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Biblische Betrachtungen über das Buch Ruth

Diese Betrachtung über das Buch Ruth erschien in einer Loseblattsammlung als Beilage zum Rundbrief "Meine lieben Kranken, Alten, Einsamen und Freunde!" und wurde später in einem Nachdruck von dem Verlag "Verbreitung der Heiligen Schrift" aufgelegt.

Autor: Erich Bonsels

Einleitung

Zwei Bücher der Heiligen Schrift sind nach Frauen benannt. Das Buch Ruth und das Buch Esther. Sicher hat Gott eine weise Absicht dabei. Sollten wir nicht auch von gottesfürchtigen Frauen lernen?

Das Buch Ruth ist das achte Buch der Heiligen Schrift. Zahlen haben im Worte Gottes immer eine Bedeutung. Diese Zahl weist auf etwas Neues hin, auf etwas, das noch zukünftig ist. Es ist der „Haushalt der Gnade“, der durch den Herrn Jesus, den wahren Boas, kommen sollte und gekommen ist. Inzwischen besteht er schon fast zweitausend Jahre. Damals noch verborgen, jetzt geoffenbart durch das Kommen des Herrn Jesus auf diese Erde.

Johannes schreibt: „Das Gesetz wurde durch Moses gegeben, die Gnade und die Wahrheit aber ist durch Jesum Christum geworden.“

Manchmal kann man beobachten, wie zwischen dunklen Gewitterwolken Sonnenstrahlen hervorbrechen. Die Sonne selbst aber sieht man nicht. So ähnlich ist es mit diesem Buch, die Sonnenstrahlen der Gnade strahlen herrlich hervor. Aber die Gnade selbst kam in der Person unseres Herrn und Heilandes. Man könnte dieses Buch auch das „Buch der Gnade“ nennen.

Es hat vier Kapitel. In jedem lesen wir von einer Frau, die nicht zum irdischen Volk Gottes gehörte. Sie war eine Moabitin, eine Fremde. Das Volk der Moabiter hatte eine dunkle Geschichte. Ihre Abstammung finden wir in 1. Mose 19, wo Lot durch die Gnade Gottes aus Sodom gerettet wurde, aber mit seinen beiden Töchtern in einer Höhle landete. Dort geschah etwas Schreckliches. Aus diesem kamen die beiden Kinder Ammon und Moab hervor. Sie wurden die Häupter der Feinde Gottes und Seines Volkes. In 5. Mose 23,3 lesen wir: „Es soll kein Ammoniter noch Moabiter in die Versammlung des Herrn kommen; auch das zehnte Geschlecht von ihnen soll nicht in die Versammlung des Herrn kommen ewiglich.“ Es wird auch begründet warum. Das waren ernste Worte, die Gott über diese beiden Völker reden musste.

Gerade von einem dieser beiden Völker stammte Ruth ab. Im 1. Kapitel trifft sie eine gewaltige Entscheidung. Im 2. Kapitel finden wir ihren Dienst. Im 3. Kapitel ihre Ruhe und im 4. Kapitel ihre Belohnung.

Bevor Ruth in Erscheinung tritt, wird uns die Begebenheit einer israelischen Familie berichtet. Sie verließ während einer Hungersnot das Land Kanaan, um sich im Lande Moab aufzuhalten. Es war in der Zeit der Richter, wo „ein jeder tat, was recht war in seinen Augen“.

In unseren Tagen ist es nicht anders. Mögen wir deshalb die Belehrungen auf uns persönlich anwenden und den Glauben, den Dienst und die Entschiedenheit der Ruth nachahmen. Möge uns aber auch die Person des wahren Boas, unseres geliebten Herrn, durch die Betrachtung größer und kostbarer werden.