einzelheit aus diesen Gerichten vor Augen, und Kapitel 19 bis 20 künden die anschließenden persönlichen Säuberungsakte durch den Herrn Jesus Christus. Dennoch gehören Zorn, Grimm und Gericht keineswegs zum Wesen Gottes, sondern erfolgen nur, weil Gottes sündige Geschöpfe, inbegriffen Satan und sein Heer, Gott in Seiner Heiligkeit herausgefordert und Sein Gericht notwendig gemacht haben. Sobald aber das Nötige erfüllt ist, ist Gottes Zorn abgetan. Die Menschen, die den Ewigen einen grausamen Gott schelten, haben also absolut unrecht; denn Gottes Wegen, das triumphieren wird, ist unveränderliche Liebe, Gnade und Barmherzigkeit. Zorn und Gericht übt Er nur, soweit die Sünde Ihn dazu zwingt, um Seiner Heiligkeit willen; aber Seine Freude ist Liebe ohne Grenzen.

Hier nun, in Kapitel 21,6, spricht Gott diesen Wort «Es ist geschehen» sozusagen mit Genugtuung als Abschluss des gesamten Werkes gemäß Seinem im Anfang gefassten Ratschluss. Das gewollte Resultat desselben ist nun voll und ganz erfüllt. Damit legt Er gleichsam Seine Arbeit endgültig nieder, um nun für immer Seinen wahren Sabbath der Ruhe zu genießen und sich dessen zu erfreuen, zusammen mit Seinen nun verherrlichten Geschöpfen, die Er sich erworben hat. Nunmehr kann Er, der im Anfang, um diese zu gewinnen, aus der Ewigkeit in die Zeit getreten ist, mit ihnen in die endlose Ewigkeit zurücktreten, die für Ihn wie für uns endlose, unveränderliche Herrlichkeit bedeutet. Darum nennt sich Gott hier das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Er war von Ewigkeit da - wie könnte es anders sein! - aus Ihm hat alles Leben und Sein den Anfang genommen und mit Ihm wird alles eins sein, so dass Er alles in allem sein wird in Ewigkeit.

«Wer überwindet, wird dieses ererben, und Ich werde ihm Gott sein, und er wird Mir Sohn sein. Den Feigen aber und Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Hurern und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern - ihr Teil ist in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, welches ist der zweite Tod» (Vers 7 und 8).

Zum Schluss wendet sich Gott in Seiner unendlichen Gnade nochmals an die Menschen, welche dies lesen, gleichsam einladend, dass sie doch zu ihrem eigenen Beaten zu Ihm kommen möchten. Zuerst denkt Er an die «Durstigen, die, welche nach Licht, Wahrheit und Frieden aufrichtig suchen, diese lädt Er ein, dass sie doch zu Ihm kommen möchten, wo sie allein das finden können, was sie bedürfen, und dies in reichlicher Fülle. Diejenigen, welche Ihm folgen wollen trotz aller Hindernisse, die stärkt und ermuntert Er, nicht nachzulassen, sondern alles anzusetzen, um über jedes Hindernis hinweg zu Ihm zu gelangen, denn dies ist der Weg zu größtem Gewinn, zum innigsten Verhältnis zu ihrem Herrn und Gott. Die Übrigen, welche Ihm nicht folgen wollen, warnt Er mit dem Hinweis, dass sie von der Glückseligkeit ausgeschlossen würden lind ihnen nichts übrig bliebe als die schreckliche Verdammnis, der  Feuersee, der mit Feuer und Schwefel brennt. Dabei ist die Aufzählung der Ungläubigen so gehalten, dass sie restlos alle umfasst, die der Einladung Gottes ausgewichen sind. Wir finden da nicht etwa nur grobe Sünder, wie manche denken möchten, sondern auch die «Feigen, welche aus Menschenfurcht oder anderen Gründen sich nicht mit Ewigkeitsfragen befassen wollen. Da sind Ungläubige, auch die so genannten Orthodoxen, welche nur mit dem Kopf, aber nicht mit dem Herzen geglaubt und praktisch nicht gehorcht haben, die Götzendiener, zu denen auch alle die gehören, die ihr Hera an etwas, sei es Mammon, Ehre, Macht, Ruhm, Sport, Leidenschaften usw. gehängt, nur nicht auf Gott gehört haben, denn alles, was das Herz erfüllt außer Gott, ist tatsächlich Götzendienst; da sind auch die Lügner, alle, welche auf irgend eine Weise nicht mit der Wahrheit umgehen, auch diejenigen, die sich selber belügen, um nicht der Wahrheit Gehör schenken zu müssen - für alle diese bleibt nichts anderes übrig als der zweite Tod, ewige Qual im Feuersee, völlige und ewige Trennung von Gott.

Damit ist die Folge der zeitlichen Dinge am Ende angelangt und abgeschlossen; was jetzt noch folgt, ist die Beschreibung des ewigen Ergebnisses für Gott aus allem Geschehen und Wirken.

Die heilige Stadt, das himmlische Jerusalem

«Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, voll der sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sprach: Komm her, ich will dir die Braut, die Gemahlin des Lammes, zeigen. Und er führte mich im Geiste hinweg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt, Jerusalem, hernieder kommend aus dem Himmel von Gott» (Vers 9 und 10). Jetzt führt ein Engel den Seher auf einen hohen Berg, von wo dieser einen umfassenden und zugleich eingehenden Blick auf die herrliche himmlische Stadt tun darf. Dass es einer der Engel ist, welche die Zornesschalen ausgegossen hatten, beweist, dass dabei an das Tausendjährige Reich angeknüpft wird, zu dem die Gemahlin, die Braut des Herrn und Königs, ebenfalls in Verbindung stehen wird. Darum wird nun im folgenden wieder das Lamm genannt, weil es sich bis zu Kapitel 22,5 wiederum um die Beziehung zur alten Erde handelt. Allerdings, insoweit die Schilderung die herrliche Stadt selbst angeht, betrifft die Darlegung der Tatsachen auch die Neue Schöpfung. Sie werden unverändert ewig bestehen. Denn für sie hat ja der ewige, herrliche Tag Gottes schon mit ihrer Entrückung von der Erde angefangen, und was sie damit geworden ist, wird sie von da an endgültig sein. Aber in diesem endgültigen Charakter erscheint sie für die Erde schon zur Zeit des Tausendjährigen Reiches. Sie kommt aus dem Himmel herab mit dem Herrn, um die erneuerte Erde zu besuchen.

Dieses himmlische Jerusalem wird hier die heilige Stadt genannt, denn sie ist der Heiligkeit des Herrn voll entsprechend, im Gegensatz zu Rom, das die «große Stadt» genannt wird, d. h. die sich in Überhebung selber groß und zum Gräuel Gottes gemacht hat. Der Heilige Geist drückt damit Seine Abscheu aus. Der Engel zeigt nun Jerusalem als die «Braut, die Gemahlin des Lammes». Warum dieses Doppelbild, sowohl wie eine Braut als auch wie eine Stadt? Im Bilde der «Braut» oder der Gemahlin kommt auf herrliche Weise zum Ausdruck, was die Versammlung für Christus und Sein Herz ist. Welche Liebe! Welch zarte innige Verbindung! Die «Stadt» stellt mehr die Beziehung als die Wohnung Gottes unter den Menschen auf der Erde dar; und dann sind ja doch wohl auch die «Freunde des Bräutigams», die wir bei der Hochzeit gesehen haben, in dieser Stadt inbegriffen; denn diese, also die alttestamentlichen Heiligen, und besonders die aua der Drangsalszeit, sind ja auch im Himmel verherrlicht und werden ihren Platz in dieser Stadt haben. In Hebräer 11,10 heißt es von den Patriarchen, dass sie die Stadt, welche Grundlagen hat, erwarteten; ferner lesen wir in Lukas 13,29-30, dass die Erzväter droben mit uns zu Tische sitzen werden.

In den nächsten Versen (11-14) sieht Johannes zunächst die Stadt von außen, wie sie eich den Menschen auf der Erde präsentieren wird, und in spezieller Beziehung zu diesen, genauer zum erneuerten Volk Israel daselbst, das ja den Kern jener bildet.

«Und sie hatte die Herrlichkeit Gottes. Ihr Lichtglanz war gleich einem sehr kostbaren Edelstein, wie ein kristallheller Jaspisstein» (Vers 11). Vor allem schaut Johannes die unermessliche Herrlichkeit der Stadt, denn ihr Charakter ist himmlisch und ihr Ursprung göttlich, von Gott, dem Herrn, geschaffen, Der ihr auch Seine eigene Herrlichkeit verliehen hat. Diese wird hier, wie Jehova selbst, in Kapitel 4 mit dem Jaspis, dem kostbarsten aller Edelsteine,  verglichen. Der Jaspis, unser Diamant, ist bekanntlich an eich nur Kohlenstoff, aber kristallisiert, wasserhell, und spiegelt im Sonnen. licht in herrlicher Weise alle Farben wider, ein bezeichnenden Vor. Bild der himmlischen Stadt. Denn alle, welche diese himmlische Stadt bilden, sind ja von Natur wie gewöhnlicher Kohlenstaub, aber durch die Wiedergeburt zu Lichtern und Bürgern des Himmelreiches gemacht; auf Erden zwar schwach, ungleich dem Herrn selbst, aber gemäß Seinem Ratschluss dennoch zu vollkommenen Leuchtern für Ihn erhoben, die Sein Bild wieder strahlen. Dies kann nicht anders sein; denn da wir ja nach Seiner Verheißung (Joh 17,24) Ihn in Seiner Herrlichkeit schauen sollen, können wir dort unmöglich irgendwie andere sein als Er selber.

«Und sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tors, und an den Toren zwölf Engel, und Namen darauf geschrieben, welche die der zwölf Stämme der Söhne Israels sind» (Vers 12).

Diese Mauer bedeutet, dass sie ein bestimmtes Gebiet von der Außenwelt abschließt, das sich in besonderer Stellung für den Herrn befindet. Die Mauer verhindert jegliche Vermengung und bedeutet ferner absolute Sicherheit und Befestigung vor Gott, dem die Stadt allein zu eigen ist und ein Dokument der absoluten Beständigkeit des Werkes Gottes bildet.

In dieser Mauer gibt es zwölf Tore, auf welchen die Namen dar zwölf Stämme Israels geschrieben sind. Die Stadttore waren in alter Zeit im biblischen Orient die Stätten der Rechtsprechung, der Sitz der Richter, z. B. 1. Mose 19,1; 5. Mose 22,15; Ruth 4,1; Hiob 29,7. Deshalb wohl stehen an diesen Toren Engel, sowohl ah Wächter der Tore als auch als Hüter des Volkes Israels auf Erden. Engel waren schon im Alten Bunde Gegenstände höchster Wertschätzung; denn durch diese hatte Jehova damals zum Volk geredet (vgl. Heb 2,1-4). Hier nun darf Israel ein in ihrem höchsten Amt schauen. Dies alles zeugt davon, dass Israel in Ewigkeit Gottes Volk auf Erden sein wird.

«Nach Osten drei Tore, und nach Norden drei Tore., und nach Süden drei Tore, und nach Westen drei Tore» (Vers 13).

Dieser Vers sagt, dass nach jeder der vier Himmelsrichtungen je drei Tore stehen, entsprechend der Anordnung der zwölf Stämme Israels um die Stiftshütte, also um das Heiligtum, als Israel durch die Wüste wanderte. Im Lande der Verheißung dagegen war die Anordnung eine andere, entsprechend dem Landesraum, und auch im Tausendjährigen Reich ebenfalls. Wenn nun hier in der Neuen Schöpfung wieder auf die Anordnung in der Wüste zurückgegriffen wird, geschieht es, um zu zeigen, wie unser Herr der wahre Mittelpunkt Seines Volkes auf Erden sein wird und alle um sich versammeln will. Das erinnert uns an Seine Klage, als Er auf Erden wandelte, dass Er dies schon damals gewünscht hatte, was aber Sein Volk nicht begehrte. Dann aber wird dies im vollkommenen Masse der Fall sein.

«Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundlagen, und auf denselben zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes» (Vers 14) .

Nun sieht Johannes die zwölffache Grundlage der Stadt mit den Namen je eines der zwölf Apostel versehen. Diese zwölf Apostelnamen, neben denen der zwölf Stämme Israels, stehen wohl in einer gewissen Beziehung zu jener besonderen Verheißung des Herrn in Matthäus 19,28, wonach die Zwölfe die zwölf Stämme Israels richten werden. Dies bezieht sich ja allerdings direkt auf das Tausendjährige Reich, doch wird diese Verbindung zwischen beiden auch auf der Neuen Erde nicht ganz aufgehoben sein. Auf jeden Fall muss das gläubige Israel noch verstehen lernen, dass die Grundlage des wahren Hauses Gottes und des Heils nicht Israel noch sein Gesetz sein kann, sondern das, was Jesus Christus gebracht und durch «Seine Apostel und Propheten» (des Neuen Testaments) ergänzt und befestigt hatte (Eph 2,20). Nach Hebräer 11,10 hatten schon Israels Patriarchen auf diese «Stadt, welche Grundlagen hat», gewartet, eben das neue Jerusalem, zu dessen Bewohnern auch sie gehören werden.

In Vers 15-23 wird dem Seher nun die innere Schönheit der himmlischen Stadt gezeigt, diejenige, welche ihr durch ihre innigste Beziehung zu ihrem Gott und Herrn verliehen wird.

«Und der mit mir redete, hatte eire Maß, ein goldenes Rohr, damit er die Stadt messe und ihre Tore und ihre Mauern» (Vers 15).

Der Engel, der dem Seher nun die herrliche Stadt zeigt, misst sie mit einem goldenen Rohr, nicht mit einer gewöhnlichen Messrute; denn dies, was Johannes jetzt sehen soll, muss vom Standpunkt Gottes aus, also wie Gott es selbst sieht, betrachtet und beurteilt werden; nur dann wird man diese Worte richtig erkennen und verstehen können.

Darum müssen die Maßzahlen sowohl der Stadt als der Mauer symbolisch aufgefasst werden; es sind vor allem in jeder Beziehung und Richtung vollkommene, mehrfache von 12, einer der Vollkommenheitszahlen. Die Angaben sind wohl in Menschenmaß angegeben; aber wir wissen aus Jesaja 55,8-9, dass Gottes Gedanken unendlich höher sind als die der Menschen, darum wird Vers 17 beigefügt: «das ist des Engels. Die Menschen wollen immer Gott mit ihrem beschränkten und dazu von der Sünde verderbten Verstand erfassen; darum denkt der Mensch immer von Gott zu klein und von sich selber wieder zu groß; und ach, auch wir Gläubige verfallen oft und allzu leicht diesem Irrtum. Auch hier wollen die Zahlen zwölftausend einfach ein für den Menschen kaum erfassbares Maß anzeigen, denn die Zahl der Bewohner ist ja eine unnennbar große. Die Stadt und ebenso die Mauer sind vor allem in ihren Ausmaßen nach allen Richtungen durchaus vollkommen.

«Und der Bau ihrer Mauer war Jaspis, und die Stadt reines Gold, gleich reinem Glase ... Und die Strasse der Stadt reines Gold, wie durchsichtiges Glas» (Vers 18.21b).

Wie herrlich wird diese Mauer sein, da sie aus Jaspis, also Diamant, erbaut ist, der in allen herrlichen Farben erstrahlt und, wie wir gesehen haben, das Symbol der persönlichen göttlichen Herrlichkeit des Herrn ist! Und die Stadt innerhalb dieser Mauer wird aus reinem Golde bestehend beschrieben, und zwar aus reinem Gold wie reines, durchsichtiges Glas. Gold ist bekanntlich das Symbol für die vollkommene göttliche Gerechtigkeit, die uns ja durch die Wiedergeburt geschenkt ist, wenn sie auf dieser Erde auch wegen dem alten noch vorhandenen Ich oft genug beschattet wird. Droben aber im Neuen Jerusalem wird Gottes Gerechtigkeit vollkommen herrschen und von jedem kleinsten Schatten befreit, und alles wird hell und durchsichtig sein; es wird keine verborgenen, ungesäuberten Winkel geben. Auch alles Handeln und Wandeln der Bewohner wird eitel Glück und Verherrlichung des Herrn sein; darum sind auch die Strassen ebenfalls Gold wie durchsichtiges Glas. Wie herrlich muss das dann sein, auch in den gegenseitigen Beziehungen, wenn keinerlei Trübungen, Missverständnisse, Unzulänglichkeiten usw. mehr möglich sein werden. Alles wird reine, herzliche, richtig verstandene Liebe sein!

«Die Grundlagen der Mauer der Stadt waren geschmückt mit  jedem Edelstein: die erste Grundlage, Jaspis; die zweite, Saphir; die dritte, Chalzedon; die vierte, Smaragd; die fünfte, Sardonix; die sechste, Sardis; die siebente, Chrysolit; die achte, Beryll; die neunte, Topas; die zehnte, Chrysopras; die elfte, Hyazinth; die zwölfte, Amethyst» (Verse 19 und 20).

Die zwölf Grundlagen der Mauer - welch eine Festigkeit bedeuten doch so viele Grundlagen! - sind gleich zwölf verschiedenen Edelsteinen. Sie strahlen somit die verschiedenen Herrlichkeiten unseres Herrn Jesus Christus aus, die Er in Seinen Beziehungen zu uns Kindern Gottes offenbart. Jeder Edelstein hat seine Farbe und seinen eigenen Glanz. Darum geben auch die einzelnen Bücher von Gottes Wort ein so vielfältiges Bild der Herrlichkeit Gottes. Was man vielleicht scheinbare Wiederholungen und Widersprüche nennt, vermehren nur dessen Hoheit und Erhabenheit und beleuchten die verschiedenen Wahrheiten von verschiedenen Seiten. Darum sind auch die Dienste und Gaben der Apostel, aber auch aller Knechte Gottes so sehr verschieden gestaltet, damit eben alle Herrlichkeiten des Herrn hervortreten können. Dennoch ist auch in dieser Mannigfaltigkeit eine göttliche, harmonische Einheit, ebenso wie in der Schöpfung,. denn alles ist ja das Werk Gottes, der nicht Einförmigkeit, Gleichschaltung ist, sondern herrliche Einheit in wunderbarer Mannigfaltigkeit. 1 Ein bewährter Bruder gibt den Edelsteinen folgende Bedeutung: Jaspis, Diamant, im Licht in allen Farben leuchtend, die Herrlichkeit des Lichtes, also die Herrlichkeit der Herrlichkeiten (1.Joh.1,5). Saphir, hellblauer Korund, himmlische Herrlichkeit von Jesus Christus, sowohl als Mensch, als auch als Sohn Gottes (2.Mo 24, 9‑11; Hoh 5, 14). Chalzedon, oder Karneol, Karfunkel, Rubin; dunkelrot, feurig funkelnd wie glühende Kohle, die Erlöserliebe durch Golgatha bewährt. Smaragd, lebhaft grün wie Gras (Offenbarung 4, 3), die völlig erfüllte Hoffnung, Triumph der Gnade, Vorhang zerrissen, kein Gericht mehr. Sardonix, weiss und rot. Würde und Ehre des Herrn durch das Kreuz als der Sieger (Hoh 5, 10). Sardis, feurig blutrot, nicht funkelnd. Gottes ewige Liebe (1. Kor. 13), ohne Schatten von Wechsel und ohne Ende. Die Schönheit wird unsere Herzen entflammen, indem wir Ihn selbst betrachten (Hoh 8, 6‑7). Chrysolith, hell moosgrün oder goldgelb; Herablassung, Hörer vom Throne herab für die Geringen der Erde, also Huld Gottes (Dan 10, 3‑12). Beryll, hell, meergrün; ausgedehnte Güte Gottes ohne Grenzen; (Ps 104, 25; Ps 36, 8‑12; 106, 1; 103, 17). Topas, dunkel, rötlich gelb, segnende, fürbittende Hände (Hoh 5, 14). Chrysopras, gelbgrün, wie das Apfelblatt (Hoh 2, 3). Leben und Nahrung, der Herr als Baum des Lebens; Offenbarung 2, 4: davon essen. Psalm 91, 1: unter Seinem Schatten wohnen. Hyazinth, braunrot, gelbrot gestreift. (Siehe 4. Mo 19,10: die rote Kuh; Heb 9,13); ewige Reinigung durch Christus, den Hohepriester. Amethyst, dunkelviolett. Unwandelbarkeit, Beständigkeit gegründet auf die ewige Reinigung.

Bestimmtes über die einzelnen Farbtöne der Edelsteine ist schwer festzustellen, da sowohl die Namen als auch die Wertung der meisten Steine heute ganz andere sind.

Auch auf dem Brustschild des Hohenpriesters finden wir zwölf Edelsteine, worauf die Namen der Stämme Israels eingraviert waren; jedoch ist die Reihenfolge anders, auch sind einige andere Steine dort genannt. Der Hohepriester musste alle auf seiner Brust tragen, wie unser Herr Jesus unser aller Namen auf Seinem Herzen trägt, allezeit unser gedenkend. Darum dürfte das Brustschild vorbildlich andeuten, wie wertvoll die Seinen für den Herrn sind. So spricht auch Jehova durch den Mund Seines Propheten zu Seinem Volke: «Weil du teuer, wertvoll bist in Meinen Augen, und Ich dich lieb habe, so werde Ich Menschen hingeben an deiner Statt und Völkerschaften anstatt deines Lebens (Jes 43,4). Die himmlische Stadt zeugt von derselben kostbaren Liebe und Zuneigung, desgleichen die zwölf Grundlagen.

«Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, je eines der Tore war aus einer Perle» (Vers 21a).

Auch die zwölf Tore sind Herrlichkeitszeugnisse für unseren Herrn und Heiland, Jesus Christus. Die echten, kostbaren orientalischen Perlen sind bekanntlich Ablagerungen der Perlmuscheln, die die tropischen Meere bewohnen, und von den Perlenfischern unter Lebensgefahr aua dem Meeresgrund heraufgeholt werden müssen. Beim Öffnen gehen die Tiere meist zugrunde. Im sechsten Gleichnis in Matthäus 13 lesen wir von einem Kaufmann, der Perlen suchte, und der, als er eine ganz kostbare fand, sein ganzes Besitztum hingab, um diese zu kaufen.

Es gibt bei den Perlen eine große Varietät von Farben, die verschiedenen Wert haben; die kostbarsten sind die weißen, leicht cremefarbigen, irisierenden. Darum reden die kostbaren Perlen symbolisch von den erlösten Seelen, welche der Herr Jesus Sich in Hingabe Seiner himmlischen Herrlichkeit und durch Seinen  Opfertod am Kreuz erworben und diese freigemacht hat von der Knechtschaft der Sünde und des Teufels. Diese Perlentore reden demnach von der Herrlichkeit und dem Wert, welche die Stadt, also die Brautgemeinde und alle, die darin wohnen, für den Herrn hat. Im Alten Bund war das Silber Symbol des Kaufpreises der Erlösung der Menschen; aber in der Neuen Schöpfung kommt dies nicht mehr in Betracht, sondern nur der Wert, den die bluterkauften Menschen für den Herrn selbst haben. Deshalb sind hier die Perlen das passende Sinnbild.

«Und ich sah keinen Tempel in ihr, denn der Herr, Gott, der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm. Und die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, damit sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Lampe ist das Lamm» (Verse 22-23).

Jetzt kommt der Seher auf die Hauptsache, den Mittelpunkt, zu reden, nämlich die Stätte der Anbetung Gottes. Er findet merkwürdigerweise keinen besonderen Tempel. Warum nicht? Auf der sündenverseuchten Erde war ein solcher Ort nötig, wo einerseits Gott den Menschen, wenn auch hinter dem Vorhang verborgen, nahe sein konnte, und andererseits, abgeschlossen von der Welt, die Menschen getrennt vom Schauplatz der Sünde vor Ihn treten konnten. Aber in der Neuen Schöpfung, in der himmlischen Stadt, wo nur Wiedergeborene, Erlöste wohnen und nichts mehr an Fluch und Sünde erinnern wird und kann, da braucht sich Gott nicht mehr vor Seinen Kindern zu verbergen, und sie dürfen nun Ihn und alle Seine Herrlichkeiten mit neuen, geheiligten Augen schauen und Ihn jubelnd genießen und verherrlichen. Es ist die göttliche Dreieinheit, die in der Person des Christus geschaut wird, wie Er gesagt hat: «Wer Mich sieht, sieht den Vater». Christus, der Gott war und ist, wurde um unsertwillen Mensch und ist auch als Mensch hinaufgestiegen, um sich nun droben immerdar für uns zu verwenden. Darum wird hier das Lamm besonders erwähnt, weil es Seine Erlöserherrlichkeit ist, die alles trägt und auf welcher alles in Ewigkeit gegründet ist. Vor Seiner Würde und Majestät müssen wir unsere eigenen Gedanken beiseite lassen und können nur noch anbetend niederfallen, Gottes Größe, Liebe und Macht preisend. In dieser Stadt ist auch keine materielle Leuchte mehr nötig, nicht einmal mehr die Sonne oder sonst ein leuchtender Himmelskörper,  denn die Herrlichkeit Gottes stellt alles Übrige in den Schatten. Gott ist Licht und gar keine Finsternis in Ihm (1. Joh 1,5). In Seiner Gegenwart kann es demnach keine Nacht mehr geben, alles ist strahlende Herrlichkeit. Diese Stadt, die Brautgemeinde, ist selber der Tempel Gottes, eine «Behausung Gottes im Geiste» (Eph 2,22). Sie ist dies zwar schon auf Erden, aber jetzt noch nach außen verhüllt, droben unverhüllt ewiglich in der Herrlichkeit Gottes in ewigem Glanze.

«Und die Nationen werden durch ihr Licht wandeln, und die Könige der Erde bringen ihre Herrlichkeit zu ihr. Und ihre Tore sollen bei Tage nicht geschlossen werden, denn Nacht wird daselbst nicht sein. Und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Nationen zu ihr bringen. Und nicht wird in sie eingehen irgendetwas Gemeines und was Gräuel und Lüge tut, sondern nur die geschrieben sind in dem Buche des Lebens des Lammes» (Verse 24-27).

Nun lesen wir noch von den Beziehungen der Heiligen Stadt Jerusalem zu den Menschen auf der Erde, zunächst während des Tausendjährigen Reiches, denn es werden da noch «Nationen» und deren «Könige» erwähnt. Es ist aber anzunehmen, dass diese Beziehungen mit den Menschen auf der Erde ungefähr gleichartig sein werden, da die Stadt selbst schon von der Entrückung an ihr Ewigkeitswesen haben wird. Auch sind es erneuerte Menschen, die das Messiasreich der Neuen Erde wieder bevölkern werden. Wie diese Beziehungen sein werden, ist uns heute noch verborgen, aber keine Frage, sie werden vollkommen und herrlich sein.

So wie Gott, der Herr, selber Licht und Herrlichkeit der Stadt sein wird, so wird auch die Heilige Stadt Licht und Herrlichkeit auf die Menschen auf Erden, also auf das erneuerte Israel vor allem, ausstrahlen, und angemessener Segen wird sich von ihr auf die Erde ergießen, zunächst auf Israel und durch dieses weiter zu den Nationen. Diese werden nach dem von Jerusalem auf Erden ausgehenden Recht (Jesaja 2) und im Lichte des himmlischen Jerusalems in Frieden und Eintracht wandeln. Dadurch werden in jenen tausend Jahren alle Dinge, welche die Menschen entzweien, wie Kriege, Kampf ums Dasein, Konkurrenzneid, Großmachtpolitik, Notstände, Spekulationen und Finanzskandale usw. keinen Raum mehr haben (vgl. Mich 4 ; Jes 2 und 35). Auch wird es auf der Erde keine unbewohnbaren Gebiete mehr geben. Jeglicher Fluch ist aufgehoben und der große Verführer und Verhetzer, Satan, wird im Abgrund gebunden sein. Alle Menschen werden dann ihren unbestrittenen und reich gesegneten «Platz an der Sonne» haben, so dass es auch keine entrechteten Sklaven und Knechte mehr geben wird. Dann werden alle Nationen samt ihren Königen alljährlich nach Jerusalem hinaufziehen, um dort anzubeten und dem Messias und Seiner Brautgemeinde ihre Herrlichkeiten und Ehrungen darzubringen. Unterlassung wird sogar Strafe nach sich ziehen (Sach 14).

Die Tore der Heiligen Stadt werden niemals geschlossen werden, da hiezu kein Bedürfnis vorliegt, es wird ja dort niemals Nacht sein, noch irgend etwas Gemeines oder Ungeheiligtes der Stadt nahen können. Auf der noch unerlösten Erde mögen noch Fälle von Sünde vorkommen, welche aber stehenden Fußes durch Tod bestraft werden; aber im Bereich der Heiligen Stadt wird jeder Gedanke an Sünde und Unreinigkeit längst entschwunden sein. Es werden überhaupt nur die als Bürger der Stadt ins Buch des Lebens des Lammes Eingeschriebenen Zutritt haben.

Jetzt verkennt die Welt die Heiligen völlig; dann aber werden sich die Menschen auf der Erde darüber nicht mehr täuschen können, dass wir die Geliebten des Herrn» sind; sie werden uns und dem Herrn Jesus Anerkennung und Ehre zollen müssen.


Fußnoten:

1 Ein bewährter Bruder gibt den Edelsteinen folgende Bedeutung: Jaspis, Diamant, im Licht in allen Farben leuchtend, die Herrlichkeit des Lichtes, also die Herrlichkeit der Herrlichkeiten (1.Joh.1,5). Saphir, hellblauer Korund, himmlische Herrlichkeit von Jesus Christus, sowohl als Mensch, als auch als Sohn Gottes (2.Mo 24, 9‑11; Hoh 5, 14). Chalzedon, oder Karneol, Karfunkel, Rubin; dunkelrot, feurig funkelnd wie glühende Kohle, die Erlöserliebe durch Golgatha bewährt. Smaragd, lebhaft grün wie Gras (Offenbarung 4, 3), die völlig erfüllte Hoffnung, Triumph der Gnade, Vorhang zerrissen, kein Gericht mehr. Sardonix, weiss und rot. Würde und Ehre des Herrn durch das Kreuz als der Sieger (Hoh 5, 10). Sardis, feurig blutrot, nicht funkelnd. Gottes ewige Liebe (1. Kor. 13), ohne Schatten von Wechsel und ohne Ende. Die Schönheit wird unsere Herzen entflammen, indem wir Ihn selbst betrachten (Hoh 8, 6‑7). Chrysolith, hell moosgrün oder goldgelb; Herablassung, Hörer vom Throne herab für die Geringen der Erde, also Huld Gottes (Dan 10, 3‑12). Beryll, hell, meergrün; ausgedehnte Güte Gottes ohne Grenzen; (Ps 104, 25; Ps 36, 8‑12; 106, 1; 103, 17). Topas, dunkel, rötlich gelb, segnende, fürbittende Hände (Hoh 5, 14). Chrysopras, gelbgrün, wie das Apfelblatt (Hoh 2, 3). Leben und Nahrung, der Herr als Baum des Lebens; Offenbarung 2, 4: davon essen. Psalm 91, 1: unter Seinem Schatten wohnen. Hyazinth, braunrot, gelbrot gestreift. (Siehe 4. Mo 19,10: die rote Kuh; Heb 9,13); ewige Reinigung durch Christus, den Hohepriester. Amethyst, dunkelviolett. Unwandelbarkeit, Beständigkeit gegründet auf die ewige Reinigung.